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Bekannte und neue Gesichter in der Vorstandschaft des CSU-Ortsverbands Seeon-Seebruck-Truchtlaching (von links): Sepp Daxenberger, Simon Wallner, Dr. Ulrich Zißler, Johannes Spiel und Christian Schuchert. (Foto: Rasch)

Neuwahlen und Ehrungen beim CSU-Ortsverband Seeon-Seebruck-Truchtlachin

Seeon-Seebruck – Als geschlossene Mannschaft will die neue CSU-Spitze des Ortsverbands Seeon-Seebruck-Truchtlaching den Blick nach vorne richten. »Wir brauchen Zuversicht, müssen Dinge aktiv anpacken und nach vorne schauen«, betonte Sepp Daxenberger in seiner letzten Jahreshauptversammlung als Vorsitzender des 67 Mitglieder starken Ortsvereins. Nach 22 Jahren wird der 60-jährige Schreinermeister im nächsten Jahr sein Amt zur Verfügung stellen. Bis zum Übergang werde er aber das Vorstandsteam noch begleiten, so Daxenberger.


Daxenberger wurde bei den Neuwahlen im Hafenwirt als Vorsitzender ebenso wieder bestätigt wie Johannes Spiel als Schriftführer. Neu in das Vorstandsgremium gewählt wurden Dr. Ulrich Zißler und Christian Schuchert als stellvertretender Vorsitzender. Zuletzt bekleideten Ex-Bürgermeister Bernd Ruth und Thilo Schmidt diese Ämter. Die Nachfolge von Schatzmeister Franz Prambs tritt Simon Wallner an. Als Jugendbeauftragter fungiert der erst 17-jährige Ludwig Schaumberger und als Pressereferentin Sabine Eyrich. Außerdem wurden acht Beisitzer gewählt.

Die Neuwahlen leitete CSU-Kreisgeschäftsführer Konrad Baur, der Nachfolger des Landtagsabgeordneten Klaus Steiner werden soll. Steiner hatte erklärt, dass er bei der Wahl 2023 nicht mehr antreten werde.

Der Kreisgeschäftsführer nahm auch die Ehrungen langjähriger Mitglieder vor. Für 25 Jahre Mitgliedschaft im CSU-Ortsverband wurden der Vorsitzende Sepp Daxenberger, Günther Hartmann und Udo Ganss mit einer Urkunde ausgezeichnet. An den ehemaligen Ortsvorsitzenden Hubert Maier überreichte Baur eine besondere Dankesurkunde. In seinem Rückblick ging Daxenberger auch auf den Gemeinderat ein und erinnerte insbesondere an die Wahlniederlage von Bürgermeister Bernd Ruth bei den Kommunalwahlen 2019. »Der Verlust des Bürgermeisters war für mich der bitterste Moment meiner Laufzeit«, sagte Daxenberger. Die CSU habe im Gemeinderat zwar kein Mandat verloren. Die Ausgangslage sei aber sehr schwierig gewesen und ein Dialog angesichts des so viel zitierten »Miteinanders« der Freien Wähler habe bis heute nicht geführt werden können, kritisierte Daxenberger.

Angesichts des Flüchtlingsstroms aus der Ukraine hat die CSU-Fraktion einen Eilantrag gestellt, das Nebengebäude der ehemaligen Gastwirtschaft Gruber Alm als Flüchtlingsunterkunft ins Auge zu fassen (wir berichteten). Dabei habe sich jedoch herausgestellt, dass das Gebäude mit großem Aufwand hätte saniert werden müssen. Unterdessen konnte jedoch mit einer leer stehenden Immobilie (ehemaliges Lebenshilfe-Wohnheim) in Seeon eine neue Lösung gefunden werden. Diese Lösung schließe aber nicht aus, dass die Gruber Alm nicht doch noch als Unterkunft in Frage kommen könnte, so Daxenberger.

Gemeinderat Franz Wörndl erklärte rückblickend, dass sich die CSU in der laufenden Wahlperiode aktiv im Gemeinderat eingebracht und einiges angeschoben habe und sagte dazu: »Wenn wir manchmal nicht ein bisserl fad san, dann wird alles zurückgestellt.« So seien Projekte, wie der Hochbehälter in Seeon oder das Wohn- und Nahversorgungsprojekt in Seeon, ausschlaggebend über den Schreibtisch von Ex-Bürgermeister Bernd Ruth gelaufen, so Wörndl.

Neben der geplanten Versorgungsstation im Rahmen der Strandbadsanierung in Seebruck schnitt Wörndl unter anderem auch die laufende Sanierung der Alzbrücke in Seebruck an. Die CSU hätte lieber eine andere Lösung gesehen. Wie wir bereits mehrfach berichteten, wünschten sich die Christsozialen, dass im Zuge der Brückensanierung der Radweg auf der Südseite geführt würde und somit eine Überquerung der Hauptstraße verhindert werden könnte. Die Planung, an der Staatsstraße auf Höhe des Hotels Wassermann eine Ampelanlage für die Radfahrer zu installieren und den Fahrradverkehr grundsätzlich an der Nordseite der Brücke zu führen, stuft die CSU mehr als bedenklich ein. Eine Ampellösung könnte unweigerlich dauerhaft zu Stauungen führen und würde keinerlei Sicherheit für die in den Sommermonaten bis zu 1400 Radfahrer bringen.

Matthias Untermayer vom Moierhof, bezeichnete sich als treuer Anhänger der CSU, gleichzeitig aber auch als Kritiker seiner eigenen Partei. Die vielgepriesenen Attribute Zuversicht und Aufbruch könne er in der Partei nicht erkennen, so meinte er: »Ich frage mich, wo nimmt die CSU die Zuversicht her?« Konrad Baur versuchte dafür eine Erklärung zu finden. Die politische Stimmung sei allgemein schwierig. Man bräuchte neue Antworten auf Fragen, die man bisher nicht beantworten konnte, so der Kreisgeschäftsführer.

Dass der Ortsverband trotz Wahlkampfausgaben in den letzten drei Jahren gut gewirtschaftet hat, darüber informierte der scheidende Schatzmeister Franz Prambs. Durch eine großzügige Spendenbereitschaft konnte die Kasse mit einem Überschuss abschließen.

ga