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Nur schön zu spielen, reicht nicht

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Jörn Herdecke (2.v.l.) kümmert sich um den gefährlichen Tobias Mayer (3.v.l.), während Schlussmann Christian Thurner (r.) und Abwehrspieler Tobias Fegg die Situation beobachten. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Schönau am Königssee – Die dritte 0:1-Niederlage in Folge kassierte die SG Schönau vor 130 Zuschauern im Heimspiel gegen den TSV Teisendorf und fiel damit in die Bedeutungslosigkeit des Mittelfeldes der Tabelle zurück. Die Schönauer vergaben durch Daniel Maier wieder einmal einen Elfmeter, der allerdings sehr umstritten war. Ferner brachten es die Schönauer über eine Stunde nicht zustande, nach einem Platzverweis gegen zehn Teisendorfer zu überzeugen. In keiner Phase war erkennbar, dass Schönau einen Akteur mehr auf dem Rasen hatte. Die Schönauer ergingen sich wieder einmal im »Schönspiel« und vergaßen, dass Fußball eine Kampfsportart ist.


Wie schon in den Spielen in Hammerau und in Traunstein war schnell erkennbar, dass der Gegner in erster Linie auch dieses Mal erfolgreich versuchte, das Kombinationsspiel der Schönauer zu zerstören. Nach dem ersten Abtasten setzte sich nach gut einer Viertelstunde der Schönauer Flügelflitzer Sebastian Wessels über die linke Seite durch, scheiterte jedoch am Teisendorfer Schlussmann Franz Schwangler, der sich noch zum Matchwinner aufschwingen sollte. Dem Gästetorhüter stand jedoch bei all seinen guten Aktionen auch eine große Portion Glück und Schönauer Unvermögen zur Seite. So auch nach 20 Minuten, als Daniel Maier fünf Meter vor dem Tor den Ball nicht an Schwangler vorbei brachte.

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Doch auch die Teisendorfer waren im Spiel und rissen mit ihren Konterangriffen die Schönauer Abwehr gefährlich auf. In der 22. Minute lenkte SG-Schlussmann Christian Thurner die Kugel nach einem Schuss von Tobias Mayer gerade noch um den Pfosten. Wenig später starteten die Schönauer einen Bilderbuchangriff über Maier und Althaus zu Wessels. Doch Schwangler hielt sein Team weiterhin im Spiel.

Als der gut leitende Landesligaschiedsrichter Markus Huber vom SSV Wurmannsquick Stefan Hoiß vom TSV Teisendorf nach einem schweren Foul vorzeitig zum Duschen schickte, schien der Weg zum Sieg frei für die SG Schönau. Doch über eine Stunde hatte man nicht das Gefühl, dass die Schönauer einen Feldspieler mehr auf dem von Stadionchef Wolfgang Fegg bestens gepflegten Rasen hatten. Vielmehr kompensierte der Gast seine numerische Unterlegenheit mit größtem Kampfgeist, den man bei einigen Schönauer Spielern vermisste.

Nach dem Pausentee schienen die Schönauer zunächst besser eingestellt, doch noch zum Torerfolg zu kommen. Eine Riesenchance leitete Wessels ein, als er auf Maier flankte, der jedoch in der 50. Minute am Teisendorfer Keeper scheiterte. Wenig später schossen sich die Schönauer die einschussbereite Kunstlederkugel selbst in den Rücken, das Teisendorfer Tor schien wie vernagelt. Teisendorf kämpfte um jeden Zentimeter Boden und dies sollte sich in der 75. Minute lohnen. Abwehrspieler Michael Lindner schaltete sich ins Sturmspiel ein und überwand mit einem Schuss in die lange Ecke den sich umsonst streckenden Thurner.

Jetzt gingen die Schönauer zum Generalangriff über, selbst Abwehrchef Andreas Fernsebner stürmte und wurde knapp vor der Grundlinie zu Fall gebracht »Ich weiß nicht, ob das ein Elfmeter war«, sagte der Mannschaftskapitän nach dem Match. Elfmeterschütze Maier befand wohl, knapp zwei Meter Anlauf würden zum Torschuss reichen. Doch der Elfmeter ging weit am Torpfosten vorbei. Mit großer Leidenschaft und auch der nötigen Portion Glück verteidigten zehn Teisendorfer in den letzten Spielminuten erfolgreich den knappen Vorsprung.

SG Schönau 1: Thurner; Herdecke; Fegg, Angerer, Klaus, Weinbuch, Hölzl, Fernsebner, Althaus, Maier, Wessels, Althaus, Burger, Galler. Christian Wechslinger