weather-image
11°

Offen werden für das Wunder der Weihnacht

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Stimmgewaltig erklangen die festlichen Lieder in der Theaterfabrik Traunreut. (Foto: Rasch)

Innerlich zur Ruhe kommen, loslassen vom Alltag und sich dem Wunder der Weihnacht öffnen: Das konnten die zahlreichen Besucher bei einem weihnachtlichen Konzert des Sängerchores Traunreut unter der Leitung von Richard Kalahur in der Theaterfabrik Traunreut.


Eine festliche Mischung von ansprechenden Liedern, abgerundet von betörend schönen Harfenklängen, spannte einen Bogen vom Advent bis zum Weihnachtsfest. Eine ganz besondere Note verlieh Kammersänger Franz Supper dem abwechslungsreichen Programm, das das Konzert sehr kurzweilig erscheinen ließ. Obwohl man geneigt war, zwischen den Beiträgen zu applaudieren, herrschte absolute Stille. Umso jubelnder fiel der zu Recht verdiente, langanhaltende Schlussapplaus aus. »Ich hätte noch stundenlang zuhören können«, schwärmte eine Traunreuterin.

Anzeige

Mit dem »Rorate, ach tauet ihr Himmel«, einem Arrangement von Peter Altersberger, stimmte der Chor auf die Ankunft des Herrn ein. Franz Supper, der nicht zum ersten Mal bei Konzerten des Sängerchors aufgetreten ist, eroberte gleich in seinem ersten Tenorsolo »Die Ehre Gottes aus der Natur« von Ludwig van Beethoven die Herzen der Zuhörer. Für seinen Auftritt in Traunreut hat er nach Angaben der Sängerchor-Vorsitzenden Andrea Bonfig-Mollner sogar die Proben für die neue Spielzeit am Salzburger Landestheater unterbrochen. Dass der 62-jährige, gebürtige Burgenländer über eine breite Gesangspalette verfügt, stellte er unter anderem auch in César Francks »Panis angelicus«, dem bekannten Weihnachtslied »Adeste fideles« oder in dem wunderschönem Gebet »Bitten« von Beethoven mit Spielfreude und klar verständlicher Aussprache unter Beweis. Begleitet wurde er von Brigitte Käfferbitz auf dem Klavier.

Als couragierte und verlässliche Pianistin begleitete Käfferbitz auch den Chor, der sich sowohl in der Intonation als auch in den Einsätzen sehr gefestigt zeigte. Der 45-köpfige Chor stimmte Lieder aus unterschiedlichen Musikepochen und Stilrichtungen an, wie die Volksweise »Es wird ein Stern aufgehen«, das Lied »O hehre Nacht« von Adolph Adam (1803 bis 1856) oder den A-capella-Satz von Manfred Bühler »Botschaft der Engel.« Aus der Feder von Bühler stammte auch der Satz des bekannten amerikanischen Weihnachtlieds »Der kleine Trommeljunge« mit dem ins Ohr gehenden, rhythmischen Refrain »Par ra pa pam pam….«. Unglaublich ans Herz ging auch das polnische Weihnachtslied »Lulajze Gottessohn«, in dem Elke Grammer (Sopran) und Andrea Bonfig-Mollner (Alt) als Solistinnen auftraten. Die zutiefst anrührende Melodie, ebenfalls arrangiert von Manfred Bühler, gehört zum Repertoire des Chors.

Den konzertanten Reigen der Weihnachtsgeschichte bereicherte auch die Harfenistin Alexa Scheufler. Voller Eleganz und äußert professionell beherrschte sie die ganze Vielfalt, die die Harfe auf 47 Saiten zu bieten hat. Ihre jubilierenden Harfenklänge in der »Romance san paroles, Op. 40« von Alphonse Hasselmans oder das Andantino »Espressivo aus der Sonata« in C-Moll von Giovanni Pescetti, gingen unter die Haut, wie der »Weihnachtszauber« des tschechischen Komponisten Karel Svoboda.

Bei der abschließenden Botschaft »Tochter Zion, freue dich« von Georg Friedrich Händel sang Franz Supper die ersten beiden Strophen. Chor und Publikum stimmten die dritte Strophe gemeinsam an: Ein jubilierender Ausklang und die Besucher waren sichtlich beeindruckt von dem rundum gelungenen und berührenden Konzertabend. Gabi Rasch