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Neue Fischzuchtanlage am Kainbach

Berchtesgaden - Die Fischzuchtanlage am Kainbach in der Unterau ist jetzt offiziell in Betrieb. Der Fischereiverein Berchtesgaden-Königssee hatte zur Einweihung viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens eingeladen und alle sind gekommen. Der Präsident des Fischereiverbandes Oberbayern, Alfons Blank, war von der Anlage begeistert und bezeichnete den Verein als einen der besten in ganz Bayern.

Zunächst fand eine Feierstunde für geladene Gäste statt. Dabei weihte Dekan Peter Demmelmair die Anlage. Aus den Reden der Ehrengäste ging die Wichtigkeit des Fischereivereins im Hinblick auf eine nachhaltige Gewässerbewirtschaftung hervor. Vorstand Siegfried Lenz erinnerte in seiner Festrede an die Anfänge und Bautätigkeiten am Kainbach und drückte seine große Freude über das Geschaffene aus. Der Fischereiverein kümmert sich nachhaltig um die Hege seiner Gewässer und sorgt für den Erhalt heimischer Fischbestände wie Seesaibling, Äsche, Bachforelle und Kleinfische wie Elritze und Mühlkoppe. Sogar Süßwasserkrebse wurden am Hintersee wieder angesiedelt.

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Fischereivereins-Vorstand Siegfried Lenz wies mit berechtigtem Stolz auf die am Kainbach entstandene Fischzucht hin. Als man vor knapp fünf Jahren mit dem Bau begonnen habe, hätte sich wohl niemand in seinen kühnsten Träumen vorstellen können, was am Kainbach entstehen werde, befand der Vorstand. An die 20 000 Stunden seien von Vereinsmitgliedern in die Fischzuchtanlage investiert worden, erklärte Lenz. Als Mann der ersten Stunde sei der damalige Marktbürgermeister Rudolf Schaupp dabei gewesen, der den Fischereiverein stets unbürokratisch unterstützt habe. Diese Unterstützung wurde durch Bürgermeister Franz Rasp fortgesetzt, den Lenz ebenso begrüßte wie Landratstellvertreter Schaupp und die Bürgermeister aller fünf Gemeinden. Schließlich berührten die Gewässer auch alle fünf Gemeindegebiete.

Der oberbayerische Fischer-Präsident Alfons Blank gratulierte dem Verein zur neu geschaffenen Fischzuchtanlage und zu einer sehr guten Arbeit im gesamten Fischereiverein. Der Verein sorge nicht nur in den heimischen Gewässern für gesunden Fischnachwuchs, Berchtesgaden-Königssee beliefere mit seinen Saiblingen auch viele Adressen in ganz Deutschland. Präsident Blank kritisierte aber auch den Umgang mit erneuerbaren Energien hinsichtlich einer Flut geplanter Kleinkraftwerke. Man habe dem Umweltministerium schon signalisiert, wie man darüber denke und werde sich nicht alles gefallen lassen.

Blank zeichnete die Gewässerwarte Franz Zechmeister und Christian Fries sowie Vorstand Siegfried Lenz für deren große Verdienste im Fischereiwesen mit der Silbernen Ehrennadel des Oberbayerischen Fischereiverbandes aus.

Großen Eindruck hinterließen die Worte von Dekan Peter Demmelmair, der mehrere biblische Vergleiche mit den Fischern anstellte. Jesus habe auch keine Angler berufen, sondern Fischer. Denn Angeln könne man alleine, zum Fischen aber brauche man mehrere Leute, so der Kirchenmann.

Landratstellvertreter Rudolf Schaupp gratulierte dem Verein zum Gesamtergebnis mit Fischzuchtanlage, Vereinshaus und den Außenanlagen. Auch den ökologischen und ökonomischen Ansprüchen genüge die Anlage, so Fischexperte Schaupp, der die Mitglieder des Fischereivereins Berchtesgaden-Königssee auch als hervorragende Fachleute lobte.

Schaupp fand aber auch kritische Worte zur zunehmenden Zerstörung natürlicher Lebensräume im Wasser. Abschließend forderte der Landratstellvertreter eine gesamtheitliche Bewahrung der heimischen Gewässer. cw