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Nach zweimonatiger Zwangspause: Rückkehr in die Kitas und Schulen in Traunstein

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In den Kindertagesstätten und Grundschulen in Traunstein gingen die Türen und Fenster am Montag wieder auf: Alle Kinder durften in die Einrichtungen nach der Corona-bedingten Zwangspause zurückkehren. Auch an der Ludwig-Thoma-Grundschule stellte sich Normalität ein. (Foto: Pültz)

Traunstein – Groß war die Freude am Montag in den Gruppenräumen der Kindertagesstätten und in den Klassenzimmern der Grundschulen in Traunstein. Die Corona-bedingte Zwangspause, die rund zwei Monate dauerte, fand ein Ende. »Ich habe viele strahlende Gesichter gesehen – von Kindern und von Eltern«, sagte Elisabeth Namberger-Scholz, die Leiterin des Kindergartens Heilig Kreuz, im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt – und sie war nicht die Einzige, die diese Beobachtung machte.


Mitte Dezember hatten die Politiker das Land in den Lockdown geschickt. Auch Kindertagesstätten und Grundschulen mussten schließen. Nur eine Notbetreuung lief – vom Alltag, den so viele Kinder schätzen und lieben, war man jedoch weit entfernt. Jetzt beschlossen die Politiker, die Kitas und Grundschule wieder zu öffnen. Wenn aber die Inzidenz im Landkreis Traunstein wieder über 100 steigt – wenn also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen über die Marke 100 klettert –, dann schließen sie sofort wieder.

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»Nicht alle Eltern haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, dass sie jetzt wieder ihre Kinder bringen können«, erzählt Namberger-Scholz – nicht alle, aber fast alle. Ein großer Teil der Kinder sei gekommen, so Namberger-Scholz. So berichtet sie etwa, dass zum Beispiel in ihrer Gruppe 18 der 25 Mädchen und Buben zum Neustart ins Haus gekommen seien.

Ganz normal läuft der Betrieb nicht. Schließlich ist die Corona-Pandemie noch nicht überwunden. So haben Kinder und Erwachsene im Kindergarten Heilig Kreuz den aufgestellten Hygieneplan zu beachten – was zum Beispiel heißt, dass die Eltern nicht in das Gebäude kommen dürfen. »Die Kinder werden von den Erzieherinnen an der Tür abgeholt«, so Namberger-Scholz. Das Personal trage Masken, die Kinder nicht.

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Kitas wieder zu öffnen? »Ich bin zwiegespalten«, sagt Elisabeth Namberger-Scholz. Dass der Betrieb nun wieder weitergeht, sei für die »Eltern megawichtig«. Doch dass sich nun Mutationen im Lande ausbreiten, könne man nicht ausblenden. Vielleicht wäre es besser gewesen, so ihre persönliche Meinung, noch eine oder zwei Wochen zu warten.

»Die Kinder sind sehr begeistert hereinspaziert«, sagt Anita Rehrl, die den Pfarrkindergarten St. Oswald leitet. Soweit möglich laufe der Betrieb nun ziemlich normal. Wie auch schon in der Notbetreuung versuche das Kindergartenteam, alle Angebote zum Spielen und Basteln aufrechtzuerhalten. Gleichwohl seien aber die Hygienevorschriften zu beachten. So lauten die Vorgaben ihren Angaben zufolge unter anderem auch, immer wieder zu lüften und Hände zu waschen.

Ein warmes Mittagessen sei jetzt in der ersten Woche nach der Wiedereröffnung noch nicht im Angebot. In diesen Tagen müsse man zuerst einmal den Bedarf feststellen. Und wenn feststeht, wie viele Mittagessen gewünscht werden, dann steige man in der nächsten Woche wieder in dieses Angebot ein.

Froh ist Rehrl, dass nun die Doppelbelastung für die Erzieherinnen ein Ende gefunden habe. Denn in den vergangenen Wochen hätten sie nicht nur die Notbetreuung im Kindergarten übernommen, sondern außerdem auch noch die Mädchen und Buben, die zuhause geblieben sind, in E-Mails Anregungen zum Zeitvertreib gegeben und sie zum Beispiel zum Basteln angeleitet. Diese Betreuung zuhause falle jetzt weg.

»Es ist schön, wieder Kinder im Haus zu haben«, sagt Alexander Fietz, der Leiter der Ludwig-Thoma-Grundschule. Seinen Angaben zufolge freuten sich nicht nur die Mädchen und Buben, dass sie wieder zusammen die Schulbank drücken dürfen, sondern auch die Lehrer, dass sie nach all den Wochen der Distanz nun erneut in die Gesichter der Schüler blicken können – was den Unterricht erleichtere. »Wir müssen es behutsam angehen«, sagt Fietz. Die Lehrer hätten nun auch und gerade jetzt die Aufgabe zuzuhören. Schließlich haben die Kinder in den vergangenen Wochen seinen Angaben zufolge viel erlebt und wollen nun alles erzählen.

Wechselunterricht ist angesagt für die Grundschüler: Jede Klasse ist geteilt worden. An einem Tag darf die Gruppe a in die Schule gehen, am anderen die Gruppe b. Wer im Schulhaus ist, muss eine Reihe von Hygienevorschriften beachten. Unter anderem habe die Schule, so Fietz weiter, den Eingang vom Ausgang getrennt. Im Schulhaus habe man Wege markiert – und drinnen wie draußen gelte eine Maskenpflicht.

»Der Start ist gut gewesen. Alles hat geklappt«, sagte Karin Lehrberger-Scholz, die Leiterin der Grundschule Haslach, nach dem »ersten Schultag« nach langer Zeit. Die Lehrer hätten die Wiedereröffnung der Schule vorbereitet – und so sei dann alles wie am Schnürchen gelaufen. »Die Kinder haben sich total gefreut, dass sie wieder in die Schule gehen dürfen.«

Auch in der Grundschule Haslach ist jede Klasse geteilt. Einmal kommt die eine Gruppe ins Haus, einmal die andere. Und da wie dort ist nun jedoch – bei aller Freude über den neuerlichen Start – das Personal ganz besonders gefordert: Die Notbetreuung müsse, so Lehrberger-Scholz, nach wie vor gemacht werden. Und da komme dann unterm Strich für die Lehrer schon sehr viel zusammen. pü

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