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Nie mehr wie es war

«Ein bewusst gesetzter Kontrapunkt zu unserem breitgefächerten Krimi-Angebot» - so kündigt das ZDF seinen neuen Fernsehfilm der Woche an: Christiane Paul und Fritz Karl in einem bedrückenden Familiendrama.

Nie mehr wie es war
Tomas Frese (Fritz Karl, mit Mikrofon) und seine Frau Nike (Christiane Paul) betreiben eine Musikkneipe. Foto: Erika Hauri/ZDF Foto: dpa

Berlin (dpa) - Sind es wirklich die Blutsbande, die uns zu guten Eltern machen? Und was passiert mit der Liebe, wenn ihr durch eine Lebenslüge der Boden entzogen wird?

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Mit diesen Fragen setzt sich der Grimme-Preisträger Johannes Fabrick («Der letzte schöne Tag») in dem ZDF-Familiendrama «Nie mehr wie es war» einfühlsam und psychologisch spannend auseinander - gelegentlich etwas schwarz-weiß gemalt, aber mit brillanten Schauspielern. Das ZDF zeigt den Film diesen Montag (18. September) um 20.15 Uhr.

Von Anfang an ist die Geschichte (Buch: Britta Stöckle) zu schön, um wahr zu sein. Nike (Christiane Paul) und Tomas (Fritz Karl) sind schon lange ein Paar, aber verstehen sich immer noch bestens. Zusammen betreiben sie eine Musikkneipe in München, ihr 16-jähriger Sohn Milan (Matti Schmidt-Schaller) ist vor allem mit dem Vater ein Herz und eine Seele - bis eines Tages Nikes verloren geglaubter Mutterpass auftaucht. Ist Tomas gar nicht Milans Vater?

«Das war eine sehr schwierige Rolle für mich», erzählt die Emmy-Preisträgerin Christiane Paul (43) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Für mich war sehr schwer vorstellbar, wie jemand es schaffen kann, so lange mit einer großen Lüge zu leben. Aber es war auch das Spannende, das zu ergründen.»

Ihre Nike versucht der Wahrheit davonzulaufen, solange es nur irgend geht. Sie verweigert sich jedem Gespräch, macht auf Angriff statt Verteidigung. Tomas lässt sich von Enttäuschung und verletztem Vaterstolz (fast) bis zum Letzten treiben. In blinder Wut zerschlägt er alles, was ihm einmal wichtig war. Und wie auch im richtigen Leben ist es das Kind, das am meisten leidet und zwischen den Fronten zerrieben wird. 

Soll man noch mehr verraten, oder ist dann die Spannung vorbei? Christiane Paul sagt immerhin so viel: «Das Tolle an Johannes Fabrick ist, dass er seine Geschichten konsequent zu Ende erzählt. Er macht nicht einfach Schluss, wenn's schmerzlich wird, sondern erzählt das unter Schmerzen zu Ende.»

Und noch eine weitere Besonderheit hat der Film für sie. «Man kann sich hier nicht wirklich für jemanden entscheiden. Man steht zwischen den beiden Hauptfiguren, weil man beide aus ihrer Situation heraus verstehen kann», sagt sie. «Der Film zieht niemanden auf eine Seite, auch wenn es für den Zuschauer schwer auszuhalten ist.»

Freilich: Es gibt nicht nur das Abgründige. Es gibt auch die Alltagsszenen und menschlichen Begegnungen, die mit viel Liebe und leisem Humor inszeniert sind. Und am Schluss sorgt der Schauspieler Michael Wittenborn als Nikes früherer, inzwischen dementer Professor für ein höchst skurriles Wiedersehen. Seine Frau Paulina (Dagny Dewath) und Nike entdecken dabei eine unerwartete Seelenverwandschaft. Aber für keinen wird es je wieder sein, wie es einmal war.  

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