Neubau eines Betriebsgebäudes am Bergfriedhof – Behindertengerechtes Container-WC als Zwischenlösung

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Hier, an der Außenwand der Aussegnungshalle am Bergfriedhof, will der Friedhofsverband als Containerlösung ein behindertengerechtes WC aufstellen, bis die neue Toilettenanlage fertig ist. (Fotos: Ulli Kastner)
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An die Stelle des alten Wohnhauses soll ein neues Betriebsgebäude für den Bergfriedhof kommen. Doch das Projekt verzögert sich.

Schönau am Königssee – Eigentlich hätte man mit dem Abbruch des alten Wohnhauses und dem Neubau eines Betriebsgebäudes am Bergfriedhof längst beginnen wollen. Doch der Startschuss für das Projekt, das auch den Einbau einer behindertengerechten Toilettenanlage vorsieht, verzögert sich. Im Friedhofsverband Berchtesgaden beschloss man deshalb am Mittwoch mit 5:3 Stimmen als Übergangslösung die Errichtung einer behindertengerechten temporären WC-Anlage im Innenhof südlich der Aussegnungshalle.


Als »unerfreulich« bezeichnete Marktbürgermeister Franz Rasp den Sachstand in punkto Neubau eines Betriebsgebäudes. Grund für den Unmut des Rathauschefs war die Tatsache, dass es im Rahmen des Genehmigungsverfahrens »schon wieder eine Prüfung gibt«. Aktuell prüft die Regierung von Oberbayern für das Landratsamt den Brandschutz. »Eine Genehmigung ist also nicht in Aussicht, außerdem können die Baufirmen wegen Problemen bei der Materialverfügbarkeit kaum kalkulieren«, sagte Rasp. Das ist vor allem deshalb ärgerlich, weil man im Rahmen des Projekts auch möglichst schnell behindertengerechte Toiletten errichten wollte. Die aktuelle Toilettenanlage liegt unterhalb der Aussegnungshalle und ist nur über Treppen erreichbar.

Abweichend von den bisherigen Plänen, schlug die Verwaltung deshalb vor, im Innenhof auf der Südseite der Aussegnungshalle als Containerlösung eine temporäre behindertengerechte Toilette zu errichten, bis der Ersatzbau fertig ist. Inklusive der Anschlüsse, aller Arbeiten und der Miete koste das rund 15 000 Euro im Jahr. Wenn man die Anlage bis Herbst nächsten Jahres benötige, dann wären das insgesamt circa 20 000 Euro. »Diejenigen, die Treppen steigen können, sollten weiterhin das bestehende Klo nutzen«, sagte Rasp. Der Bürgermeister geht davon aus, dass bis September die Produktionskapazitäten bei den Firmen wieder besser werden.

»Das investierte Geld werden wir durch dann verbesserte Kalkulationsgrundlagen wieder hereinholen«, so der Rathauschef. Der geht davon aus, dass das neue Betriebsgebäude dann im Herbst nächsten Jahres fertig sein könnte, wenn man im Frühjahr 2022 mit den Bauarbeiten beginnen kann.

Nicht einverstanden mit dieser Ersatzlösung zeigten sich allerdings die drei Bischofswieser Verbandsräte, die gegen den Vorschlag stimmten. Alexander Cramer attestierte der Verwaltung zwar, dass der Grundgedanke gut sei. »Aber ich befürchte, dass dann der Druck weg und das Projekt immer weiter hinausgeschoben wird«. Das bestätigte Oliver Schmidt, der nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung die Position der Bischofswieser Verbandsräte formulierte. »Die Toilettensituation ist seit Jahren bekannt und es ist bislang nichts passiert«, kritisierte er. »Jetzt sollte man sich lieber das Geld für die provisorische Toilettenanlage sparen in der Hoffnung, dass dann das Betriebsgebäude mit den entsprechenden Toiletten zügig realisiert werden kann.« Immerhin einstimmig war dann der Beschluss, dass ein Baubeginn für Frühjahr 2022 und eine Fertigstellung für Herbst 2022 anzustreben ist.

Im neuen Betriebsgebäude sind Lagerräume für Kleinwerkzeuge und Unterstellplätze für Fahrzeuge geplant. Das neue WC im Erdgeschoss soll für jeden zugänglich sein. Zudem sind Wasch- und Sozialräume vorgesehen. Architekt Hans Angerer will das Gebäude mit hohen Fenstern und einem steilen Dach stilistisch an die Aussegnungshalle anpassen. Die Gesamtkosten betragen rund 1,4 Millionen Euro. Im aktuellen Haushaltsplan des Friedhofsverbandes (eigener Artikel folgt) sind für heuer 188  000 Euro eingeplant. Damit sind nun auch die Kosten für die temporäre WC-Anlage abgedeckt. Ulli Kastner