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Nicole sieht gute Chancen für Michael Schulte beim ESC

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Sängerin Nicole
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Die Sängerin Nicole hält den deutschen ESC-Kandidaten Michael Schulte für glaubhaft. Deswegen habe er in Lissabon gute Chancen. Foto: Oliver Dietze Foto: dpa

Wer beim ESC punkten will, der muss nach Ansicht von Sängerin Nicole vor allem eines sein: glaubhaft. Deswegen ist sie überzeugt, dass Deutschland in Lissabon gute Chancen hat.


Nohfelden (dpa) - Sängerin Nicole hat nach ihrem Sieg für Deutschland (»Ein bißchen Frieden«) noch nie einen Eurovision Song Contest verpasst. »Einmal ESC, immer ESC«, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in Nohfelden im Saarland.

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»Und wenn ich irgendwo auf der Bühne gestanden habe, hat es immer gereicht, um das Ende noch mit zu bekommen.« Für den deutschen ESC-Teilnehmer Michael Schulte (28) sieht sie in Lissabon gute Chancen. »Er ist authentisch«, sagte die ESC-Siegerin von 1982.

In seinem Lied »You Let Me Walk Alone« stecke eine wahre Geschichte - eine emotionale Story über den Tod seines Vaters. »Das kann man nicht erfinden. Das könnte jetzt auch kein anderer singen«, sagte Nicole. Und das sei auch der Schlüssel, um zu überzeugen: »Es muss dein Lied sein, es muss aus dir kommen, du musst es persönlich fühlen.« Dann könne es sowohl ein »superpowervolles Lied« als auch eine Ballade sein.

Dass Deutschland in den vergangenen Jahren beim ESC schlecht abgeschnitten habe, darüber mache man sich »wahrscheinlich viel zu viele Gedanken«, meinte die Saarländerin. »Es wird alles so zerpflückt: Warum gewinnen die Deutschen nicht mehr, was ist schuld? Wir haben 27 Jahre die Eurovision nicht gewonnen, bis ich kam mit meiner Gitarre.« Man könne nicht alles erklären: Mal liege man vorne, mal hinten. »Du kannst so gut singen, wie du willst, aber wenn es dem Publikum nicht gefällt, dann ist es eben so.«

Der ESC habe auf jeden Fall eine Zukunft, sagte Nicole. »Das ist Gott sei Dank eine Veranstaltung, die Länder verbindet. Es gebe kaum Vergleichbares, »wo die Grenzen verschwinden und die Musik im Vordergrund steht«.

Der Song-Contest solle aber nicht noch größer werden, meinte die 53-Jährige. Mehr als 40 Länder sind dabei, ins Finale kommen 26. »Das zieht sich so lange hin, dass es irgendwann keinen Spaß mehr macht. Wenn ich um 1 Uhr nachts noch nicht weiß, wer gewinnt, dann bin ich müde.« Zudem hätten die Kommentatoren keine Zeit mehr, etwas über die Interpreten zu erzählen. Bei ihrem Auftritt vor 36 Jahren seien 18 Teilnehmer im Rennen gewesen.

Anders als heute durften damals die Lieder vor dem Wettbewerb nicht veröffentlicht werden, erzählte Nicole. »Das war glaubhafter. Jeder hatte die gleiche Chance.« Heute könne man vorher schon »wahnsinnig Promotion machen: Dann haben die Leute den Titel schon im Ohr. Wer gut vernetzt ist, ist im Vorteil«.

Nicole hat in ihrer Karriere bereits rund 30 Alben herausgebracht und zig Millionen Tonträger verkauft. Derzeit arbeitet sie an einem neuen Album, das aber vermutlich erst 2019 erscheinen werde. »Ich habe ja keinen Druck. Wenn ich was abliefere, dann hat das Hand und Fuß.«

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ESC-Finale