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Nordkorea enthebt Armeechef aller Ämter

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Nordkoreas Armeechef
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Rund ein halbes Jahr nach dem Machtwechsel in Nordkorea hat das Regime Landes überraschend Armeechef Ri Yong Ho entlassen. Foto: Made Nagi Foto: dpa
Diktator und Armeechef
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Nordkoreas Diktator Kim Jong-un (r.) im Gespräch mit dem jetzt entlassenen Armeechef Ri Yong Ho. Foto: Kyodo Foto: dpa
Kim Jong-un
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Nordoreas Diktator Kim Jong-un inspiziert eine Textilfabrik in Pjöngjang. Foto: Yonhap/Archiv Foto: dpa
Kim Jong-un und die mysteriöse Frau
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Kim Jong-un und die mysteriöse Frau: Am 6. Juli entstand dieses für nordkoreanische Verhältnisse ausgesprochen ungewöhnliche Foto des neuen Machthabers. Foto: Yonhap/Archiv Foto: dpa
Raketenstart in Nordkorea
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Start einer nordkoreanischen Unha-2-Rakete. Foto: KCNA/Archiv Foto: dpa
Nordkoreanische Armee
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Eine Ehrengarde des nordkoreanischen Militärs marschiert in Pjöngjang auf (Archivbild). Foto: dpa
Patrouille
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Nordkoreanische Soldaten patrouillieren entlang der Grenze zu China. Foto: Wu Hong/Archiv Foto: dpa
Nordkorea
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Anti-US-Propaganda in Nordkorea. Foto: KCNA/Archiv Foto: dpa
Nordkoreanische Rakete
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Das Satellitenbild zeigt eine startbereite Rakete im nordkoreanischen Tongchang-ri. Foto: IMAGE (C) DIGITALGLOBE 2012/Archiv Foto: dpa
Ri Yong Ho
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Nordkoreas bisheriger Armeechef Ri Yong Ho hat alle Ämter verloren. Foto: Yonhap Foto: dpa

Seoul (dpa) - Die überraschende Entmachtung des nordkoreanischen Armeechefs Ri Yong Ho hat im Ausland neue Spekulationen um einen Machtkampf in Pjöngjang ausgelöst.


Das Politbüro der herrschenden Arbeiterpartei beschloss bei einem Treffen am Sonntag, Ri aus allen seinen Ämtern zu entlassen, wie die Staatsmedien am Montag berichteten. Ri sei krank, hieß es offiziell zur Begründung. Der 69-Jährige galt als Mitglied des inneren Führungszirkels in Pjöngjang, dem eine zentrale Rolle beim Machttransfer auf den jungen Kim Jong Un zugekommen war. Rund ein halbes Jahr nach dem Führungswechsel könnte Ri deshalb Opfer von Machtstreitereien geworden sein, vermuteten Beobachter in Südkorea.

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Ri sei unter anderem aus dem «Präsidium des Politbüros» entlassen und von seinem Posten als «Vizevorsitzender der zentralen Militärkommission» der Partei entbunden worden, hieß es in einer knappen Mitteilung des kommunistischen Landes. Von seinem Posten als Armeechef, den er 2009 übernommen hatte, war darin nicht ausdrücklich die Rede. Doch könne man davon ausgehen, dass Ri auch nicht mehr Generalstabschef der mächtigen Volksarmee sei, hieß es aus Regierungskreisen in Seoul.

Südkoreas Streitkräfte erklärten, man analysiere die Lage um die Entmachtung Ri Yong Hos. Die Beobachtung Nordkoreas und der Bewegungen des nordkoreanischen Militärs werde verstärkt. Beide koreanischen Staaten befinden sich völkerrechtlich noch im Kriegszustand, da seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) noch immer kein Friedensvertrag geschlossen wurde.

Die Tatsache, dass Ri zunächst alle seine Ämter verloren habe und dies nur einen Tag später bekanntgemacht worden sei, sei ein «ungewöhnlicher Vorgang», sagte eine Sprecherin des Ministeriums für Vereinigung in Seoul. Die Vorgänge im Machtzirkel in Pjöngjang gelten als so gut wie undurchschaubar.

In Südkorea wurde spekuliert, dass Ri in Wirklichkeit aus politischen Gründen entmachtet worden sein könnte. Ri könne bei dem jungen Machthaber Kim Jong Un in Ungnade gefallen sein, sagte Choi Jin Wook vom staatlichen Institut für Nationale Vereinigung in Seoul. «Es könnte auch ein Machtkampf herrschen.»

Ri gehörte nach Einschätzung von Beobachtern einer Gruppe von «Hütern» an. Diese sollen Kim Jong Un nach dem Tod seines Vaters und langjährigen Alleinherrschers Kim Jong Il im Dezember dabei helfen, seine Macht zu festigen. Ri, der als enger Vertrauter des früheren Diktators galt, sollte Kim Jong Un vor allem dabei unterstützen, die Kontrolle über das Militär zu übernehmen. Er hatte den knapp 30-jährigen Kim regelmäßig bei Inspektionsreisen oder auch bei Paraden begleitet. Das Regime hatte Kim Jong Un kurz nach der Ausrufung zum neuen Machthaber auch den Posten des Oberbefehlshabers über die Volksarmee übertragen, den sein Vater ebenfalls innehatte.