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Weniger für den Einzelnen – dafür mehr für alle: Ab sofort gelten neue Fördersätze für Sanierungen. Die Energieagentur Südostbayern bietet zusätzliche telefonische Beratungstermine an. Die Nachfrage ist aktuell sehr hoch. Foto: M. Schuppich - Fotolia

Nachfrage nach Energieberatung angesichts der steigenden Energiekosten sehr hoch

Die Nachfrage nach Energieberatung ist angesichts der steigenden Energiekosten aktuell sehr hoch. Deshalb bietet die Energieagentur Südostbayern GmbH mit Sitz an der Maximilianstraße in Traunstein zusätzliche telefonische Beratungstermine an. »Dennoch muss mit Wartezeiten für einen Energieberatungstermin gerechnet werden«, teilte Geschäftsführerin Bettina Mühlbauer mit.


Kostenlos erhalten alle Bürger der Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein in der Energieberatung nähere Informationen zu nachhaltigem Bauen und Sanieren, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien. Anmelden kann man sich unter der Telefonnummer 0861/58 7039.

Ganz aktuell informiert die Beratungsstelle über die neue Sanierungsförderung der Bundesregierung, die sehr kurzfristig angeordnet worden sei, so Mühlbauer. Damit sollen zur Verfügung stehenden Steuermittel zielgerichtet eingesetzt und ein Förderstopp vermieden werden. Das heißt: weniger Geld für den Einzelnen, dafür für mehr Leute eine Förderung. Die ersten Änderungen treten ab sofort in Kraft: Die Förderung der Effizienzhaus-Sanierung ist nur noch als Kreditförderung möglich, die Zuschussförderung entfällt. Die nächste Stufe der Reform greift dann ab 15. August. Es wird die Förderung von Einzelmaßnahmen angepasst.

Die wichtigsten Änderungen laut Energieagentur zusammengefasst: die Förderung für Gasheizungen entfällt, der Austauschbonus (10 Prozent) wird zusätzlich für den Austausch von alten Gasheizungen gewährt, es gibt keine Zuschüsse mehr für Effizienzhaus-Sanierung (nur noch eine Kreditförderung), keine Kredite für Einzelmaßnahmen, nur noch Zuschussförderung, kein iSFP-Bonus (individueller Sanierungsfahrplan) mehr beim Heizungstausch und gekürzte Fördersätze bei allen Maßnahmen – drastisch bei Biomasse-Heizungen. Ziel der BEG-Reform ist laut Energieagentur Südostbayern, dass mit den vorhandenen Mitteln möglichst viele Sanierungen umgesetzt werden. Bei den Einzelmaßnahmen liege die Förderung künftig bei maximal 40 Prozent – allerdings betreffe dies nur den Einbau einer Wärmepumpe. Bei der Komplettsanierung auf eine bessere Effizienzhausstufe liege der Fördersatz künftig bei maximal 45 Prozent (inklusive Erneuerbare Energien/ Nachhaltigkeits-Klassen), beim Fenstertausch, Fassaden- oder Dachdämmung liegen die Fördersätze bei maximal 20 Prozent statt bisher 25 Prozent. »Drastisch sinken die Fördersätze für Biomasse-Heizungen – bisher waren bis zu 55 Prozent möglich, künftig beträgt hier die Förderung nur noch maximal 20 Prozent – der Öl- beziehungsweise künftige Gastauschbonus bereits inkludiert«, so Bettina Mühlbauer. Die Förderhöchstgrenze von 60.000 Euro je Wohneinheit bleibe bestehen.

»Weniger Energie zu verbrauchen ist der günstigste und effizienteste Beitrag zu mehr Unabhängigkeit und mehr Klimaschutz – auch ohne die sehr attraktiven Fördersätze aus den vergangenen Jahren lohnt sich eine Sanierung am Haus oder im Heizungskeller immer, sei es um den Wohnkomfort zu steigern, Kosten und Energie zu sparen oder mehr Unabhängigkeit zu erreichen«, so die Energieexpertin weiter.

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