weather-image
19°

Neuer US-Präsident Trump an die Welt: »Amerika zuerst«

0.0
0.0
Amtseinführug
Bildtext einblenden
Donald Trump legt neben Ehefrau Melania, die die Bibel in den Händen hält, den Amtseid als 45. Präsident der Vereinigten Staaten Amerikas ab. Foto: Matt Rourke Foto: dpa
Geballte Fäuste
Bildtext einblenden
Der neue US-Präsident Donald Trump ballt seine Fäuste. Foto: Patrick Semansky Foto: dpa
Zuschauer
Bildtext einblenden
Zuschauer in Regencapes lauschen der Eröffnungsrede. Foto: John Minchillo Foto: dpa
Hymne
Bildtext einblenden
Der neue US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence lauschen der Nationalhymne. Rechts stehen der frühere Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle. Foto: Patrick Semansky Foto: dpa
Proteste
Bildtext einblenden
Polizisten sprühen Pfefferspray in Richtung der Demonstranten in Washington, die gegen den neuen US-Präsidenten protestieren. Foto: Mark Tenally Foto: dpa
Washington aus dem Weltall
Bildtext einblenden
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat zu Ehren des frisch vereidigten Präsidenten Donald Trump Fotos aus dem Weltall getwittert. Foto: NASA Foto: dpa
Pennsylvania Avenue
Bildtext einblenden
Die Autokolonnen von Donald Trump und Barack Obama fahren am auf der Pennsylvania Avenue in Richtung Kapitol zur Amtseinführung. Foto: Susan Walsh Foto: dpa
Trump
Bildtext einblenden
Nach dem Gottesdienst: Donald Trump winkt auf dem Weg zu seinem Auto in die Menge. Foto: Alex Brandon Foto: dpa
Jimmy Carter
Bildtext einblenden
Auch der frühere US-Präsident Jimmy Carter und seine Frau Rosalynn Carter kamen zur Amtseinführung von Donald Trump. Foto: Andrew Harnik Foto: dpa
Sicherheits-Checkpoint
Bildtext einblenden
Eine Menschenmenge wartet in Washington an einem Sicherheits-Checkpoint darauf, zur Amtseinführung von Donald Trump zu gelangen. Foto: Lloyd Fox/Baltimore Sun Foto: dpa
Spaß macht das nicht
Bildtext einblenden
Spaß macht das nicht: Hillary Clinton, unterlegene Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten, trifft mit ihrem Mann Bill zur Amtseinführung von Donald Trump am Kapitol ein. Foto: Win Mcnamee Foto: dpa
Ablösung
Bildtext einblenden
Ablösung: Barack Obama und seine Frau Michelle begrüßen vor dem Weißen Haus den künftigen Präsidenten Donald Trump und dessen Frau Melania. Foto: Evan Vucci Foto: dpa
Gerangel in Washington
Bildtext einblenden
Gerangel mit Demonstranten, die in Washington Menschen daran hindern wollen, zur Amtseinführung des neuen Präsidenten Donald Trump zu gelangen. Foto: Jose Luis Magana Foto: dpa
In Rauch gehüllt
Bildtext einblenden
Nicht jeder freut sich über die Vereidigung von Donald Trump: Demonstranten treffen bei Anti-Trump-Protesten in Washington auf die Polizei. Foto: Miguel Juarez Lugo Foto: dpa
Abschiedsgruß
Bildtext einblenden
Abschiedsgruß: Barack Obama verlässt das Oval Office des Weißen Hauses. Foto: Evan Vucci Foto: dpa
Vor der Amtseinführung Trumps
Bildtext einblenden
Donald Trump und seine Frau Melania bei der gestrigen «Welcome Celebration» am Lincoln-Memorial. Foto: Evan Vucci Foto: dpa
Trumps Geste zum Gruß
Bildtext einblenden
Donald Trump ballt seine Faust, als er zu seiner Amtseinführung am Kapitol eintrifft. Foto: Andrew Harnik Foto: dpa

Der umstrittene Milliardär Trump zieht ins Weiße Haus ein. In einer düsteren Rede umreißt er die Prioritäten für seine Amtszeit. Die Maxime heißt »Amerika zuerst« - er klingt ganz nach Wahlkampf.


Washington (dpa) - Der neue US-Präsident Donald Trump hat einen radikalen politischen Kurswechsel angekündigt. In seiner Antrittsrede am Freitag versprach der 70-Jährige einschneidende Veränderungen und sagte dem politischen »Establishment« in Washington den Kampf an.

Anzeige

Trump grenzte sich in seiner Rede massiv von der Politik seines Vorgängers Barack Obama ab. Die Rhetorik glich seinen Wahlkampfauftritten und war von einem glühenden Patriotismus geprägt.

Die »Vergessenen« in den USA würden nicht länger vergessen werden, sagte er. »Von jetzt an wird eine neue Vision dieses Land regieren. Von diesem Tag an heißt es: Amerika zuerst, Amerika zuerst.« Trump sagte, er werde jede seiner Entscheidungen ganz und gar an amerikanischen Interessen ausrichten. Die Amtsübernahme wurde im Zentrum der Hauptstadt von Protesten begleitet.

Trump ist der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Oberste Verfassungsrichter Landes, John Roberts, hatte dem umstrittenen Republikaner am Mittag auf den Stufen des Kapitols in der US-Hauptstadt Washington den Amtseid abgenommen. Trump schwor auf zwei Bibeln: auf seine eigene und auf die des früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln. Trump löst den Demokraten Obama ab, den ersten schwarzen Präsidenten der USA. Er war acht Jahre lang im Amt. Vor Trump wurde bereits sein Vize Mike Pence vereidigt.

In seiner von starkem Pathos geprägten Antrittsrede kündigte der neue US-Präsident ein hartes Vorgehen gegen Extremisten an. Man werde den radikal-islamischen Terrorismus vom Antlitz der Erde tilgen. Trump hatte sich im Wahlkampf dafür ausgesprochen, die Zuwanderung aus überwiegend muslimisch geprägten Ländern einzuschränken. Zeitweise sprach er sogar von einem kompletten Einreisebann für Muslime.

Trump versprach außerdem einschneidende Veränderungen in Washington. Zu lange hätten Politiker profitiert und das Establishment, aber nicht die einfachen Leute, die ihre Arbeit verloren hätten. »Wir übergeben die Macht von Washington D.C. zurück an Euch, das Volk.«

Er fuhr fort: »Das ändert sich alles, jetzt beginnt es, genau hier.« Dieser 20. Januar werde in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem das Volk die Macht zurückerhalte. Die Zeit leeren Geredes sei vorbei. »Nun ist die Stunde des Handelns gekommen.«

Der neue US-Präsident kündigte wie im Wahlkampf eine Politik des Protektionismus an. Dies werde zu mehr Wohlstand und neuer Stärke der USA führen. Man habe andere Länder reich gemacht, während eine Fabrik nach der anderen in den USA geschlossen worden sei. »Aber das ist Vergangenheit. Und jetzt schauen wir nur nach vorne.« In jedem Teil des Landes solle nun eine neue Vision das Land regieren: »Amerika zuerst«. Jede Entscheidung werde dieser Maxime gehorchen, ob in der Wirtschaft oder der Außenpolitik. »Wir werden zwei einfachen Regeln folgen - amerikanisch kaufen und Amerikaner anheuern.«

Bereits seit dem Wahlsieg Trumps ist in der Wirtschaft die Sorge groß vor einer Abschottung der USA. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) warnte Trump vor einem solchen Schritt. Dies würde am Ende des Tages vor allem den USA selbst schaden. Er könne die Nervosität deutscher Autobauer wegen von Trump angedrohten Strafzöllen verstehen. Davon wären aber auch Teile von Zulieferern betroffen, was US-Autos vermutlich teurer machen würde.

Nach einem Mittagessen im Kapitol brach Trump begleitet von einer großen Parade zum Weißen Haus auf.

Die Hauptstadt glich einer Hochsicherheitszone. Polizisten und Soldaten der Nationalgarde sicherten die Straßen ab; Kreuzungen wurden zum Teil mit Bussen und Betonbarrikaden blockiert. Vereinzelt kam es in der Innenstadt zu Ausschreitungen. Demonstranten schmissen Fensterscheiben ein und zündeten Mülltonnen an. 95 Menschen wurden festgenommen, wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Den Höhepunkt der Proteste sollte es am Samstag geben. Dann werden zu einer Demonstration mehr als 200 000 Menschen erwartet.

Möglich ist, dass Trump schon am Montag mit der Unterschrift unter einige inhaltliche präsidentielle Dekrete in seine Amtszeit startet. Sie werden aller Voraussicht nach in einem Zusammenhang stehen mit dem angekündigtem und umstrittenen Bau einer Mauer zu Mexiko und dem Thema Grenzsicherheit generell.

Der Immobilienunternehmer Trump war im Sommer 2015 in den Wahlkampf eingestiegen. Als Außenseiter gestartet, dominierte er trotz Dauerkritik Debatten und Vorwahlen und wurde schließlich im Sommer 2016 Kandidat der Republikaner. Gegen alle Erwartungen setzte Trump sich bei der Wahl am 8. November gegen die Demokratin Hillary Clinton durch. Die 69-Jährige saß bei der Amtseinführung ihres einstigen Konkurrenten im Publikum. Beim Mittagessen im Kapitol dankte Trump ihr für das Kommen. Er habe sehr viel Respekt vor der 69-Jährigen und ihrem Mann Bill Clinton.

Trump hat noch nie ein politisches Amt bekleidet. Seine Anhänger versprechen sich von ihm neue Jobs, eine Rückbesinnung auf Amerika und eine radikale Abkehr von der Agenda Barack Obamas. Gegner und Kritiker fürchten Trumps Naturell, Haltung und Einstellungen.

Übersicht zur Vereidigung

Programm laut US-Kongress

Programm laut New York Times

Karte des US-Kongresses

Karte der Washington Post

Weißes Haus

08.30 Uhr (14.30 Uhr MEZ): Donald Trump, sein Vize Mike Pence und ihre Familien besuchen einen Gottesdienst in der St. John's Episcopal Church nahe des Weißen Hauses.

09.30 Uhr (15.30 Uhr): Barack Obama und seine Frau Michelle empfangen Trump und die künftige First Lady Melania im Weißen Haus. Am Kapitol beginnen unterdessen die Feierlichkeiten mit Musik. Die Nachwuchssängerin Jackie Evancho singt die Nationalhymne.

10.30 Uhr (16.30 Uhr): Obama begleitet Trump zum Kapitol.

11.14 Uhr: (17.14 Uhr): Trump nimmt seinen Platz ein.

11.20 Uhr (17.20 Uhr): Vertreter mehrerer Religionsgemeinschaften sprechen Gebete.

11.35 Uhr (17.35 Uhr): Der Richter Clarence Thomas schwört den Vize Mike Pence ins Amt ein.

11.47 Uhr (17.47 Uhr): Trump legt auf den Stufen des Kapitols den Amtseid ab.

11.51 Uhr (17.51 Uhr): Trump hält seine Rede.

13.08 Uhr (19.08 Uhr): Trump isst im Kapitol zu Mittag.

14.45 Uhr (20.45 Uhr): Die Parade zum Weißen Haus beginnt. Eine Gruppe von Demonstranten hat angekündigt, den Zug zu stören. Ihre Proteste sind nicht genehmigt. Trumps Wagenkolonne wird den Zug anführen, anschließend sieht sich der Präsident den Rest der Parade von einer speziell konstruierten Zuschauertribüne vor dem Weißen Haus an.

19.00 bis 23.00 Uhr (01.00 bis 05.00 Uhr (MEZ)): Trump und seine Frau Melania nehmen an drei Bällen teil: Liberty Ball, Freedom Ball (beide im Washington Convention Center), Military Ball (National Building Museum)