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NBA-Showdown in Miami - Spurs vergeben Titelchance

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Superstar
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LeBron James (r) führte Miami Heat mit 32 Punkten, elf Assists und zehn Rebounds zum Sieg. Foto: Larry W. Smith Foto: dpa
Automatismus
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Ray Allen fängt den Ball Sekunden vor Schluss, macht den Schritt hinter die Dreier-Linie und wirft. Foto: Larry W. Smith Foto: dpa
Wurf
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Allen hat freie Sicht zum Korb und lässt den Ball fliegen, Parker vermeidet das Foul. Foto: Rhona Wise Foto: dpa
Drin
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Der Dreier des besten Distanzschützen der NBA-Geschichte landet zum 95:95 im Korb. Foto: Rhona Wise Foto: dpa
Explosion
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Die Halle steht nach dem Allen-Ausgleich Kopf, die Titelpleite ist vorerst abgewendet. Foto: Larry W. Smith Foto: dpa
Unverständlich
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Spurs-Coach Gregg Popovich entschied sich kurz vor dem Ende für eine Aufstellung ohne Tim Duncan. Foto: Larry W. Smith Foto: dpa
Unnachgiebig
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Der Einsatz von Chris Andersen an den Brettern ist ein Schlüssel für Miamis Comeback. Foto: Kevin C. Cox Foto: dpa
Gerettet
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Bosh, Wade und James haben sich ins alles entscheidende Spiel um die Meisterschaft gerettet. Foto: Rhona Wise Foto: dpa
Artisitisch
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Dwyane Wade versucht aus jeder Lage zu punkten - auch mit dem Rücken zum Korb. Foto: Larry W. Smith Foto: dpa
Block
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Chris Bosh (l) blockt in der Verlängerung den letzten Versuch von Danny Green. Foto: Rhona Wise Foto: dpa
Hart
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Tony Parker und die Spurs haben nur wenig Zeit, die ausgelassene Chance zu verdauen. Foto: Larry W. Smith Foto: dpa
Geknickt
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Manu Ginobili enttäuschte nach seinem Superspiel in San Antonio und machte allein acht Turnover. Foto: Rhona Wise Foto: dpa

Miami (dpa) - Der Schock über das vorerst verpasste Happy End im Thriller um den NBA-Titel saß bei den San Antonio Spurs tief. Die Routiniers vertendelten in der letzten Minute ihren Vorsprung und verloren nach Verlängerung mit 100:103 gegen den amtierenden Champions Mimai Heat.


»Wir waren ein paar Sekunden davon entfernt, die Meisterschaft zu gewinnen und haben es einfach hergegeben«, stellte Manu Ginobili frustriert fest.

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In einer dramatischen Schlussphase wendete Miami 5,2 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit die Niederlage gerade noch ab, als Ray Allen mit einem Drei-Punkte-Wurf für den Ausgleich und damit die Verlängerung sorgte. Viele Heat-Fans hatten da schon die Halle verlassen und der Pokal stand am Spielfeldrand für die Meisterfeier der Spurs bereit.

»Wir haben die Trophäe gesehen. Und da wussten wir, warum wir bis zur Schlusssirene kämpfen müssen«, sagte James. »Das haben wir dann getan. Wir haben alles gegeben und ein bisschen mehr.«

Für Diskussion sorgte hinterher die Entscheidung von Spurs-Coach Gregg Popovich, Tim Duncan in der entscheidenden Szene auf der Bank zu lassen. Der Center fehlte beim Offensiv-Rebound der Heat unter dem Korb. Außerdem vermieden die Spurs ein Foul vor dem Wurf. »Wir tun so was nicht«, sagte Popovich.

Im dritten Viertel hatten die Spurs, die in ihrer Clubgeschichte viermal den NBA-Titel gewannen, bereits mit 13 Punkten in Führung gelegen. Bester Werfer bei Titelverteidiger Miami war James mit 32 Punkten, elf Assists und zehn Rebounds. Bei den Spurs kam Tim Duncan auf 30 Punkte.

Es fehlte allerdings die Unterstützung von Danny Green und Ginobili, die an ihre Leistung im fünften Spiel nicht anknüpfen konnten. Ginobili leistete sich acht Turnover und Green kam auf schwache drei Punkte. Zudem ließ sich der Dreier-Spezialist bei der letzten Aktion des Spiels von Bosh blocken. Tony Parker (19) war da schon nicht mehr auf dem Feld.

Die Titelentscheidung fällt nun im letzten Spiel der Serie im ausverkauften American Airlines Arena von Miami. Der Titelverteidiger aus Florida ist nach dem Last-Minute-Sieg psychologisch im Vorteil. Für Miami spricht auch, dass seit 1985 noch kein NBA-Team ein siebtes Finale auswärts gewinnen konnte. Die enttäuschten Spurs aus San Antonio schöpfen Hoffnung aus der Tatsache, dass es nur drei Teams schafften, die letzten beiden Heimspiele einer Finalserie zu gewinnen.

Die Heat konnten ihr Glück kaum fassen und feierten überschwänglich. »Unsere Jungs wollen keine Spiele, die nicht bedeutend sind. Wir schauen nach Spielen, die bedeutend sind und es gibt nichts, was größer ist als Spiel sieben«, tönte Chefcoach Erik Spoelstra nach dem Krimi.

Superstar James war erst im Schlussviertel so richtig in Fahrt gekommen. 18 Punkte warf der wertvollste Spieler der Saison in den letzten Minuten und der Verlängerung. Dass der 2,03-Meter-mann während des Spiels sein Stirnband verlor, schien ihn zu beflügeln. »Da war mit klar: Wenn wir schon untergehen müssen, würde ich mein letztes bisschen Energie auf dem Feld lassen«, sagte der 28-Jährige.

30 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit lag Miami noch mit fünf Punkten im Rückstand, riss die Partie dann aber aus dem Feuer. »Das war mit Abstand das beste Spiel, an dem ich je teilgenommen habe. Die Aufs und Abs, die Achterbahnfahrt, die Emotionen das ganze Spiel über. Ein Teil von so etwas zu sein ist das, was du nie wieder zurückhaben kannst, wenn du einmal mit dem Spielen aufgehört hast«, meinte James mit viel Pathos.

»Ich weiß nicht, was im Schlussviertel und in der Verlängerung los war. Unsere Würfe gingen einfach nicht rein. Das ist eine riesengroße Enttäuschung«, ärgerte sich Duncan. Sein Mitspieler Tony Parker blickte nach vorn. »Jetzt haben wir keine Wahl. Wir müssen zurückkommen und die zweite Chance nutzen.«

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