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Neues Architekturbüro für Dokumentation

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Erst im Jahr 2022 soll der Erweiterungsbau fertiggestellt werden. (Foto: Kilian Pfeiffer)

Berchtesgaden – Nach zahlreichen gemeldeten »Schlechtleistungen« und der daraus resultierenden Kündigung eines renommierten Architektenbüros, das für den Bau der Dokumentation Obersalzberg zuständig war, hat das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr nun verkündet, ein neues Architekturbüro mit an Bord zu haben. Das bestätigte ein Sprecher des Ministeriums auf Nachfrage.


Das einstmals zuständige Architekturbüro Aicher Ziviltechniker und das Überlinger Freiraumplanungsbüro Planstatt Senner waren in Folge angeblicher »Schlechtleistungen« gekündigt worden. Die Architektenleistungen wurden zwischenzeitlich an das Architekturbüro LMJD Dennerle Motzet Architekten Part mbB aus München vergeben. Dieses war bereits in den Neubau des Fortbildungsinstituts der Polizei in Ainring involviert. Die Bauleitung wird – als Subunternehmer von LMJD – das Büro AIS Bau- und Projektmanagement mit Sitz im österreichischen Zell am See übernehmen.

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Laut Ministerium seien »neben der kurzfristigen zeitlichen Verfügbarkeit auch besondere Kompetenzen in der Kosten- und Terminkontrolle von komplexen Bauprojekten« wichtige Kriterien bei der Vergabe gewesen. Notwendig sei auch eine »hohe örtliche Präsenz der Bauleitung und die Fähigkeit, auch bei laufenden Baumaßnahmen Ideen zur Kostenoptimierung entwickeln zu können«, so der Sprecher gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Das Ministerium hatte Schlechtleistungen in vielen Bereichen, wie etwa der Planung, der Bauleitung sowie den Termin- und Kostenkontrollen, festgestellt. Gegen künftige Leistungsstörungen, die qualitative Abweichungen der erbrachten von der geschuldeten Leistung zum Inhalt haben, sei man gewappnet: »Wie vom Bauamt bereits bei den gekündigten Architektenleistungen erfolgreich praktiziert, werden die Leistungen der Ingenieurbüros und Baufirmen engmaschig kontrolliert«, heißt es. Bei Abweichungen vom Soll würden ausstehende Leistungen umgehend eingefordert, »wo erforderlich auch mit juristischen Mitteln«.

Die Auswirkungen der Schlechtleistungen und der Kündigung des Architekturbüros auf den genehmigten Kostenrahmen der Dokumentation Obersalzberg von 30,1 Millionen Euro würden derzeit geprüft: »Aus Kündigung beziehungsweise mangelhafter Leistungserbringung resultierende Mehrkosten werden dann selbstverständlich gegenüber den Verursachern geltend gemacht«, fasst der Sprecher des Ministeriums zusammen. Ziel bleibe weiterhin, durch »stringentes Regress- und Nachtragsmanagement Mehrkosten so gering wie möglich zu halten«. Das Staatliche Bauamt Traunstein sei durch die nicht erfüllten Leistungen einiger Planer und »notwendigen Kündigungen« bei diesem Projekt vor großen Herausforderungen gestanden. Dabei sei eine Fülle an Anfragen zum Projekt eingegangen, nicht nur beim Bauamt, sondern auch beim Bauministerium und dem Finanzministerium. »Die Koordination der Beantwortung von Presseanfragen zur Herstellung eines einheitlichen Informationsstandes ist eine Aufgabe des Ministeriums.« Zunächst hatte noch das Staatliche Bauamt Traunstein Presseanfragen bearbeitet und beantwortet.

Laut Ministerium habe Staatsministerin Kerstin Schreyer »umfangreiche personelle und organisatorische Maßnahmen festgelegt«. So wurden am Staatlichen Bauamt in Traunstein zusätzliche Projektverantwortliche eingesetzt. Die Baumaßnahme werde juristisch eng begleitet.

Der Terminplan zur Fertigstellung wurde an die Auswirkungen der Kündigungen im Bauablauf angepasst. Derzeit sei davon auszugehen, dass der neue Erweiterungsbau im Winter 2021/22 fertiggestellt werden wird. Danach soll der Einbau der Ausstellung und der Umbau des Bestandsgebäudes erfolgen – mit daran anschließender Eröffnung der erweiterten Dokumentation Obersalzberg, heißt es aus dem Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr. Kilian Pfeiffer