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Das Postgebäude an der Bahnhofstraße soll abgerissen und an seiner Stelle sollen zwei Wohnhäuser und ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet werden. (Foto: Konnert)

Neuer Wohnraum und Gewerbeflächen in Waging

Waging am See – Erweiterung von Betriebsgebäuden, Neubauten, Garagen und Stützmauern sorgten in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses für rege Diskussionen. Zwar wurde das gemeindliche Einvernehmen letztendlich für alle Vorhaben hergestellt, doch gab es auch viele kritische Stimmen. 


An der Turnergasse in Waging möchte ein Antragsteller ein Betriebsgebäude auf rund 250 Quadratmeter erweitern. Der westliche Gebäudeteil soll 16 mal 10 Meter groß und rund 4,5 Meter hoch sein und ein begrüntes Flachdach erhalten. Der östliche Gebäudeteil, auch mit begrüntem Flachdach, soll fast vier Meter höher sein, und zwei Vollgeschoße erhalten. Seine Maße sind mit 15 mal 9 Meter geplant. Das Grundstück ist im Flächennutzungsplan als Gewerbegebiet dargestellt. Das Vorhaben ist planungsrechtlich zulässig, der Gemeinderat hatte keine Einwände.

Die See-Immobilien GmbH hat ihre Pläne zur Bebauung des Grundstücks nach dem Abbruch des 1986 erbauten Postgebäudes an der Bahnhofstraße geändert. Ursprünglich sollte dort ein Geschäftshaus entstehen mit drei Vollgeschoßen und einem vierten Geschoß als zurückversetztes Dachgeschoß. Nun ist der Bau von zwei Doppelhäusern und einem Wohn- und Geschäftshaus geplant.

Die gesamte Wohnfläche soll rund 960 Quadratmeter betragen, die Gewerbefläche rund 167 Quadratmeter und damit 17 Prozent der bebauten Fläche. Die Doppelhäuser mit Wohnnutzung sollen zwei Vollgeschoße haben und jeweils 150 Quadratmeter Grundfläche, das Wohn- und Geschäftshaus soll mit drei Vollgeschoßen errichtet werden. Neben Wohnraum ist dort die Unterbringung von Büro- oder Praxisräumen geplant.

Von den 18 Stellplätzen sind drei auf dem Grundstück an der Jägergasse vorgesehen, im Abstand von rund 350 Metern fußläufige Entfernung zur Bahnhofstraße. Maximal zulässig sind laut Stellplatzverordnung des Marktes 400 Meter.

In einer regen Diskussion wies der Ausschuss darauf hin, dass der Charakter eines Mischgebiets unbedingt erhalten bleiben müsse. Im Umfeld seien viele Misch- und Gewerbegebietsflächen festgesetzt, diese dürften nicht infrage gestellt werden. Deshalb wurde in den an das Landratsamt zu sendenden Beschluss aufgenommen, zu prüfen, ob der Mischgebiets-Charakter durch die geplante Bebauung erhalten bleibt. Die Gemeinde hat hier auch großes Eigeninteresse, da sich der gemeindliche Bauhof in unmittelbarer Nähe befindet, im Geltungsbereich einer Gewerbegebietsfläche.

Für den geplanten Bau einer Doppelgarage mit Gründach bei Nirnharting wird eine Überschreitung der Baugrenzen erforderlich. Der Bebauungsplan »Feichten«, in dessen Geltungsbereich die Garage liegt, setzt Baugrenzen fest. Die Doppelgarage soll sich komplett außerhalb des Baufensters befinden. Der Abstand zur Straße soll nur drei Meter betragen entgegen den Vorgaben von fünf Metern.

Zudem verstößt das geplante Flachdach mit Begrünung und die geplante Holzschalung gegen die Vorschriften des Bebauungsplans. Darauf wies die Verwaltung hin. Ein Flachdach mit Nutzung der Dachoberfläche ist im Bebauungsplan nicht vorgesehen. Dort steht, dass sich das Nebengebäude mit Satteldach dem Hauptgebäude anpassen soll. Laut Verwaltung handelt es sich nicht mehr um eine geringfügige Überschreitung der Vorgaben, sondern es würden die Grundzüge des Bebauungsplans berührt. Daher wurde die Ablehnung des Antrags empfohlen.

Der Bauausschuss meinte jedoch, dass sich durch den geplanten Bau die Ansicht des Gebäudes im Wesentlichen nicht verändern würde. Daher fand das Bauvorhaben seine Zustimmung. Weniger problematisch war der Bau einer Doppelgarage an ein Wohngebäude in Otting und einer Außentreppe östlich am Gebäude. Nachdem auch die Nachbarn zugestimmt hatten, wurde auch hier das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

kon