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Neues Ultraschallgerät und neuer Fluginkubator

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Klinikum Traunstein
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Für Dr. Gerhard Wolf (rechts), Chefarzt der Kinderklinik, seinen Leitenden Oberarzt Dr. Ralf Brangenberg und das gesamte Ärzteteam leistet das durch Spenden finanzierte Ultraschallgerät täglich gute Dienste.
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Unser Foto zeigt neben Hermann Steinmaßl (von links) den Aufsichtsratsvorsitzenden, Landrat Siegfried Walch, und den Vorstandsvorsitzenden der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Uwe Gretscher, sowie Oberarzt Dr. Anton Berger und Bereichsleitung Petra Kalina von der Traunsteiner Kinderklinik. (Foto: Buthke)

Gerade erst hat es ihnen wertvolle Dienste geleistet: »Unser neues Sonographie-Gerät war auch heute Nacht ständig im Einsatz«, sagen Dr. Gerhard Wolf, Chefarzt der Kinderklinik im Klinikum Traunstein, und sein Leitender Oberarzt Dr. Ralf Brangenberg. »Wir sind allen Teilnehmern unserer 'Crowdfunding'-Aktion sehr, sehr dankbar, dass wir mit ihrer überwältigenden Unterstützung dieses auf die hochspezialisierten Anforderungen der Kinder-Intensivmedizin ausgestattete Ultraschallgerät anschaffen konnten«.


60 Betten auf drei Stationen für die Kleinen

In der Kinderklinik im Klinikum Traunstein mit 60 Betten auf drei Stationen bieten Chefarzt Dr. Wolf und sein Team den kleinen Patienten und ihren Eltern als Verbund-Perinatal-Zentrum mit dem Klinikum Rosenheim die höchstmögliche Versorgungsstufe des Levels 1. Das bedeutet unter anderem Kinderärzte mit Weiterbildungen zur Versorgung von Neugeborenen, kürzeste Wege zwischen Kreißsaal und Kinderintensivstation, mindestens sechs neonatologische Intensivplätze, einen Neugeborenennotarzt, dass mindestens 40 Prozent der Pfleger Intensivweiterbildung haben, die Zusammenarbeit von Kinderärzten, Kinderchirurgen, Herzspezialisten, Nerven-Kinderärzten, Augenarzt, Mikrobiologie, Labor, Röntgen und dergleichen, die Teilnahme an speziellen Qualitätssicherungsverfahren und regelmäßige Fallkonferenzen.

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Auf der Kinder-Intensivstation werden rund um die Uhr alle Frühgeborenen und kranken Neugeborenen individuell und liebevoll versorgt. Rund 13 000 Fälle im Jahr verzeichnet die Kinderklinik allein im stationären Bereich – »Tendenz steigend«, so Dr. Wolf. Aufgrund ihres hochspezialisierten Wissens ist die Kinderklinik rund um die Uhr auch bei Notfällen wie Hirnhautentzündungen oder Schädel-Hirn-Traumata aus verschiedenen Landkreisen Anlaufstelle der Wahl.

Ultraschallgerät binnen zehn Sekunden bereit

»Im Ernstfall zählt jede Minute«, betont Dr. Brangenberg. Der Kinderkardiologe ist wie Dr. Wolf auf die Behandlung Neugeborener spezialisiert. Das neue Ultraschallgerät sei durch seine rasche Betriebsbereitschaft binnen zehn Sekunden besonders notfalltauglich. Es sei in den verschiedensten Situationen im Einsatz, beispielsweise zur Kontrolle, wenn notfallmäßig Drainagen oder Katheter in herznahe Gefäße gelegt werden müssen. »Es verfügt über einen eigens für die Kindermedizin entwickelten, kleinen Schallkopf, der für die nur ein bis zwei Millimeter großen Gefäße von Kindern optimal geeignet ist«, erklärt Dr. Wolf. »So können wir nicht nur schneller, sondern auch sicherer sonographisch gesteuerte Gefäßpunktionen bei Früh- und Neugeborenen durchführen.« Um unnötige Strahlenbelastungen für die Kleinsten zu vermeiden, sei Ultraschall auch bei Routineuntersuchungen etwa der Nieren heute selbstverständlich. »Aus diesen Gründen sind unsere Ultraschallgeräte so gut wie ständig im Einsatz«, so der Chefarzt.

Über 52 000 Euro Spenden erzielt

Über 52 000 der Gesamtkosten von 75 000 Euro waren für das neue Gerät zusammengekommen. Fast 300 Unterstützer hatten unter dem Motto »Viele schaffen mehr« bei der Aktion der Kliniken Südostbayern AG und der Volksbank Raiffeisenbank Oberbayern Südost eG Bad Reichenhall kleinere und größere Beträge gespendet. Die VR-Bank hatte zudem jede Spende um 25 Prozent – zusammen rund 10 000 Euro – aufgestockt.

Dieser Erfolg mache Mut, voraussichtlich gegen Ende dieses Jahres eine neue Crowdfunding-Aktion zu starten, sagt Corinna Noack-Aetopulos, bei den Kliniken Südostbayern zuständig für Mittelbeschaffung. Natürlich könne jeder Interessierte zu jeder Zeit über den Internetauftritt des Klinikverbunds unter dem Menüpunkt »Patienten & Besucher« unter »Spenden & Helfen« mehr über das Thema Spenden erfahren und diese auch gezielt – zum Beispiel für die Kinderklinik – einsetzen.

Unabhängig von der Crowdfunding-Aktion haben die Kinderärzte am Klinikum ein weiteres Leben rettendes Gerät erhalten: Einen neuen Transportinkubator (Brutkasten) im Wert von rund 100 000 Euro übergab jetzt Altlandrat Hermann Steinmaßl, Stiftungsbeirat der Johannes-Heidenhain-Stiftung. Die Anschaffung des modernst ausgerüsteten Fluginkubators für kleinste Kinder ergab sich durch die Indienststellung des neuen Rettungshubschraubers »Christoph 14« am Klinikum Traunstein. fb/Bjr