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Offline - Das Leben ist kein Bonuslevel

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Offline - Das Leben ist kein Bonuslevel
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Computerspieler Jan (Schauspieler Moritz Jahn) als wagemutiger Fenris (l) im Kampf. Foto: SWR/Rat Pack Filmproduktion/Arte Foto: dpa

Viele junge Menschen verbringen nahezu ihre gesamte Freizeit vor dem Bildschirm. Von einem leidenschaftlichen Computerspieler erzählt nun ein Spielfilm auf Arte.


Berlin (dpa) - Fremde Welten und faszinierende Figuren stecken in vielen Computerspielen. Was aber einem jungen Spieler passiert, dessen Rechner eines Tages gehackt wird, zeigt der Film »Offline - Das Leben ist kein Bonuslevel« an diesem Donnerstag (21.40 Uhr) auf Arte.

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Ein Mann in Rüstung schleicht durch einen dunklen Wald, als plötzlich ein scheußliches Monster aus dem vor ihm liegenden See steigt und ihm nach dem Leben trachtet. Doch wenig später ist es besiegt, und der Krieger namens Fenris fängt an zu sprechen. Er ist der Avatar - also die virtuelle Figur - des Spielers Jan (schüchtern und gut: Moritz Jahn).

Der 17-Jährige hat sich unter seinem Hochbett eine richtige Spiellandschaft am Computer aufgebaut, wo er um das »Amulett der Eiseskälte« spielt, in der »Schlacht um Utgard«. So eine Spiel-Session kann schon mal mehrere Stunden dauern - da helfen dann labberige Toastscheiben gegen den Hunger oder Urinbeutel für den Harndrang. Das Nahen der ebenso lästigen wie zudem meist singenden Mutter Elsa (Dana Golombek) wird sowieso per Kamera überwacht.

Doch eines Tages wird Jans Computer gehackt, denn irgendjemand muss - gewollt oder ungewollt - irgendein Passwort ausgeplappert haben. »Ich hab’ alles verloren«, stammelt der entsetzte Spieler daraufhin nur, denn offline zu sein geht natürlich gar nicht. Auch sein PC und das Handy funktionieren nicht mehr, und sogar sein Konto ist gesperrt.

Ausgerechnet seine Spielpartnerin Karo (forsch und gut: Mala Emde) mit den blau gefärbten Haaren alias Gotrax, »Schlächter vom Grimsberg«, mit der er das anstehende Online-Turnier »Ragnarök« bestreiten wollte, steht ihm jetzt zur Seite. Sie tut das mit ziemlich ungewöhnlichen Aktionen. Gemeinsam kommen sie dahinter, wer hinter den Intrigen steckt, und machen sich auf die Suche nach dem Spieler in der realen Welt.

Uraufgeführt wurde der Jugend-Fantasyfilm »Offline« im Wettbewerb des Filmfestivals Max-Ophüls-Preis 2016 - Regisseur Florian Schnell (34) ist dafür mehrfach ausgezeichnet worden. Wie schon in seinen Kurzfilmen in der Studienzeit (»Hybris«, 2009) arbeitet Schnell auch hier mit einer Mischung aus Real- und Animationsfilm. So springt dann manchmal einfach sein virtueller Held ein, wenn’s eine brenzlige Situation gibt. Oder Jan kann aus vier verschiedenen Möglichkeiten seine Antwort auf eine Frage heraussuchen - wie in einem Spielquiz eben auch.

Diese ständige Vermischung von echter und virtueller Welt ist ebenso faszinierend wie verwirrend. Stellenweise ist die Abenteuerkomödie auch arg albern. Doch die Figuren sind liebevoll und sympathisch gezeichnet, und sie zocken einfach gern. Warum das zumeist kriegerische Spiele mit unnötig viel Gewalt sein müssen, ist eine ganz andere Frage.

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