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Negativrekord droht: FCN will »Depression« vermeiden

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Verbeek
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Nürnbergs Trainer Gertjan Verbeek wartet immer noch auf den ersten Sieg seines Teams. Foto: Rolf Vennenbernd Foto: dpa

Nürnberg (dpa) - Solch einen Rekord will kein Fußball-Bundesligist in seinen Geschichtsbüchern stehen sehen. Nach 14 Saisonspielen wartet der 1. FC Nürnberg noch immer auf den ersten Sieg.


Klappt es auch am Freitag gegen Mainz 05 nicht, hätten die leidensfähigen Franken Einmaliges in der Ligahistorie geschafft: Mehr als 15 Partien benötigte noch nie ein Verein für den ersten Dreier. »Man braucht Erfolge, um Selbstvertrauen zu bekommen. Aber wir haben bisher wenig Erfolg gehabt«, gestand FCN-Trainer Gertjan Verbeek.

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Seit sechs Wochen werkelt der kantige Niederländer fieberhaft an der sportlichen Wende, die einfach nicht gelingen will. »Ein Nachteil in unserer Situation ist, dass wir Zeit brauchen«, weiß er. Anstatt Zeit gab es nun aber eine verkürzte Trainingswoche, mit der sich der 51-Jährige anfreunden musste. Bei den Chefs um Sportvorstand Martin Bader ist sowieso längst die Winterpause in den Fokus gerückt, in der mit einigen Zugängen und dem von Verbeeks Vorgänger Michael Wiesinger aussortierten Hanno Balitsch ein Neustart anvisiert wird.

Vorher stehen mit den Heimspielen gegen Mainz und Schalke sowie dem Auswärtsauftritt in Hannover aber noch drei Partien an. Weder in der niedersächsischen Landeshauptstadt noch gegen Schalke können die Franken realistisch betrachtet auf viele Punkte spekulieren.

Deshalb zählt es gegen den Tabellenachten umso mehr. »Natürlich sagen jetzt alle im Umfeld: Gegen die Mainzer müssen wir gewinnen, aber dieses Spiel wird alles andere als ein Selbstläufer«, bekannte Bader. Verbeek setzt seine Hoffnungen auch in die schlechten Mainzer Comeback-Qualitäten: »Wenn sie hinten lagen, haben sie nur einmal Unentschieden gespielt. Wir müssen also in Führung gehen.«

Gerade das aber könnte zur echten Schwierigkeit werden. Mit nur 13 Treffern haben die Nürnberger direkt nach den bisweilen überforderten Aufsteigern aus Braunschweig (8) die schwächste Offensive in der ganzen Eliteklasse. Umso häufiger trafen die Franken dafür schon ans Aluminium. »Ich habe gefragt, ob es auch Tore ohne Latte und Pfosten gibt. Aber die sind nicht da«, scherzte Verbeek. Und ließ in dieser Woche dementsprechend üben: Am Torabschluss, am Spielaufbau und »wie wir uns durchsetzen wollen«, berichtete der 51 Jahre alte Coach.

Bei den Rheinhessen wird erneut Loris Karius anstelle des wieder spielberechtigten Christian Wetklo im Tor stehen. Offen bleibt, ob Nicolai Müller nach seiner Knöchelverletzung in die Startelf zurückkehrt. Die Nürnberger Abstiegsanwärter bangen um Routinier Markus Feulner, der wegen einer Grippe kürzertreten musste; auch Mittelfeld-Youngster Niklas Stark ist angeschlagen. Aber wer auch immer aufläuft, wer auch immer ausfällt - Zeit für weitere Ausreden und Durchhalteparolen haben die Nürnberger sowieso nicht.

Der Abstand zum ersten Nichtabstiegsplatz beträgt bereits drei Punkte, die auf Platz 14 platzierten Hoffenheimer sind gar schon um sechs Zähler davongezogen. Der mächtige Manager Bader warnte seine Nürnberger im »Kicker« schon vor einer »richtigen Depression«, wenn auch gegen Mainz wieder kein Heimsieg gelingen sollte. 1860 München (1977/78) und der MSV Duisburg (1994/95), die ebenfalls zum Start 14 Spiele sieglos geblieben wwaren, schafften im 15. Anlauf immerhin die Wende. Trotzdem ein Schlechtes Omen: Am Ende stiegen beide Clubs ab.

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