Nadine Herrmann rückt in den Weltcup auf

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Sie darf nach ihren guten Leistungen in Gaalaa nun beim Weltcup in Lillehammer antreten: Skilangläuferin Nadine Herrmann. (Foto: DSV)

Mit starken Leistungen hatten am vergangenen Wochenende die deutschen Skilangläufer im Weltcup überzeugt (wir berichteten). Aber auch bei einem FIS-Rennen in Gaalaa (Norwegen) gab es erfreuliche Leistungen. Dies galt insbesondere für Coletta Rydzek (SC Oberstdorf) und Nadine Herrmann (Bockauer SV/Stützpunkt Ruhpolding). Beide dürfen nun am kommenden Wochenende beim Weltcup in Lillehammer (Norwegen) antreten – zumindest in ihrer Domäne, dem Sprint.


Darauf lag auch in Gaalaa der Fokus: Fünf vorwiegend »sprintorientierte« Langläuferinnen des DSV kämpften dort um zwei Plätze im Weltcup. Dabei war vereinbart worden, dass die Endplatzierung ausschlaggebend sein würde.

Im Prolog hatte noch Anne Winkler (SSV Sayda/7.) vor Rydzek (12.) und Herrmann (13.) das beste Ergebnis verbucht. Auch Lena Keck (TSV Buchenberg/16.) und Alexandra Danner (SC Lenggries/Stützpunkt/24.) hatten die Viertelfinals erreicht. In diesen kam nur Rydzek als Zweite weiter, wurde sogar Siegerin des Halbfinals und sicherte sich im Endlauf den 4. Platz.

Herrmann dagegen hatte Pech: Das Startsignal war sehr dumpf und klang wie ein »Rückruf« – die 25-Jährige blieb kurz stehen und ging als Letzte auf die kurvige Strecke, wo sie sich noch um drei Ränge verbesserte, aber als Dritte eben knapp ausschied. »Auch Anne Winkler ging es ähnlich«, berichtet Stützpunkt-Trainer Frank Nitsch. Letztlich wurde Herrmann 14. vor Keck und Winkler, Danner belegte den 24. Platz.

Erfreulich präsentierten sich Herrmann (6./+ 31,6 Sekunden) und Rydzek (9./+ 37,9) aber auch über 10 km in klassischer Technik. Hier setzte sich Silje Theodorsen (25:46,0 Minuten) vor Silje Öyre Slind (+ 12,3) und Harsem (alle Norwegen/+ 18,3) durch. Rang 38 erkämpfte Danner (+ 2:05,8 Minuten), Rang 42 ging an Winkler (+ 2:15,1).

»Sie hatten gutes Material, die Spur war sehr gut und es gab festen Neuschnee. Aber Nadine und auch Coletta haben den guten Ski auch richtig gut genutzt«, lobt Nitsch. Anne Winklers Leistung sei »im Rahmen ihrer Möglichkeiten« gewesen, »bei Alexandra Danner hatten wir ein bisschen mehr erhofft«.

Sogar besser als erhofft lief es im Weltcup für das deutsche Team – und dabei auch für zwei Skilangläufer aus dem Stützpunkt. »Dass zwei Frauen und drei Männer schon nach dem Weltcup-Auftakt die Olympia-Qualifikation komplett geschafft haben, gab es schon lange nicht mehr im deutschen Skilanglauf.« Freuen durften sich über die Norm (ein Platz unter den Top 8 oder zwei unter den Top 15) Jonas Dobler (SC Traunstein) und Lucas Bögl (SC Gaißach/beide Stützpunkt Ruhpolding). Dass Dobler über 15 km klassisch (15.) gut mitgemischt hatte, war wenig überraschend, dass er mit Rang 14 im Skating nachlegen konnte, sehr erfreulich. Bögl hatte in klassischer Technik (19.) schon seine gute Form angedeutet: »Das war stark, zumal er auf der ersten Runde einen Sturz hatte.« Für den Skating-Spezialisten ging es im 15-km-Verfolgungslauf auf Rang 7 vor – er hatte dabei sogar die drittbeste Skating-Zeit erzielt. »Auch wenn die Norweger verzichtet haben: Das war richtig stark – und ich bin mir sicher, er hätte es auch mit den Norwegern mindestens unter die Top 8 in der Einzelzeit geschafft«, lobt Nitsch. Dies gelang auch noch Friedrich Moch (24. KT/18. Verfolgung), der im Skating die siebtbeste Zeit erreichte – und damit die Norm ebenfalls erreicht hat.

Bei den Damen zeigte Katharina Hennig (WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) als Dritte über 10 km klassisch ein »Wahnsinnsrennen«, ist Nitsch begeistert. Die 25-jährige schaffte ebenso die Olympia-Norm wie Victoria Carl (SCM Zella-Mehlis), zudem hat Pia Fink (SV Bremelau/15. der Verfolgung) eine halbe Norm.

Das freut Nitsch – für den gesamten deutschen Skilanglauf, aber besonders für den Stützpunkt: »Das bestätigt unsere Philosophie.«

Das soll nun auch im Continentalcup (COC) geschehen. Für diesen gab es ein Kernteam, zusätzlich wurden nun Qualifikationsrennen in Santa Caterina (Italien) ausgetragen. »Das war sehr gut besetzt, es waren über 20 Nationen am Start. Die Norm war extrem hoch gesetzt: Ursprünglich galt nur ein Top-6-Platz als sichere Qualifikation«, betont Nitsch.

Was umso anspruchsvoller war, »weil die Italiener und Franzosen teilweise noch Plätze für ihre Weltcup-Teams ausgelaufen sind.« Über 15 km Freistil lag der Gesamtzweite der Tour de Ski, Maurice Manificat, klar vorn. »So einen schlägst du als COC-Qualifikant nicht«, weiß Nitsch.

Doch als Sechster sicherte sich Andreas Katz (SV Baiersbronn) direkt die Norm, Albert Kuchler (SpVgg Lam/beide Stützpunkt) erhielt als Achter per Trainerentscheid die Startberechtigung für den COC. Gut hielten sich auch ihre Stützpunkt-Kollegen Josua Strübel (SC Seebach/28.) und Paul Gräf (WSV Asbach/32.) im Feld der 92 Teilnehmer, »aber leider war der Cut eben sehr streng«. Das Duo verfehlte den COC, für den im Kernteam schon Anian Sossau (SC Eisenärzt) und Florian Knopf (SLV Bernau) gesetzt waren.

Bei den Damen waren Danner, Winkler, Keck sowie Lisa Lohmann (WSV Oberhof) und Amelie Hofmann (WSV Isny) gesetzt. Über 10 km Freistil qualifizierten sich dazu in Santa Caterina auch Katherine Sauerbrey (SC Steinbach-Hallenberg) als Vierte sowie per Trainerentscheid Kim Hager (SC/TV Gefrees) vom Stützpunkt Ruhpolding als Achte. Für die erst 20-jährige Charlotte Koch (SSV Erfurt) reichte ihr guter 22. Platz nicht, auch die gleichaltrige Sophie Lechner vom TSV Marquartstein (27.) erhielt diesmal keinen Platz im COC-Aufgebot.

Dieses Aufgebot soll nun in Goms gute Leistungen bringen. Nitsch hofft natürlich auch, dass das Stützpunkt-Duo der Männer im Weltcup an die Leistungen des Saisonauftakts anknüpfen kann und sich Nadine Herrmann auch in »Gaalaa-Form« zeigt ...

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