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»Nehmt euch Zeit, glücklich zu sein«

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Verstarb im Alter von 36 Jahren: Franziskanerbruder Claudius Namyslo. Foto: Archiv/Wechslinger

Berchtesgaden – Zum Abschied hat er meistens gesagt: »Nehmt euch Zeit, glücklich zu sein.« Manchmal auch: »Hakuna Matata, es gibt keine Probleme.« Jetzt heißt es, Abschied für immer zu nehmen. In der Nacht auf Montag ist der beliebte Franziskanerbruder Claudius Namyslo gestorben. Im Alter von gerade einmal 36 Jahren.


Er liebte seine Berchtesgadener, er liebte das Berchtesgadener Land. Jeder mochte Bruder Claudius, den »kleinen Mönch«. Egal, ob jung oder alt. Mit seinem Charme, seiner Warmherzigkeit und seinem Humor fand er leicht Zugang zu den Menschen.

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Seine Weltoffenheit und sein Esprit machten den Franziskaner zu einem angenehmen Gesprächspartner. Er machte gern Witze, auch mal derbe. Genauso gut konnte man mit Bruder Claudius aber auch über tief greifende theologische Themen philosophieren.

Als Bruder Claudius Namyslo (Ordo Fratrum Minorum) OFM vor zwölf Jahren aus Oberschlesien in das Franziskanerkloster gekommen ist, war das eine große Bereicherung für das Kloster im Markt. Voller Tatendrang und bescheidener Offenheit gelang es dem damals erst 25-jährigen Kirchenmann, das Vertrauen vieler Berchtesgadener zu gewinnen.

Unvergessen bleiben die Klosterfeste im herrlichen Garten oder die liebevoll gestalteten Adventsmärkte. War das Kloster früher eher ein von der Welt abgeschotteter Platz, so schaffte es der junge Mönch zusammen mit dem damaligen Prior Bogdan und Mesner Andreas Aczel, die Klostermauern für viele dankbare Mitmenschen zu öffnen.

Mit großer Liebe richtete Frater Claudius auch stets das Kircheninnere zu den großen Kirchenfesten her. Ein besonderes Steckenpferd des Verstorbenen war in jedem Jahr die herrliche große Krippe unmittelbar vor dem Altar.

Die Familie von Bruder Claudius holte ihren Sohn zurück nach Krappitz, wo er im Familiengrab seine letzte Ruhestätte finden wird. Keine drei Jahre nach Pater Cölestin, den Claudius bis zum Schluss liebvoll gepflegt hat, ist der Frater jetzt zurück in seiner polnischen Heimat.

Alle, die ihn kannten, werden Claudius nie vergessen. cw/cfs