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Nichts für schwache Nerven

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Die Ringerstaffel des TSV Berchtesgaden besiegte in einem begeisternden Kampf den TSC Mering mit 17:12. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Berchtesgaden – Einen Ringsportabend der besonderen Art durften 350 begeisterte Zuschauer in der Sporthalle an der Breitwiese am Samstagabend erleben. Wie schon in einigen Kämpfen zuvor wuchsen die Athleten des TSV Berchtesgaden förmlich über sich hinaus und besiegten einen starken Gegner eindrucksvoll. Jeder TSV-Ringer gab alles und wurde mit einem verdienten, wenn auch hart umkämpften Sieg belohnt. Mit diesem Erfolg rückte die Ringerstaffel des TSV Berchtesgaden an die zweite Tabellenstelle der Landesliga Süd hinter den SC Isaria Unterföhring.


Bereits das erste sehr hart umkämpfe Duell zwischen Lukas Laue (57 F) hatte es in sich und ließ auf einen engen Kampfverlauf schließen. Die Meringer boten mit Oliver Tanzyna einen starken Burschen aus Polen, der dem Berchtesgadener Seriensieger alles abverlangte. Doch Laue bot einen begeisternden Kampf und brachte seine Staffel gleich einmal mit einem 7:2-Punktsieg und damit zwei Mannschaftspunkten in Führung.

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Teamsieg nicht in Gefahr gebracht

Nichts für schwache Nerven war auch der schon vorentscheidende Kampf im Schwergewicht zwischen Hans Wolfgang Preinfalk (G 130) und seinem Meringer Widersacher Daniel Lang. Wie der Meringer Mannschaftsführer nach der Niederlage bekundete, hatten sich die Gäste in dieser Auseinandersetzung mehr erhofft. Doch Preinfalk agierte sehr diszipliniert und sicher. Preinfalk riskierte nicht alles, um den Teamsieg nicht in Gefahr zu bringen. Am Ende lag der Berchtesgadener mit 2:1 Punkten voran und bescherte der Staffel damit einen 1:0-Mannschaftssieg, der den Vorsprung nach zwei Kämpfen auf 3:0 ausbaute.

Im dritten Gefecht des Abends bekam Wolfgang Heil (G 61) den Vorzug und sah sich mit Maximilian Zeitler einem ausgefuchsten Mattenmann gegenüber. Nachdem Heil zunächst zurücklag, konterte er geschickt, doch Zeitler zog auf 6:2 davon. »Ich weiß nicht, warum der Mattenleiter Mustafa Durak bei einer Aktion von mir meinem Gegner vier Punkte gegeben hat«, so Heil nach dem Kampf, der ihn nicht ganz zufriedenstellte. Nach drei Kämpfen stand das Skore nun bei 3:2 für den TSV, der im nächsten Duell sodann in Rückstand geraten ist. Denn Mathias Fegg (F 98) war gegen den zweiten Polen in Meringer Ringdiensten Siejak Radoslaw ohne Chance. Bereits nach 53 Sekunden standen 16:0 Punkte auf der Anzeigetafel und Mering ging damit mit 6:3 in Führung.

Im letzten Kampf vor der Ringpause stand Christoph Graßl (F 66 A) dem starken Meringer Julian Stegmann gegenüber. Dieser Kampf sollte der Schlüssel zum späteren Mannschaftserfolg werden. Graßl geriet nach einer Unachtsamkeit zunächst in Rückstand, erwies sich dann jedoch als gewohnt cool und schulterte seinen Gegner nach 1:26 Minute durch seinen unwiderstehlichen Nackenhebel. Erstmals tobten die heimischen Zuschauer, Berchtesgaden ging mit einer knappen 7:6-Führung in die Ringpause, in der sich das Publikum sowohl über das gute Gesehene als auch den Fortgang des Kampfes austauschte.

Als im sechsten Kampf des Abends Andreas Pfnür (G 86 B) einen souveränen Schultersieg gegen Elias Johannes Polster landete, liebäugelte man aufseiten der Gastgeber auf einen Mannschaftssieg. Vier Kämpfe standen noch aus und der TSV Berchtesgaden führte jetzt 11:6.

Gastmannschaft erobert Führung

Einen schweren Stand hatte Korbinian Hillebrand (G 66 B) gegen Dominik Ringenberger, der mit einem 11:0-Punktsieg von der Matte ging. Mering verkürzte auf 11:9, da Marius Mackamul (F 86 A) die Matte betrat. Der junge Berchtesgadener Ringer wusste um die Klasse seines Gegenübers Norbert Lang, hielt jedoch den Kampf zunächst offen. Mit Fortdauer des Duells geriet Mackamul jedoch klar in Rückstand und verhinderte mit letzter Kraft einen totalen Erfolg des Meringers. Dennoch ging nun der Gast mit 12:11 in Führung.

Die letzten beiden Kämpfe im Leichtgewicht mussten nun die Entscheidung bringen. Diese leitete Andreas Hillebrand (F 75 A) ein. Hillebrand marschierte im Vorwärtsgang und ließ seinem Widersacher Benedikt Mastronicola keine Chance. Nach knapp fünf Minuten standen 16:0 technische Punkte auf dem Skore, die Zuschauer waren aus dem Häuschen und der TSV Berchtesgaden übernahm mit 15:12 wieder die Führung.

Im letzten Kampf oblag Alexander Petersen (G 75 B) die Aufgabe den Mannschaftssieg zu sichern und nicht alles zu riskieren. Petersen erfüllte seine Aufgabe einmal mehr in einer unnachahmlichen souveränen Ringweise, da er dem gewiss nicht schlechten Andreas Koller so gut wie keine Chance ließ. Der Meringer versuchte, mit einem Schultersieg doch noch den Mannschaftssieg für seine Staffel zu holen. Doch Petersen punkte seinen Kontrahenten sicher mit 11:5 aus und Berchtesgaden gewann damit den Kampf mit 17:12.

Natürlich kannte der Jubel unter den 350 Zuschauern nach dem mitreißenden Kampfabend keine Grenzen. Anschließend besuchten beide Staffeln zusammen mit ihren Anhängern – auch Mering hatte eine Fankolonie dabei – noch das Bräustüberl.

Die weiteren Ergebnisse des 5. (6.) Kampftages in der Landesliga Süd: SC Anger 2 - TV Geiselhöring 17:9, WKG Willmering/Cham - SC Isaria Unterföhring 8:24, ATSV Kelheim - TSV Kottern 12:15. Christian Wechslinger