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»Nudeln sind tot«

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Sunnyboy schlechthin: Kehlsteinwirt Norbert Eder. (Foto: privat)

Berchtesgaden – »Mist« isst Norbert Eder nicht mehr. Der Kehlstein-Wirt verzichtet seit einem Jahr rigoros auf Zucker und Mehl, also auf Kohlenhydrate. Und treibt dazu viel Ausdauersport. Diese Kombination ist laut Eder der Grund dafür, dass sich der 56-Jährige so dermaßen gut fühlt. Wie bekommt man so etwas hin? Der »Berchtesgadener Anzeiger« fragte nach.


Herr Eder, Sie verzichten also auf Kohlenhydrate? Was bedeutet das?

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Norbert Eder: Ganz einfach: Ich esse keine Nudeln und auch keine Backwaren.

Sondern?

Eder: Gemüse, Salat, Obst, Nüsse, Fisch statt Fleisch.

Wie sind Sie darauf gekommen?

Eder: Den Konsum von Kohlenhydraten hatte ich schon lange eingeschränkt. Aber halt nur so lala. Aber seit einem Jahr gilt »no carb«.

Warum?

Eder: Ich bin ein sportlicher Mensch. Ich mag Trail Running und Berggehen. Nach einem Vortrag eines bekannten Fitness-Gurus habe ich mich zu diesem kategorischen Schritt entschlossen.

Hat es was gebracht?

Eder: Ja, eindeutig. Diese Ernährungsform tut mir sehr gut. Ich bin sozusagen vom Müll befreit. Und deshalb noch fitter als ich eh schon war.

Wie schaut es mit Alkohol aus?

Eder (lacht): Alkohol ist für mich ein reines Genussmittel, das ich mir in seltenen Fällen gönne. Bei Familienfeiern trinke ich schon mal ein Glaserl Wein oder ein Bierchen.

Als Kehlstein-Wirt sind Sie von früh bis spät umgeben von Schnitzeln, Speckknödeln und Kaiserschmarrn. Geben Sie der Versuchung manchmal nach?

Eder: Nein. Denn, was du ständig siehst, willst du gar nicht essen.

Sie bewirten das Kehlsteinhaus fast auf den Tag genau seit 30 Jahren. Dafür brauchen Sie ein Gespür für Ernährungstrends. Wie hat sich die Speisekarte in den vergangenen Jahrzehnten verändert?

Eder: Die aktuelle Standardkarte enthält weniger Gerichte. Dafür haben wir wechselnde Tageskarten. In der diesjährigen Saison war das Chicken Curry mit Gemüse und Reis am beliebtesten. Eine Renaissance feierte der Zwiebelrostbraten. Und auch die klassische Schweinshaxe und Kaspressknödel wurden stark nachgefragt.

Also kein Boom bei vegetarischen Gerichten?

Eder: Nein. Aber bei Veganen. Und auch Fragen und Wünsche wegen Unverträglichkeiten haben zugenommen. Vor allem bei Gästen aus Skandinavien.

Sind Sie ein Ernährungsmissionar? Wollen sie andere Menschen von Ihrem Ernährungsstil überzeugen?

Eder: Nein. Ich missioniere nicht. Aber ich erkläre meinen Ernährungsstil auf Nachfrage gerne jemanden.

Was sagen Sie dann?

Eder: Man braucht keine Kohlenhydrate zum Leben. Nudeln sind tot.

Noch so einen Spruch, bitte.

Eder: Es gibt drei Voraussetzungen für Wohlbefinden: richtig bewegen, richtig ernähren, richtig denken.

Sehr gut. Von Ihnen?

Eder (lacht): Nein. Aber er könnte von mir sein.

Sie sind immer so gut drauf. Liegt das an der Ernährung oder am Sport?

Eder: An beidem. (Überlegt kurz). Aber es könnte ja sein, dass ich schon morgen zwida bin. (Überlegt kurz und lacht). Nein, doch nicht.

Christian Fischer