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Nur einer von 16 Männern nimmt Nachnamen der Ehefrau an

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Nur einer von 16 Männern in Deutschland nimmt bei der Hochzeit den Nachnamen seiner Ehefrau an. Das ist das Ergebnis einer Studie der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS). Foto: Peter Kneffel Foto: dpa

Vor mehr als 25 Jahren kippte das Bundesverfassungsgericht die Pflicht zu einem gemeinsamen Ehenamen. Seither können Frauen bei der Hochzeit ihren Namen behalten. Eine neue Studie zeigt nun aber, dass sie das in den meisten Fällen gar nicht wollen.


Wiesbaden (dpa) - »Die Ägypterinnen behielten ihn. Die Römerinnen auch. Die Germaninnen sowieso. Und in 106 Ländern der Welt ist es selbstverständlich, dass Frauen ihn behalten.

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Nur die deutschen Frauen verloren ihn in der Neuzeit: ihren eigenen Namen und damit ihre Identität«, schrieben die Feministinnen der Zeitschrift »Emma«. Sie feierten im Jahr 1991 das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, wonach der Familienname nicht mehr automatisch der des Mannes wurde, wenn sich ein Paar nicht einigen konnte. Frauen durften ihren Geburtsnamen fortan behalten, drei Jahre später trat die entsprechende Gesetzesänderung in Kraft.

Ehepaare setzen auf Tradition

Rund ein Vierteljahrhundert später hat sich in der Praxis allerdings gar nicht so viel geändert. Denn allen Freiheiten zum Trotz mögen es Ehepaare in Deutschland gern traditionell - und die meisten Frauen verzichten heute freiwillig auf ihren Namen. Bei rund drei Viertel aller Eheschließungen wird auch heute noch der Name des Mannes zum gemeinsamen Ehenamen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), die nun veröffentlicht wurde.

Nur einer von 16 Männern in Deutschland nimmt bei der Hochzeit den Nachnamen seiner Ehefrau an. Nur 6 Prozent der Paare entscheiden sich für den Familiennamen der Frau. Etwa doppelt so häufig kommt es laut Studie vor, dass beide Partner ihren eigenen Namen behalten.

Diese Beobachtungen hat auch Beate Tripp vom Bundesverband der Deutschen Standesbeamtinnen und Standesbeamten e.V. (BDS) gemacht. Die Studienleiterin des Verbandes sagt: »Man ist noch sehr traditionell unterwegs.« Meist einigen sich die Paare schon auf eine bestimmte Namensführung, wenn sie das Aufgebot bestellen - aber manchmal gebe es auch Überraschungen am Hochzeitstag, wenn dann spontan erklärt wird, man wolle doch den Namen des anderen annehmen. »Schatz, das ist mein Hochzeitsgeschenk an dich.« Meistens, so sagt Tripp, machten Frauen dieses Geschenk.

Frühere Regelung zum Familiennamen

Seit 1976 müssen sich Paare bei der Hochzeit nicht mehr zwangsläufig auf den Familiennamen des Mannes festlegen. Konnten sie sich allerdings nicht einigen, galt der Name des Mannes von der Heirat an für beide. Diese Regelung wurde mit besagter Entscheidung vom Bundesverfassungsgericht gekippt. Inzwischen ist nicht einmal mehr ein gemeinsamer Familienname Pflicht. Das entsprechende Gesetz trat am 1. April 1994 in Kraft, jährt sich also im kommenden Jahr zum 25. Mal.

Wie die Gesellschaft für deutsche Sprache in Befragungen von Ehepaaren herausgefunden hat, wird es oft mit der Tradition begründet, wenn sich ein Paar für den Familiennamen des Mannes entscheidet. »So ist es üblich, so hat man es seit Jahrhunderten gemacht«, sagt Frauke Rüdebusch von der GfdS. »Diese Argumentation wird meist von den Männern selbst genutzt, die es mitunter als ein Zeichen von Schwäche, von Unmännlichkeit empfinden, wenn sie den Namen ihrer Frau annehmen. Dieses Denken ist in den Köpfen vieler Menschen noch stark verwurzelt.«

Daneben gibt es laut der Studie noch viele andere Gründe wie den Klang des Namens, eine sonst aussterbende Familienlinie, einen Firmennamen oder eine auf dem Geburtsnamen aufgebaute berufliche Karriere. Der Kompromiss: der Doppelname, von dem 8 Prozent der Paare Gebrauch machen.

»Mich wundert, dass es nach wie vor so ungleich ist, welcher Name Männern und Frauen wie viel bedeutet«, sagt die Soziologin Paula Villa von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. »Und mich wundert schon, wie problemlos eher Frauen ihren Namen aufgeben - das hat schon auch einen symbolischen Wert.«