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Nach Unglück in Treuchtlingen: Maibaum hatte keine offensichtlichen Schäden

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Tödliches Maibaum-Unglück
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Rettungskräfte und Polizei sind neben einem Maibaum im Einsatz, dessen Spitze zuvor abgebrochen war. Foto: Patrick Shaw/Treuchtlinger Kurier Foto: dpa

Das Unglück hat in ganz Bayern für Entsetzen gesorgt: In Treuchtlingen bricht die Spitze eines gerade aufgestellten Maibaums ab und erschlägt eine dreifache Mutter. Offensichtliche Schäden hatte der Baum laut einem vorläufigen Gutachten nicht.


Treuchtlingen - Nach dem tödlichen Maibaum-Unglück im mittelfränkischen Treuchtlingen hat ein Gutachter bei einer ersten Sichtung keine offensichtlichen Schäden an dem Baum festgestellt. Der Sachverständige untersuchte am Vortag auch den Ort, an dem der Baum gefällt wurde, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Dabei konnten »keine offensichtlichen Hinweise festgestellt werden, welche zur Klärung des tragischen Unglückes führen«, hieß es im Bericht. Nun werde der Baum genauer begutachtet, was einige Wochen dauern werde. Mit einem endgültigen Gutachten sei nicht vor Anfang Juni zu rechnen. Damit ist auch noch unklar, ob der Baum von einem Pilz oder Schwamm befallen war, der von außen nicht erkennbar war.

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Kurz nach dem Aufstellen des Baumes am Montag war plötzlich dessen Spitze abgebrochen und hatte eine 29 Jahre alte Frau erschlagen. Ein Notarzt hatte der Mutter von drei Kindern nicht mehr helfen können. Ein dreijähriger Bub wurde verletzt.

Die Staatsanwaltschaft könne eine mögliche strafrechtliche Verantwortung erst auf Basis des abgeschlossenen Gutachtens bewerten, betonte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Er widersprach damit Aussagen der Polizeiinspektion Treuchtlingen. Diese hatte zuvor berichtet, der Stamm sei weder beim Fällen noch beim Aufstellen beschädigt worden und die Staatsanwaltschaft Ansbach werde kein Ermittlungsverfahren einleiten. Die Treuchtlinger Polizei sei jedoch nicht die sachbearbeitende Dienststelle und habe daher »nicht den aktuellen Sachstand der Ermittlungen«, sagte der Sprecher des Präsidiums. Ermittelt wird von der Ansbacher Kriminalpolizei.

Zu dem Unfall kam es im Treuchtlinger Ortsteil Wettelsheim (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen). Der dortige Kulturverein richtet das jährliche Maibaumfest aus. Der Baum stammte nach Angaben des Rathauses aus dem Stadtwald und wurde von Vereinsmitgliedern geschlagen, die Erfahrung mit dem Fällen von Bäumen haben.

dpa