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Nach tragischem Wohnhaus-Brand in Traunreut: Auch Ehefrau verstirbt

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Traunreut: Zwei Tote bei Großbrand in Wohnhaus – Ehepaar verstirbt
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Bei einem Großbrand in einem Wohngebäude in Traunreut verlor am Mittwochabend ein 79-jähriger Mann sein Leben, seine Frau erlitt lebensbedrohliche Verletzungen und verstarb später im Krankenhaus. (Foto: FDL/BeMi)

Traunreut – Bei einem tragischen Brand in einer Doppelhaushälfte in Traunreut verloren zwei Eheleute ihr Leben. Ein 79-jähriger Mann konnte am Mittwochabend nur noch tot aus den Flammen geborgen werden, auch seine 76-jährige Frau erlag inzwischen ihren lebensgefährlichen Verletzungen.


Update, Freitag, 21.48 Uhr:

Die 76-jährige Bewohnerin des Wohnhauses, die von den Einsatzkräften der Feuerwehr am späten Abend aus dem brennenden Haus gerettet worden war, hatte bei dem Brand lebensbedrohliche Verletzungen erlitten und war mit einem Helikopter in eine Spezialklinik eingeliefert worden.

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Wie der Bürgermeister der Stadt Traunreut, Klaus Ritter, am Freitagabend auf seiner Facebook-Seite schrieb, hat der folgenschwere Brand am Freitag ein zweites Todesopfer gefordert: Auch die Ehefrau des bei dem Brand getöteten Mannes ist zwischenzeitlich an ihren Verletzungen verstorben. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilt, verstarb die 76-Jährige am Freitag in einer Münchner Spezialklinik.

In seinem Beitrag dankt das Stadtoberhaupt allen Helfern für ihren selbstlosen und enorm mutigen Einsatz, genauso wie den Anwohnern für ihre spontane Unterstützung und das Bereitstellen von warmen Getränken für die Helfer, die bis zu acht Stunden im Einsatz waren.

Dass viele der freiwilligen Helfer am nächsten Tag nicht rechtzeitig an ihrem Arbeitsplatz erscheinen konnten, verdeutlicht die Unterstützung und das Verständnis der Unternehmen und Arbeitgeber für den ehrenamtlichen Einsatz ihrer Mitarbeiter bei den Freiwilligen Feuerwehren.

Traunreut: Toter und Schwerstverletzte bei Großbrand in Wohnhaus-Doppelhaushälfte
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Foto: FDLnews/BeMi

Update, Donnerstag, 13.40 Uhr:

Großalarm für die Feuerwehren am Mittwochabend im Permoserweg: Dort ist in einer Doppelhaushälfte ein Brand ausgebrochen, bei dem ein 79-jähriger Bewohner ums Leben kam. Seine 76-jährige Ehefrau wurde schwerst verletzt aus den Flammen gerettet und mit einem Hubschrauber in eine Fachklinik geflogen. Sie schwebt in Lebensgefahr.

Kurz vor 22 Uhr hatten Zeugen den Brand in dem Wohnhaus gesehen und einen Notruf abgesetzt. Bis zum Eintreffen der alarmierten Feuerwehren und Rettungskräfte stand das Haus im oberen Bereich bereits in Vollbrand. Den beiden Bewohnern, einem 79-jährigen Mann und seiner 76-jährigen Ehefrau, gelang es nicht mehr, das Haus selbständig zu verlassen.

Im Rahmen der Löscharbeiten konnten die Retter der Feuerwehr die 76-jährige Frau schwerst verletzt aus dem Gebäude retten. Sie wurde noch in der Nacht mit einem Rettungshubschrauber in eine Fachklinik geflogen und schwebt in Lebensgefahr. Für ihren 79-jährigen Ehemann kam leider jede Hilfe zu spät. Er konnte nur noch tot aus dem Haus geborgen werden.

Die Löscharbeiten der Feuerwehr gestalteten sich insbesondere wegen der auf dem Dach des Hauses installierten Photovoltaikanlage als äußerst schwierig. Zum Öffnen des Dachstuhls musste ein Kranwagen hinzugerufen werden. Erst am frühen Donnerstagmorgen gegen 4.30 Uhr morgens konnten die Löscharbeiten abgeschlossen werden.

Bilder vom Brandort:

Traunreut: Ursache nach Wohnhausbrand mit zwei Toten noch unklar
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Die Ursache des tragischen Wohnhausbrands Mitte Dezember in Traunreut mit zwei Toten ist noch unklar. (Fotos: FDL/BeMi)

Die Doppelhaushälfte wurde durch den Brand vollständig zerstört. Der Feuerwehr gelang es zwar, ein Übergreifen des Brandes auf die angrenzende Haushälfte zu verhindern. Diese wurde jedoch durch das Löschwasser stark in Mitleidenschaft gezogen. Der entstandene Sachschaden soll laut Polizei insgesamt im mittleren sechsstelligen Bereich liegen.

Nach Angaben des Einsatzleiters der Freiwilligen Feuerwehr Traunreut, Karl-Heinz Erhard, sei die Traunreuter Wehr am Abend um 21.57 Uhr von der Leitstelle alarmiert worden. Beim Eintreffen der Retter schlugen bereits die Flammen aus dem 1. Stock des Wohnhauses im Permoserweg aus den Fenstern. »Unsere zwei Atemschutztrupps haben vorbildliche Arbeit geleistet«, sagte der Einsatzleiter gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. Bei dem Einsatz wurden laut Erhard auch zwei Feuerwehrleute leicht verletzt.

Neben mehreren Streifenbesatzungen der Polizei waren die Freiwilligen Feuerwehren Traunreut, Stein an der Traun, Traunwalchen, Trostberg, Pierling und Matzing mit über 110 Einsatzkräften vor Ort. Unterstützt wurden sie von Kräften der Kreisbrandinspektion und der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung. Vom Bayerischen Roten Kreuz waren insgesamt 21 Kräfte, darunter der Einsatzleiter Rettungsdienst, zwei Notärzte, zwei Besatzungen Rettungswagen sowie die Schnelleinsatzgruppen Transport aus Traunreut und Traunstein am Brandort eingesetzt.

Ebenso wurde das Kriseninterventionsteam der Malteser alarmiert, das die Angehörigen des verstorbenen Hausbewohners und der Schwerverletzten betreute, sowie die Bewohner der benachbarten Doppelhaushälfte. Außerdem wurde das Helfer-Interventions-Team (HIT) des Kreisfeuerwehrverbands Traunstein verständigt, das bei belastenden Einsätzen für die Feuerwehr-Helfer kameradschaftliche Hilfe und Beistand leistet.

Die Kripo Traunstein hat noch in der Nacht die Ermittlungen aufgenommen. In den Vormittagsstunden des heutigen Donnerstags waren sowohl Brandermittler und Beamte der Spurensicherung am Brandort im Einsatz. Auch ein Sachverständiger des Bayerischen Landeskriminalamtes aus München wurde hinzugezogen. Zum derzeitigen Zeitpunkt liegen noch keine Hinweise zur Ursache vor.

red/ga/pv/fb

Erstmeldung, Donnerstagmorgen:

Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr Traunreut und umliegender Wehren wurden in den späten Mittwoch Abendstunden in den Permoserweg nach Traunreut alarmiert, nachdem gegen 22 Uhr über die Integrierte Leitstelle ein Brand in einem Wohnhaus gemeldet worden war.

Beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte stand das Obergeschoss der Doppelhaushälfte bereits in Vollbrand. Sofort wurde die Alarmierungsstufe erhöht, um weitere Kräfte zu mobilisieren. Zunächst galt es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen, um erste Suchtrupps ins Haus schicken zu können.

Es gelang den Feuerwehrkräften sehr schnell, das Feuer vorerst einzudämmen und in das Gebäude vorzudringen. Die Floriansjünger fanden darin eine schwerstverletzte Person und konnten diese über die Drehleiter ins Freie bringen und dem Rettungsdienst übergeben. Wenig später fand man einen weiteren Bewohner im Haus. Doch für diesen kam leider jede Hilfe zu spät: Die Retter konnten die Person nur noch tot aus den Flammen bergen.

Schwierig gestalteten sich daraufhin die weiteren Löscharbeiten. Das komplette Dach des Hauses war mit einer Photovoltaikanlage bedeckt. Deshalb war es den Ehrenamtlichen kaum möglich, an den mittlerweile auch in Vollbrand stehenden Dachstuhl zu gelangen. Auch das Übergreifen der Flammen auf die nebenstehende Doppelhaushälfte zu verhindern, wurde mit zunehmender Dauer immer schwieriger.

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Foto: FDL/BeMi

In den Nachtstunden wurde dann das Dach des Nachbargebäudes abgedeckt, um zumindest hier einen weiteren Vollbrand zu verhindern. Rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren waren bis tief in die Nacht im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu kriegen.

Neben den Feuerwehren aus Traunreut, Traunwalchen, Stein an der Traun, Matzing, Pierling und Trostberg, seien auch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung – UG-ÖEL Traunstein – und Vertreter der Kreisbrandinspektion am Einsatzort gewesen. Vom BRK waren die Schnelleinsatzgruppe Transport aus Traunreut und Traunstein, zwei Notärzte, zwei Rettungswagen sowie der Einsatzleiter Rettungsdienst vor Ort. Auch die Polizei ist mit mehreren Streifen sowie der Kriminalpolizei angerückt. Die Brandursache ist – bis jetzt – noch unklar. Die Kriminalpolizei führt die Ermittlungen.

red/ga/FDLnews