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Die Biosphärenregion verschenkt 360 Bäume zur Anlage und Auffrischung von Streuobstwiesen

Obstbäume »für lau«

Bad Reichenhall – Ein großer Erfolg war die diesjährige Biosphären-Obstbaumaktion, die am Samstag auf dem Parkplatz des Landratsamtes stattfand. 360 Obstbäume wurden vergeben. Das Ziel dahinter: 

Fünf Bäume gab es für jeden, man konnte wählen zwischen Apfel-, Birnen- Zwetschgen-, Süßkirsch-, Sauerkirsch- oder Walnussbäumen. (Foto: Pfeiffer)

Der Erhalt des »traditionellen Kulturlandschaftselements«, so Dr. Peter Loreth vom Trägerverein, der Biosphärenregion Berchtesgadener Land.

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Rund 13 000 Euro teuer war die Obstbaumaktion, die erneut auf große Resonanz in der Bevölkerung stieß. 70 Prozent der Kosten übernimmt der Freistaat Bayern, rund 30 Prozent oder 4 000 Euro stemmt der Trägerverein. Die Aktion kam gut an: Immerhin gab es Obstbäume kostenfrei. Aber nicht für jedermann. Denn die Pflanzaktion von Obstbäumen richtet sich nur an jene, die Streuobstwiesen ihr eigen nennen.

Überhaupt sind die Kriterien streng: Die Pflanzfläche muss im Außenbereich auf »naturschutzfachlich sinnvollen Flächen liegen«, ebenso muss die Pflege mit einer Zweckbindungsfrist von fünf Jahren gewährleistet sein. Ein gewöhnlicher Garten reichte bei dieser Aktion nicht aus, um an jeweils fünf Hochstamm-Obstbäume zu kommen. Im Vorfeld hatten sich Interessierte, die entweder eine Obstbaumwiese anlegen oder auffrischen wollten, für die Aktion anmelden müssen. Jeder, der an die Obstbäume gelangen wollte, wurde überprüft.

Großer Ansturm

Und selbstverständlich war der Ansturm größer als die zur Verfügung stehenden Bäume, weswegen viele der Obstbaumabholer schon am frühen Samstagvormittag mit ihren Anhängern am Landratsamt ankamen. Fünf Bäume gab es für jeden, man konnte wählen zwischen Apfel-, Birnen- Zwetschgen-, Süßkirsch-, Sauerkirsch- oder Walnussbäumen. Dr. Peter Loreth, der bei der Verteilung der Bäume mithalf, sagte, dass bei der Aktion vor allem der »landschaftsästhetische Aspekt« im Vordergrund steht – aber natürlich auch die Tatsache, dass an den Bäumen besonderes Obst mit Bio-Qualität wächst. Für den Leiter der Biosphärenregion ist das ein wichtiges Kriterium.

Für den größtmöglichen Erfolg der Pflanzaktion gab es für die neuen Baumbesitzer neben dem Fünfer-Baumpack auch noch jeweils fünf große Holzpfähle, Verbissschutzmanschetten sowie Wühlmauskörbe obendrein. »Wir wollen vermeiden, dass die Bäume gleich zu Beginn einem Verbiss zum Opfer fallen«, so Peter Loreth, der sich überrascht zeigte vom Ansturm der Obstbaumfreunde. Als Biosphärenregion sei es von besonderer Wichtigkeit, traditionelle Landnutzungsformen zu fördern und regionale Produkte zu unterstützen.

Landrat begeistert

Auch Landrat Georg Grabner zeigte sich von der Sache angetan. Selbst hat er zwar keine Streuobstwiese, aber er ist zumindest Gartenbesitzer mit Obstbaumbestand und kann deshalb ein Wörtchen mitreden: »Obst ist einfach etwas Köstliches. Und wenn man dann auch noch etwas Gutes für die Bienen und die Landschaft tut, sind alle zufrieden.« Zwei Apfelbäume stehen bei Grabner im heimischen Garten, darüber hinaus Kirschen und Zwetschgen.

Weil nicht alle Obstbäume an jeder Stelle gut wachsen können, beriet Markus Putzhammer als Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege. Er erklärte den Baum-Abholern, was es zu beachten gilt, gab Tipps und Ratschläge und verteilte zudem eine Anleitung zum Schneiden der bislang noch recht überschaubaren Bäumchen. Auch Marktschellenbergs Bürgermeister Franz Halmich ist unter den Obstbaum-Neubesitzern. »Ich habe fünf Apfelbäume bekommen«, sagte Halmich. Andere Obstsorten hätten keinen Sinn ergeben. Apfelbäume wachsen in Marktschellenberg einfach nun mal am besten. Die Pflanzung der Bäume war im Übrigen nicht inkludiert. Das mussten die Obstbaumbesitzer schließlich selbst erledigen. Kilian Pfeiffer