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Nordkorea meldet neuen Test einer Interkontinentalrakete

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Angeblicher Test einer Interkontinentalrakete
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Das Standbild eines Videos des nordkoreanischen Fernsehsender KRT soll den Start einer Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-14 zeigen. Foto: KRT Foto: dpa
Militär in Südkorea
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Reaktion auf die Raketentests des Nachbarn: Südkoreanische Panzerhaubitzen nehmen an der Grenze zu Nordkorea an einer Trainingseinheit teil. Foto: Ahn Young-Joon Foto: dpa
«Jetzt bitte alle nach oben schauen!»
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«Jetzt bitte alle nach oben schauen!» Nordkorea hat nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich eine Interkontinentalrakete getestet. Foto: KRT Foto: dpa
Bürger von Pjöngjang
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Bürger von Pjöngjang schauen sich auf der Straße die Nachrichten an. Nordkorea hat nach eigenen Angaben erstmals erfolgreich eine Interkontinentalrakete getestet. Foto: Jon Chol Jin Foto: dpa
Japan verurteilt Nordkoreas Raketentest
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In Tokio berichtet ein japanischer Fernsehsender über den nordkoreanischen Raketentest. Foto: Shizuo Kambayashi Foto: dpa
Pukguksong-2
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Die von der Regierung Nordkoreas verbreitete und undatierte Aufnahme zeigt den Start einer «Pukguksong-2»-Rakete. Foto: KCNA via KNS Foto: dpa
Nordkorea feuert erneut Testrakete ab
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Ballistische Raketen bei einer Militärparade in Pjöngjang. Foto: Wong Maye-E Foto: dpa
Musudan-Rakete
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Eine nordkoreanische Musudan-Rakete wird bei einer Militärparade durch die Straßen von Pjöngjang gefahren. Foto: KCNA/Yonhap Foto: dpa
Militärparade in Pjöngjang
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Militärparade in Pjöngjang: Nordkorea übt derzeit Angriffe auf die Regierung in Seoul. Foto: KCNA/Yonhap Foto: dpa
Raketentest
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Nordkorea testet auch Raketen, die von U-Booten aus starten können. Foto: KIACN Foto: dpa
Raketenstart
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Raketenstart in Nordkorea: Die Mittelstreckenrakete Hwasong-10 steigt auf. Foto: KCNA Foto: dpa
Kim Jong Un
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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un bei der Beobachtung eines Militärmanövers. Foto: Rodong Sinmun / Archiv Foto: dpa

Der Streit um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm ist einer der gefährlichsten Konflikte weltweit. Jetzt demonstriert die Diktatur militärische Stärke und startet eine Interkontinentalrakete. Die Schockwellen dürften auch den G20-Gipfel in Hamburg erreichen.


Pjöngjang/Seoul (dpa) - Nordkorea hat nach eigenen Angaben erstmals eine Interkontinentalrakete (ICBM) getestet, die auch die USA erreichen kann.

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Der Test der Hwasong-14 genannten Rakete, den Machthaber Kim Jong Un persönlich angeleitet habe, sei erfolgreich gewesen, berichteten die Staatsmedien am Dienstag unter Berufung auf die Akademie für Verteidigungswissenschaft des Landes. Nordkorea könne «jeden Teil der Welt mit Atomwaffen treffen». 

Mit dem Test einer ICBM wäre eine neue Eskalationsstufe im Streit um Nordkoreas Atomprogramm erreicht, der als einer der gefährlichsten Konflikte weltweit gilt. Das weithin isolierte Land arbeitet seit Jahren an der Entwicklung von Langstreckenraketen, die auch die USA erreichen können. Anchorage in Alaska ist 6000 Kilometer von Pjöngjang entfernt, Berlin knapp 8000 Kilometer.

Die US-Streitkräfte, die den Test aufzeichneten, sprachen zunächst von einer landgestützten Mittelstreckenrakete, die Nordkorea abgefeuert habe. Sie flog demnach 37 Minuten und somit länger als bei früheren nordkoreanischen Raketenversuchen.   

Als Interkontinentalraketen gelten Raketen mit einer Reichweite von mehr als 5500 Kilometern. Sie werden üblicherweise mit Atomsprengköpfen bewaffnet und folgen nach Verlassen der Erdatmosphäre einer ballistischen Flugbahn. UN-Resolutionen verbieten der kommunistischen Führung Nordkoreas den Test ballistischer Raketen. 

Nach Angaben Pjöngjangs erreichte der Flugkörper nach dem Start in der nordwestlichen Provinz Nord-Pyongan eine Höhe von 2802 Kilometern. Sie sei 933 Kilometer weit geflogen, bevor sie nach einer Flugzeit von 39 Minuten ihr Ziel im Japanischen Meer (koreanisch: Ostmeer) getroffen habe. 

Zuvor hatten bereits die südkoreanischen und amerikanischen Streitkräfte mitgeteilt, dass das Nachbarland eine ballistische Rakete abgefeuert habe, die rund 930 Kilometer in Richtung offenes Meer geflogen sei. Südkorea schließe nicht aus, dass es eine ICBM gewesen sein könnte, sagte Präsident Moon Jae In in Seoul bei einem Treffen des Nationalen Sicherheitsrats. 

Der US-Physiker David Wright erklärte in seinem Blog, sollten die Angaben des US-Pazifikkommandos stimmen, hätte die Rakete möglicherweise bei einer normalen Flugbahn eine maximale Reichweite von 6700 Kilometern und könnte damit Alaska erreichen. Bei einer angenommenen Flugzeit von 37 Minuten müsse sie aber zunächst über 2800 Kilometer in die Höhe gestiegen sein.

Der jüngste Test wurde auch als Warnsignal an die Regierung in Washington verstanden, der Nordkorea eine feindselige Politik unterstellt. Das bestreitet Washington. US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach mit Alleingängen in dem Konflikt gedroht und auch militärische Aktionen nicht ausgeschlossen. Nach dem jüngsten Test twitterte Trump jedoch, vielleicht werde China Maßnahmen gegen Nordkorea ergreifen, um «diesen Unsinn» zu beenden.

Südkorea und Japan verurteilten den Test als Provokation. Damit habe Nordkorea erneut gegen UN-Resolutionen verstoßen. Nach Angaben Japans stürzte die Rakete wahrscheinlich in die exklusive Wirtschaftszone des Landes - einer 200-Meilen-Zone vor der Küste. 

Tokio erklärte, zusammen mit den USA und Südkorea mehr Druck auf Nordkorea ausüben zu wollen. Ministerpräsident Shinzo Abe rief zugleich die Präsidenten Chinas und Russlands, Xi Jinpin und Wladimir Putin, auf, beim bevorstehenden G20-Gipfel in Hamburg eine «konstruktive» Rolle im Konflikt mit Nordkorea zu spielen.

Die russische Führung zeigte sich besorgt. Der Raketentest liefere jenen Argumente, die weitere Spannungen schüren wollten, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow. Der Außenpolitiker Leonid Sluzki betonte, Gespräche mit der Führung in Pjöngjang seien nun wichtiger denn je. «Man muss verhandeln, in den Dialog treten und Pjöngjang weniger provozieren, indem man einen Flugzeugträger an seine Grenzen verlegt», sagte der Duma-Abgeordnete. Die USA hatten im April vorübergehend mit der Verlegung eines Flottenverbandes auf nordkoreanische Raketentests reagiert.

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