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Nürnberg erkämpft sich Punkt gegen schwächelnden BVB

Nürnberg (dpa) - Die Galaform aus der Vorsaison fehlt dem BVB zu Beginn der neuen Spielzeit noch. Beim 1:1 in Nürnberg offenbaren die Dortmunder im Spiel nach vorne Schwächen - der FCN freut sich über einen unverhofften Zähler.

1. FC Nürnberg - Borussia Dortmund
Der Dortmunder Ilkay Gündogan (l) kommt vor dem Nürnberger Alexander Esswein an den Ball. Foto: Sven Grundmann Foto: dpa

Jürgen Klopp vermisste bei seinen BVB-Meisterkickern die letzte Entschlossenheit. «Wir hatten den Punch nicht», meinte der Dortmunder Trainer nach dem mauen 1:1 (1:1) beim 1. FC Nürnberg. Die Gewohnheitssieger hatten auch deshalb nichts zu jubeln, weil die Franken gegen Marco Reus & Co. mit einer defensiv fast fehlerfreien Vorstellung überzeugten. «Meine Mannschaft hat das fantastisch gemacht», schwadronierte FCN-Trainer Dieter Hecking.

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Vier Punkte aus zwei Fußball-Bundesligaspielen stehen jetzt zu Buche, ein ordentlicher Saisonstart also. Dasselbe gilt für die Westfalen - aber eben auch nicht viel mehr. Der flinke Jakub Blaszczykowski (40. Spielminute) bewahrte den BVB am Samstag zumindest vor der ersten Pleite seit 30 Bundesligaspielen, nachdem Tomas Pekhart (31.) den FCN per Kopf in Führung gebracht hatte.

Die Dortmunder Gala-Form vom Ende der abgelaufenen Saison fehlte allerdings noch. Kampfstarke Nürnberger hielten bestens dagegen, bewiesen Konsequenz in den Zweikämpfen und Unnachgiebigkeit in der Defensivarbeit. «Ein gerechtes Unentschieden - zumal wir auch immer die Chancen genutzt haben, uns zu befreien», befand Hecking. «Wir haben wie schon zuletzt in Hamburg klasse gespielt.»

Mats Hummels wurde als wichtiger Dortmunder Aufbauspieler immer wieder ganz früh von FCN-Stürmer Pekhart attackiert, das Dortmunder Kombinationsspiel um den Fußballer des Jahres Reus kam kaum zur Entfaltung. «Nürnberg hat es uns schwer gemacht», meinte Hummels.

Das stellte den Doublesieger vor Probleme, für die er zunächst keine Lösungen hatte. Einzig durch Distanzschüsse ließ der BVB seine Torgefährlichkeit anfangs mal aufblitzen, letztlich blieben die Versuche von Kapitän Sebastian Kehl (18.) und des ehemaligen Nürnbergers Ilkay Gündogan (27./45.) aber erfolglos. Jürgen Klopp war sichtlich unzufrieden - und fiel mit seinen Reklamationen als häufiger Gast an der Seite des vierten Unparteiischen auf.

Nach einer halben Stunde demonstrierten die Nürnberger Fans unter den 50 000 Zuschauern erstmals ihre Lautstärke, als sie die erste Ecke des FCN gleich wie einen Treffer feierten. Der fiel wenige Sekunden später dann tatsächlich, als sich Pekhart im Luftzweikampf gegen Nationalverteidiger Hummels durchsetzte und die Flanke des umsichtigen japanischen Spielmachers Hiroshi Kiyotake einköpfte.

Die Auslosung der Champions-League-Gruppen mit den starken Kontrahenten Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam hatte beim Klopp-Team allerdings für nachdenklichere Mienen gesorgt als das Gegentor. Mit aller Willenskraft drängte der BVB aufs 1:1, das Blaszczykowski noch vor der Pause erzielte. Der Pole profitierte von einem Abpraller an die Torlatte, der Ball landete vor seinen Füßen. «Zumindest haben wir den schnellen Ausgleich geschafft», sagte Kehl.

Der FCN ließ sich seinerseits nicht irritieren und stellte weiterhin gekonnt die Räume zu. Daran änderte auch die späte Einwechslung von Dortmunds Mittelfeld-Juwel Mario Götze nichts, der nach 63 Minuten kam. Die beste Gelegenheit in der zweiten Halbzeit hatte Hummels (62.), dessen Kopfball von Nürnbergs Javier Pinola nach einer Ecke auf der Linie geklärt wurde; Julian Schieber (81.) scheiterte nochmals aus der Distanz - Ex-Torschützenkönig Robert Lewandowski blieb dagegen gänzlich blass. Der BVB wird sich steigern müssen, um an die Erfolge von 2011/2012 anzuknüpfen.

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 35,6 - 64,4

Torschüsse: 6 - 18

gew. Zweikämpfe in %: 49,4 - 50,6

Fouls: 12 - 17

Ecken: 4 - 11

Quelle: optasports.com