weather-image
14°
«Tiefer geht es nicht»

Nächstes Pokal-Aus für krisengeplagten Klopp

Acht Tage, drei Niederlagen und zwei verspielte Titel: Der FC  Liverpool steckt in der wohl größten Krise seit Jürgen Klopps Amtsantritt. Der Trainer wird für seine Aufstellung kritisiert und übernimmt die Verantwortung für das peinliche Aus im FA Cup.

Jürgen Klopp
Liverpool-Coach Jürgen Klopp steht nach dem Pokal-Aus gegen die Wolverhampton Wanderers in der Kritik. Foto: Peter Byrne Foto: dpa

Liverpool (dpa) - Nach dem blamablen Aus im FA Cup steht dem stark in die Kritik geratenen Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool eine Saison ohne Titel bevor. 

Anzeige

Das 1:2 gegen Zweitligist Wolverhampton Wanderers war für die Reds nicht nur die dritte Niederlage in Serie und das zweite Pokal-Aus innerhalb von gerade einmal vier Tagen, sondern auch Anlass für schwere Angriffe gegen Klopp. Dass der deutsche Trainer im Pokal mehrere Stammspieler schone, «zeige mangelnde Kenntnis der Tiefe des englischen Fußballs und mangelnden Respekt», twitterte Ex-Stürmerstar Gary Lineker während der Viertrundenpartie.

Nach der Partie legte Lineker nach: «Du bist raus aus zwei Wettbewerben. War es das wert?» Erst vor drei Tagen waren die Reds im Ligapokal gescheitert. Klopp gestand nach der Pleite eigene Fehler ein und nahm die Schuld auf sich. «Ich bin verantwortlich für die Aufstellung. Ich darf nicht einzelne Spieler kritisieren», sagte der 49-Jährige dem TV-Sender BT Sport. Angesichts von zehn Punkten  Rückstand in der Liga und keiner internationalen Teilnahme sind die Titelträume des FC Liverpool in dieser Spielzeit mit dem doppelten Pokal-K.o. quasi geplatzt.

Beim 1:2 gegen die Wolves erwischte Klopps Elf einen Fehlstart und geriet schon in der ersten Minute in Rückstand. Auch die in der zweiten Halbzeit eingewechselten Philippe Coutinho, Daniel Sturridge und Emre Can konnten die Niederlage nicht mehr verhindern. Divock Origis Anschlusstreffer (86.) kam zu spät. «Wir waren sehr schlecht.  Wir sind schlecht gestartet und danach nicht wirklich besser geworden», kritisierte Klopp. 

Für den ehemaligen BVB-Coach stellt das 1:2 eine Zäsur in seiner gut 15-monatigen Amtszeit dar. «Wenn jemand fragt, ob das der Tiefpunkt meiner Zeit in Liverpool bis jetzt ist - ich weiß es nicht. Aber wenn es der Tiefpunkt ist, ist es ein perfekter Moment, die Dinge umzudrehen, denn tiefer geht es nicht», erklärte Klopp. Als nächster  Gegner in der Liga wartet ausgerechnet Tabellenführer FC Chelsea am Dienstag.

Anders als der FC Liverpool waren die Topclubs FC Arsenal, Chelsea, Manchester City und Tottenham Hotspur im FA Cup erfolgreich. Arsenal setzte sich dank Danny Welbeck (15./22.) und Theo Walcott (35./69./84.) auch ohne Mesut Özil mit 5:0 (3:0) beim FC Southampton durch. Per Mertesacker stand erstmals in dieser Saison im Kader, kam aber nicht zum Einsatz.

Man City siegte ohne Sergio Agüero und Kevin De Bruyne souverän mit 3:0 (1:0) bei Premier-League-Konkurrent Crystal Palace. Für das Team des Ex-Bayern-Trainers Pep Guardiola trafen Raheem Sterling (43. Minute), der Ex-Schalker Leroy Sané (71.) und Yaya Touré (90.+2).  Guardiola lobte den Ivorer als «außergewöhnlichen Spieler» und erklärte zum ungefährdeten Auswärtserfolg: «Wir sind eine Runde weiter und sind sehr erfreut darüber.»

Tabellenführer FC Chelsea gab sich beim 4:0 (2:0) gegen den FC Brentford keine Blöße. Gegen den Zweitligisten waren Willian (14.), Pedro (21.), Branislav Ivanovic (69.) und Michy Batshuayi (81./Foulelfmeter) für die Blues erfolgreich. Stammkräfte wie Eden Hazard und Diego Costa blieben auf der Bank. Beim Stadtrivalen Tottenham Hotspur wäre dies ohne Topstürmer Harry Kane beinahe schiefgegangen: Die Spurs gewannen nach zweimaligem Rückstand mit 4:3 (0:2) gegen Viertligist Wycombe Wanderers. Heung-Min Son sicherte den Spurs mit seinem zweiten Treffer erst in der siebten Minute der Nachspielzeit das Weiterkommen.

Infos zum FA Cup

Gary Lineker auf Twitter

Klopp-Stimmen bei Sky Sports