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Jung und Alt gemeinsam bei der Arbeit. Sie pflanzten Weißdorn, Kornelkirsche und dergleichen entlang eines Teilstücks des Schmugglerwegs in Ettenhausen. (Foto: Wunderlich)

Neuer Lebensraum für Pflanzen und Insekten

Schleching – Von einer Idee zur Umsetzung kann es – wie in diesem Fall – ein wirklich steiniger Weg sein und neun Monate dauern. So geschehen im Schlechinger Ortsteil Ettenhausen. Die Idee war, nach der Coronapause ein Gemeinschaftsprojekt auf die Beine zu stellen, angestoßen von Martin Sabold, bei dem sich die Menschen wieder begegnen. Am besten an der frischen Luft und mit einem Mehrwert für Mensch und Natur.


Um einen geeigneten Platz und eine passende Idee zu entwickeln, holten sich die Initiatoren Siegfried Nicklas und Sybilla Wunderlich Unterstützung bei Bürgermeister Sepp Loferer, Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz und Christian Zaiser, Leiter des Forstreviers Schleching.

Nach längerem Suchen einigten sich alle Beteiligten auf ein Teilstück am Schmugglerweg, was auch noch einen positiven Aspekt aus touristischer Sicht bot. Dort sollten nun Sträucher und Bäumchen eingepflanzt werden, darunter Weißdorn, Kornelkirsche, Vogelkirschen, Waldhasel, Schlehen, Felsenbirne, Wolliger Schneeball, Schwarzer Holunder, Pfaffenhütchen, Sauerdorn und Alpen-Johannisbeeren.

Unter Berücksichtigung der vorhandenen Bäume sowie der Licht- und Schattenplätze bereiteten die beiden Initiatoren die Pflanzlöcher in dem steinigen Boden vor. Zum Pflanztermin passte das Wetter perfekt. Mehrere Familien aus Ettenhausen kamen und packten mit großer Tatkraft an. Dabei waren alle Generationen vertreten und alle wussten ohne große Fragen, was zu tun war. Drei junge Firmlinge ließen sich ebenfalls motivieren. Bürgermeister Loferer freute sich bei seiner Stippvisite besonders, dass auch junge Menschen schon eine Verantwortung gegenüber der Natur zeigen. Die Erdlöcher wurden vertieft, viele Steine ausgegraben, Wasser und frische Erde verteilt und die Pflanzen eingesetzt. Dann bekam jede Pflanze einen Paten, der per Namenskärtchen an den einzelnen Pflanzen befestigt wurde. Zum Abschluss freuten sich die rund 20 Helfer über eine stärkende Brotzeit. Einig waren sich alle, dass es Freude gemacht hat, gemeinsam ein Projekt zu verwirklichen. So entstand auch die Idee, im Sommer oder Herbst ein gemeinsames Picknick am neu gestalteten Teilstück des Schmugglerwegs zu veranstalten.

Das Projekt soll weiter belebt werden. Der Bund Naturschutz hat eine Tafel mit Erklärungen zu den Pflanzen versprochen, die Paten werden ihre Sträucher und Bäume pflegen. Außerdem wird es ein Buch geben, in das Menschen, die vorbei wandern, ihre Gedanken und Ideen schreiben können. Die Initiatoren haben die Hoffnung, dass das vielleicht eine Anregung für Besucher sein kann, so ein Projekt auch an ihrem Wohnort umzusetzen.

wun