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Nächster Comeback-Coup der Bamberger Basketballer

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Brose Bamberg - Olympiakos Piräus
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Bambergs Nikolaos Zisis (r) setzt sich Brian Roberts von Olympiakos Piräus durch. Foto: Nicolas Armer Foto: dpa

Vor einem Jahr gaben die Bamberger in der Euroleague noch regelmäßig große Vorsprünge aus der Hand. Aktuell sind es just die Franken, die beachtliche Happy-End-Storys in der Königsklasse schreiben. Gegen Piräus war ein italienischer Defensiv-Experte entscheidend.


Bamberg (dpa) - Als die nächste famose Bamberger Comeback-Geschichte in der Euroleague langsam Gestalt annahm, musste Andrea Trinchieri lachen. Der stets angespannte und schwitzende Coach drehte sich vom Court weg, blickte auf die Auswechselbank und das Grinsen wurde breiter.

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Ausgerechnet sein Center Augustine Rubit hatte Augenblicke zuvor einen Drei-Punkte-Wurf versenkt und »das Spiel komplett auf den Kopf gestellt«, sagte Trinchieri. Am Ende jubelten die Bamberger über ein 67:65 (32:40) gegen das Spitzenteam von Olympiakos Piräus, das zuvor in der Basketball-Königsklasse nur zwei Spiele verloren hatte.

Mit sechs Siegen aus bislang zwölf Vorrundenspielen sind die Franken weiter im Rennen um die erstmalige Teilnahme an den Playoffs. Den beachtlichen Auftakt hat der Bundesliga-Serienmeister aber weniger der spielerischen Extraklasse zu verdanken - gegen Piräus etwa klappte über weite Strecken in der Offensive wenig und selbst vermeintlich einfachste Körbe wurden verpasst. Dafür zeigte sich einmal mehr, dass die im Sommer neu zusammengestellte Mannschaft kämpfen kann. »Ein weiterer, unglaublicher Sieg...«, fand Trinchieri.

»Wir haben gelitten, aber meine Spieler fanden den richtigen Weg«, lobte der Coach. »Sie haben an sich selbst geglaubt, extra Energie freigesetzt und das Spiel gewonnen.« Angespornt vom überragenden Defensivspiel des Italieners Daniel Hackett machten die Hausherren einen Zwölf-Punkte-Rückstand aus dem dritten Viertel wett. Im Finish zog Brose dank eines 15-Punkte-Laufs von 52:62 auf 67:62 davon.

Für die Bamberger war dies nicht die erste Happy-End-Geschichte nach einem schwierigen Spiel: Gegen den FC Barcelona holte Brose 26 Punkte auf, gegen Valencia 16 Zähler. In der Vorsaison waren es noch die Franken, die mehrmals große Vorsprünge vergeben hatten. So bleibt der Einzug unter die besten acht Teams des Kontinents realistisch.

»Das war wieder groß«, sagte Bambergs Topscorer Dorell Wright (20 Punkte) am Mikrofon von Telekom Basketball. »Daniel war groß, Ruby war groß.« Vor allem Hackett stach hervor, der in der entscheidenden Phase in der Abwehr überragte und die Piräus-Stars um Vassilis Spanoulis und den besten Scorer Georgios Printezis (12) zur Verzweiflung brachte. »Das Momentum war plötzlich bei uns«, erkannte Trainer Trinchieri zu der entscheidenden Szene, als Rubit von der Dreierlinie zum 65:62 traf und den Coach verblüffte.

Letztlich aber war es die Abwehr um Hackett, die den Griechen in den letzten sechs Minuten nur drei Punkte - durch Ex-Brose-Profi Janis Strelnieks - gestattete. Als der Triumph perfekt war, konnte Hackett die Freudentränen im Kreis der Teamkollegen nicht mehr zurückhalten.

Am Sonntag muss Bamberg in der Bundesliga nach Oldenburg. In der Euroleague sind sie am 19. Dezember zu Gast bei Žalgiris Kaunas.

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