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Newcomer Parcels: Zwölfmal Pop der smartesten Sorte

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Parcels
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Die Parcels - bereit zum Abheben. Foto: Antoine Henault Foto: dpa

Es hatte sich ja schon länger angedeutet, dass die australische Band Parcels das nächste große Ding im (Indie-)Pop werden könnten. Jetzt scheint es soweit zu sein.


Berlin (dpa) - Dieses Debüt könnte der Anfang von etwas Großem sein: Das Mitte Oktober erschienene Album des australischen Quintetts Parcels enthält zwölfmal Pop der smarten, melodischen, eingängigen Sorte, mit einer Reihe unbedarft oder ironisch eingestreuter Zitate aus 45 Jahren Musikgeschichte.

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Das geht mit dem Nile-Rodgers-Gitarrengroove im Opener »Comedown« los, der die soeben wiederauferstandenen Disco-Funk-Legenden von Chic stolz machen sollte. Und es geht mit freundlichen Referenzen an Phoenix, die Bee Gees, Steely Dan, den »Yacht-Rock« der 70er, den Electro-Pop der 80er und French-House der 90er munter weiter.

Wer sind Parcels überhaupt? Die fünf jungen Burschen heißen Louie Swain (Keyboards), Patrick Hetherington (Gesang, Keyboard), Noah Hill (Bass), Anatole Serret (Schlagzeug) und Jules Crommelin (Gitarre). Sie kamen vor drei Jahren nach Berlin, um dort näher am europäischen Pop-Puls zu sein. Dann ergab sich eine Kontakt mit Daft Punk (»Get Lucky«) für »Overnight« (2017), und bald waren die Parcels eine »band to watch«.

»Wir haben gar nicht so viel darüber nachgedacht«, sagte Parcels-Frontmann Hetherington dem Deutschlandfunk über den Start in Berlin. »Wir hörten, dass es billig sei, dass hier gute Musik gemacht wird und es in der Mitte Europas liegt, so dass wir problemlos nach Frankreich oder England reisen könnten.« Die Band-Legende geht so weiter, dass man anfangs ziemlich klamm war und sich zu fünft eine Wohnung im Stadtteil Neukölln teilte.

Mit der Armut dürfte es bald vorbei sein. Denn das Debüt »Parcels« (Because/Caroline) bietet vieles, was heute im Pop angesagt ist: gute Vorbilder, eine gute Portion Unverfrorenheit beim Zitieren und natürlich gute eigene Songs.

Drei der fünf Mitglieder kennen sich schon seit Kindertagen in Byron Bay/Australien, in ersten Bands versuchten sie sich mit Rock, Folk oder Metal - eine Art Grundausbildung für den eklektizistischen Sound der ersten Platte, die den Durchbruch bringen soll. Dabei gelingt zwar noch nicht alles, einige der zwölf Songs bleiben ein wenig blass oder blutleer - aber in den besseren Tracks offenbart sich das enorme Talent dieser Newcomer.

Konzerte im November/Dezember: 18.11. Köln, 20.11. Hamburg, 1.12. Lausanne, 2.12. Zürich, 5.12. Stuttgart, 6.12. Wiesbaden, 9.12. Wien, 10.12. München, 11.12. Dresden, 12.12. Berlin

Website Parcels