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Neugier auf das »Haus der Berge«

Berchtesgaden (spd) - Roman Niederberger, der Landtagskandidat der SPD für den hiesigen Stimmkreis, war zusammen mit der Bezirkstagskandidatin Güldane Akdemir und in Begleitung weiterer örtlicher Kommunalpolitiker gekommen, um sich kurz vor Fertigstellung des »Hauses der Berge« einen Eindruck vom Ausstellungskonzept und der Architektur zu verschaffen. Die Einweisung fand unter der sachkundigen Führung von Ulrich Brendel von der Nationalparkverwaltung statt.

Einweisung der SPD-Politiker durch Ulrich Brendel (2.v.r.) in der »Bergvitrine« mit (v.l.): Kreisrat Georg Quentin, Bezirkstagskandidatin Güldane Akdemir, Kreis- und Gemeinderat Hans Metzenleitner, SPD-Kreisvorsitzendem Roman Niederberger, Gemeinderätin Brigitte Kurz und Kreisrat Walter Parma. Foto: privat

Der erste Blick von außen auf den gewaltigen Glas- und Stahlquader der sogenannten »Bergvitrine« macht den unvoreingenommenen Besucher erst einmal etwas skeptisch: »Muss das wirklich so groß und mächtig sein?« Es muss - zu dieser Auffassung gelangten die Besucher sehr rasch. Denn diese Architektur ist nichts anderes als die Übersetzung eines Ausstellungskonzepts, so Ulrich Brendel. Für das Architekturbüro Brückner aus Stuttgart bot sich mit dieser Planungsaufgabe die einmalige Chance, eine Ausstellungsidee auch architektonisch zu realisieren und nicht in bestehenden Gebäuden zwanghaft unterzubringen.

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Wenn das Ausstellungskonzept vorsieht, dem Besucher einen Eindruck von den vier beherrschenden landschaftlichen Gegebenheiten des Berchtesgadener Landes, Wasser, Weide, Wald und Gebirge im Wandel der Jahreszeiten zu verschaffen, dann versteht man spätestens auch schon innerhalb des Rohbaus des Hauses, dass zumindest die Präsentation des Gebirges auch nach gewissen Dimensionen in Höhe und Breite verlangt. Mit der »Bergvitrine«, dem größten Baukörper der Anlage, ist dies nach Meinung der SPD-Politiker in jeder Hinsicht gelungen. Denn alles, was einem Besucher möglicherweise einmal im Gebäude noch an Eindrücken fehlen mag, wird durch den Blick durch die Glasscheiben des Hauses auf die umgebende Landschaft harmonisch ergänzt. Insofern war auch die geografische Lage dieses Hauses für die Konzeption der Ausstellungsidee ein Glücksfall.

Das Innere der Baustelle ist zurzeit noch überwiegend von Staub, offenen Leitungen und blankem Beton beherrscht. Durch die Erläuterungen von Ulrich Brendel bekamen die Besucher aber einen umfassenden Eindruck, wie sich das Gebäude nach dem 10. Mai dem Besucher präsentieren wird. Da ist zunächst das später kostenpflichtige Herzstück in und um die »Bergvitrine«, das keine Naturimitation anbieten wird, sondern den Besucher bei einer Wanderung vom See ins Gebirge im Wandel der Jahreszeiten emotionalisieren soll. Wie das realisiert werden wird, ist zurzeit erst ansatzweise erkennbar. Die Darstellungen von Ulrich Brendel machten zumindest sehr neugierig.

Allgemeinen Anklang fand bei den SPD-Politikern die Idee, einen Großteil des Hauses frei zugänglich zu machen, für einen Besuch des Kinos, der Ausstellungen über die Mythen des Berchtesgadener Landes, der Vereine, die Geschichte des Alpinismus oder auch einfach nur des herrlich gelegenen Panoramarestaurants. Beifall fand auch die Absicht, in dem etwas unterhalb gelegenen Bildungszentrum vor allem Jugendlichen den Lebensraum der heimischen Bergwelt in Seminaren näherzubringen.

Roman Niederberger stellte fest, dass die Kosten von 19 Millionen Euro, die der Freistaat für das »Haus der Berge« bereitstellt, zweifellos eine hohe Summe für den Staatshaushalt sind. Für das Berchtesgadener Land und insbesondere für den südlichen Landkreis mit dem einmalig attraktiven Alpennationalpark sei die Schaffung dieses Haus aber ein absoluter Glücksfall. Niederberger ist sich sicher, dass das Fortbildungsangebot für die Jugend Anklang finden wird. Aber ganz sicher ist er auch, dass dieses Haus ein Besuchermagnet für Einheimische und Touristen werden wird.