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Neues Corona-Testzentrum in Seiboldsdorf

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In der angemieteten Halle an der Mühlwiesen 3 soll ab nächster Woche das Corona-Testzentrum den Betrieb aufnehmen. Thorsten Brandstätter vom BRK kümmert sich derzeit noch um die Aufbauarbeiten. (Foto: Wannisch)

Bayern weitet seine Teststrategie aus, anstatt sie zurückzufahren. Betroffen sind davon auch die 25 kreisfreien Städte und 71 Landkreise. Für den Landkreis Traunstein heißt das: Es wird ein neues Testzentrum in Seiboldsdorf geben. An der Mühlwiese 3 mietet das Landratsamt eine Lagerhalle an, um dort das Testzentrum zu betreiben. Dieses soll nach Angaben von Pressesprecher Michael Reithmeier Anfang September – also kommende Woche – in Betrieb gehen und bis vorerst Jahresende bleiben. Der genau Starttermin steht jedoch noch nicht exakt fest.


Der Fokus soll aber in der ersten Testwoche – der letzten Ferienwoche vor Schulbeginn – auf das Testen von Lehrern, Mitarbeitern an Schulen, Erziehern und Angestellten von Bildungseinrichtungen liegen. Grundsätzlich, so will es die Teststrategie des Freistaats, soll sich dort aber jeder Landkreisbürger testen lassen können. »Das Testzentrum ist als zusätzliches Angebot neben den bisherigen Testmöglichkeiten bei den Hausärzten, beim Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung und der Teststation für Reiserückkehrer an der Raststation Hochfelln Nord gedacht«, sagt Reithmeier auf Nachfrage unserer Zeitung.

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Eine Anmeldung ist nicht nötig, jeder Bürger mit Wohnsitz im Landkreis Traunstein kann das Testzentrum montags bis freitags zwischen 12 und 16 Uhr aufsuchen. Das Personal, das die Abstriche entnehmen wird, stellt das BRK. »Wir rechnen mit sechs bis acht Helfern pro Schicht«, sagt Thorsten Brandstätter, zuständiger Leiter Projektmanagement des BRK Kreisverbands Traunstein, dem Traunsteiner Tagblatt. Dabei wird es sich um medizinisch vorgebildetes Personal handeln, das sich aus ehren- und hauptamtlichen BRK-Mitarbeitern zusammensetzt. Das bedeutet, das Personal hat entweder eine Sanitätsausbildung oder einen beruflichen Hintergrund im medizinischen Bereich. Die Ehrenamtlichen erhalten eine Aufwandsentschädigung, so Brandstätter.

Die Erfassung, Auswertung und Ergebnisübermittlung läuft rein digital. Verantwortlich dafür ist die Firma Eurofins, die auch die Teststation Hochfelln Nord an der A 8 verantwortet. Eine »Zettelwirtschaft« werde es nicht geben. Im Wartebereich wird der Sicherheitsdienst einen Zettel mit einem QR-Code aushändigen, über den sich die Testwilligen anmelden und ihre Daten eingeben. Erst wenn diese erfasst sind, erhalten die Probanden einen Scancode, mit dem sie in den eigentlichen Abstrichbereich vorgelassen werden.

Wer jedoch weder über Smartphone noch über E-Mailadresse verfügt, werde deswegen nicht ausgeschlossen. Das bestätigt auch Brandstätter. Für diese Fälle ist eine zweite Spur geplant, dort wird ein BRK-Mitarbeiter die Daten manuell erfassen. »Erst wenn die Daten vollständig sind und diese mit dem Abstrich 'verheiratet' werden können, darf der Proband in den Abstrichbereich«, erklärt Brandstätter.

Theoretisch sind an der Teststation bis zu 250 Abstriche pro Tag möglich, wie Brandstätter berichtet. Wie groß der Andrang sein wird, sei schwer abzuschätzen. Gedacht ist die Teststation in Seiboldsdorf vor allem für Personen, die für Covid-19 asymptomatische Auffälligkeiten haben.

Reiserückkehrer sollen weiterhin die Teststation an der Raststation Hochfelln Nord nutzen, da diese an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr geöffnet hat, wie Reithmeier betont. Diese Teststation an der A 8 werde auch über den 15. September hinaus bestand haben.

Warum die Teststation nicht mehr in Litzlwalchen ist, wie es sie bereits im Frühjahr gab, erklärt Reithmeier auf Nachfrage so: »Wir stellen uns auf einen Betrieb des Testzentrums einstweilen bis zum Jahresende ein, optional darüber hinaus. Deshalb wird das Testzentrum nicht erneut am Kreisbauhof in Litzlwalchen eingerichtet, um den Betrieb des Bauhofs vor allem mit Blick auf den Winterdienst nicht dauerhaft zu beeinträchtigen«.

Teststraße in Bayerisch Gmain für BGL

Im Berchtesgadener Land wird die Teststation in Bayerisch Gmain öffnen. Auf dem Gelände des ehemaligen Unternehmens Baustoffe Birkel an der Theo- Birkel-Straße 5 wird eine Teststraße eingerichtet, wo bis zu 300 Abstriche pro Tag entnommen werden können. Für die Erfassung, Auswertung und Datenübermittlung ist ebenfalls Eurofins zuständig, das BRK im Kreisverband BGL stellt das Personal für die Abstrichentnahme.

Bereits in der kommenden Woche gibt es speziell Reihentestungen von Lehrkräften und Schulpersonal, die in den Schulen im Landkreis Berchtesgadener Land tätig sind, damit diese sich im Hinblick auf den Schulbeginn noch vor Ferienende testen lassen können, heißt es aus dem Landratsamt. Ab Montag, 7. September, können sich dann alle Landkreisbürger kostenlos testen lassen.

Ein Ordnungsdienst regelt auf dem Gelände den Kfz-Verkehr, auf der Website des Landratsamts wird ab Teststart bei zu großem Andrang eine rote Ampel veröffentlicht: Weitere Testungen an diesem Tage seien dann ausgeschlossen.

Auch hier gilt wie im Landkreis Traunstein: Grundsätzliche Voraussetzungen für die Abstriche sind der Nachweis des Wohnorts oder der Arbeitsstelle im Landkreis Berchtesgadener Land sowie eine Symptom-Freiheit. Personen mit bereits vorhandenen Corona-Symptomen sind angehalten, unbedingt ihren Hausarzt aufzusuchen.

Die Teststraße in Bayerisch Gmain hat ebenfalls montags bis freitags von 12 bis 16 Uhr geöffnet. vew