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Nowitzki-Festspiele enden mit Arbeitssieg gegen ALBA

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Dirk Nowitzki (r) hatte mit Gegenspieler Deon Thompson mehr Mühe als angenommen. Foto: Sebastian Kahnert Foto: dpa

Berlin (dpa) - Trotz einer beispiellosen Terminhatz wollte Dirk Nowitzki seinen Heimattrip am liebsten gar nicht enden lassen. Im blauen T-Shirt und mit Badelatschen saß der Basketball-Superstar ganz relaxed in der Pressekonferenz nach dem 89:84 seiner Mavericks bei ALBA Berlin.


«Gibt's noch was?», erkundigte sich Nowitzki, obwohl die NBA-Verantwortlichen das Frage-Antwort-Spiel bereits zweimal beendet hatten. «Die Zeit war eigentlich viel zu kurz», sagte Nowitzki, «normal hätten wir schon letzten Samstag kommen und etwas länger bleiben müssen.» Für den 34-Jährigen ging mit dem ersten Auftritt der Mavs in Deutschland ein Traum in Erfüllung. Nowitzki genoss die kurze Zeit in der Heimat in vollen Zügen, obwohl seit der Ankunft in Berlin am Donnerstagvormittag Sponsoren, Fans, Presse und NBA-Verantwortliche stets an ihm gezerrt hatten. Alle wollten sich im Glanz des sympathischen Weltstars sonnen. «Der Rummel und der Hype waren natürlich riesig», gestand Nowitzki nach unzähligen PR-Terminen und Ehrungen, «aber es war doch schön zu sehen, dass die Leute das so angenommen haben.»

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Als der Blondschopf am Samstagabend um 19.44 Uhr bei der Teamverstellung der Mavericks das Parkett der o2 World betrat, rauschte ein Jubel-Orkan durch die Arena, die 14 504 Basketball-Fans flippten vollkommen aus. «Die vergangenen drei Tage waren unvergesslich für mich», rief der Gefeierte den Zuschauern zu. Nowitzki scherzte mit seinen Kollegen, frotzelte mit seinen Nationalmannschafts-Kumpels Sven Schultze und Heiko Schaffartzik und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, als er einen ganz simplen Korbleger kläglich vergab. «Das war ein bisschen peinlich. Ich glaube, ich bin zu alt zum Dunken.»

Sportlich blieb der erste Auftritt eines NBA-Teams gegen eine Bundesliga-Mannschaft zumindest für die US-Boys ein Muster ohne Wert. Eine Woche nach dem Trainingsauftakt lief bei den Texanern lange Zeit nicht viel zusammen, die 27 Ballverluste bezeichnete Coach Rick Carlisle als «für ein NBA-Team nicht akzeptabel».

Auch bei Nowitzki fehlte noch der Feinschliff, eine Gala des «German Wunderkinds» war zu diesem frühen Zeitpunkt der Vorbereitung aber auch nicht zu erwarten. «Ich muss noch eine Menge arbeiten, aber man darf nicht vergessen, dass das mein erstes Spiel seit Ende April, also seit fast sechs Monaten, war», meinte Nowitzki. Am Ende kam er auf acht Punkte und traf drei seiner neun Würfe aus dem Feld. Beste Schützen bei den Mavericks waren Chris Kaman, Vince Carter und Darren Collison mit je 14 Punkten. Bei den starken Berlinern glänzte Deon Thompson mit 20 Zählern.

Doch Statistiken waren an diesem Abend nebensächlich, es galt, einem der wenigen deutschen Sportstars mit Weltformat zu huldigen. Nowitzkis aus der NBA großen Rummel gewohnte Teamkollegen staunten in den Tagen von Berlin nicht schlecht, wie groß der Hype um ihren Kapitän in dessen Heimat war.

Clubbesitzer Mark Cuban hielt die Nowitzki-Festspiele immer wieder per Handy-Foto fest, auch der Milliardär schien die Zeit in Berlin zu genießen und sich zu fragen, warum er erst jetzt mit Dallas in die Heimat seines Stars gekommen war. Cuban hatte gleich seine gesamte Familie mitgebracht und gab sich in Jeans und blauem T-Shirt eher wie ein Fan als wie der Boss eines NBA-Teams.

Am Sonntagvormittag ging der Heimat-Aufenthalt für Nowitzki zu Ende. «Schade», befand der Franke, ehe er mit der Mannschaft weiter nach Barcelona flog. Dort stand am Abend der Besuch des Clásico zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid an, ehe es am Dienstag zum zweiten Spiel der Europareise gegen Barça kommt. «Ich hoffe, dass wir da noch einmal ein gutes Spiel machen, und dann geht es ja auch schon wieder zurück in die USA», sagte Nowitzki. Ein bisschen Wehmut klang da in seiner Stimme schon mit.