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Ohne Atempause: Handball-Bundesliga nach WM unter Druck

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Johannes Golla
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Wurde nach der Handball-WM positiv auf Corona getestet: Johannes Golla. Foto: Sascha Klahn/dpa Foto: dpa

Unmittelbar nach der WM in Ägypten geht es für die Handball-Bundesligisten direkt weiter. Schon jetzt steht der eng getaktete Spielplan unter Druck. Die Clubs werden die nächsten Tage genau beobachten.


Köln (dpa) - Eigentlich bleibt der Handball-Bundesliga (HBL) nicht mal Zeit, sich Sorgen zu machen.

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Unmittelbar nach dem Ende der Weltmeisterschaft in Ägypten geht es für die Topclubs THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt schon am Donnerstag in der Champions League weiter. Am Wochenende darauf stehen dann schon wieder die ersten Liga-Spiele auf dem Programm. »Der Spielplan ist natürlich auf Kante genäht«, sagt HBL-Präsident Uwe Schwenker. Der 61-Jährige wird die nächsten Tage daher besonders aufmerksam beobachten.

Allein beim Endspiel zwischen Dänemark und Schweden (26:24) am Sonntag hatten noch 17 Bundesliga-Akteure in den Final-Kadern gestanden. Und derzeit weiß weder Schwenker noch sonst jemand, ob diese Spieler alle ohne Corona-Infektion zurückkehren. »Ich wäre heilfroh, wenn nun erst mal zehn Tage ins Land gehen und keine positiven Fälle mehr auftreten«, sagt der HBL-Präsident.

Dass ausgerechnet der deutsche Nationalspieler Johannes Golla wenige Tage nach der Rückkehr aus Ägypten positiv getestet wurde, hat die Wachsamkeit in der Liga erhöht. Zwar bleibt unklar, wo der Flensburger Kreisläufer sich mit Corona infiziert hat. Sein Verein jedoch vermutet, dass die Ansteckung in Ägypten erfolgt sein muss. Fakt ist: Zwei Tage nach der Rückkehr aus Kairo traten beim 23-Jährigen erste Erkältungssymptome auf. Golla wird dem Vizemeister nun mindestens die nächsten zwei Wochen fehlen.

Sollten weitere Bundesliga-Profis in den kommenden Tagen positiv getestet werden, könnte der ohnehin eng getaktete Terminkalender weiter unter Druck geraten. Schon im ersten Saisonabschnitt mussten etliche Partien coronabedingt verlegt werden. Fallen weitere Spiele aus, weil eine Mannschaft verstärkt von Corona-Infektionen betroffen ist, würden der HBL langsam die potenziellen Nachholtermine ausgehen. Denn auch im Europapokal müssen bereits einige Duelle nachgeholt werden.

Wie angespannt die Situation schon jetzt ist, zeigt besonders eindringlich ein Blick auf den Spielplan der Rhein-Neckar Löwen. Am Dienstag und Mittwoch stehen für die Mannheimer zwei Nachholbegegnungen in der European League bei den Kadetten Schaffhausen an. Beide Partien waren im vergangenen Jahr wegen Corona-Infektionen bei den Schweizern ausgefallen. Um es kurz und schmerzlos zu machen, werden beiden Spiele nun direkt nach der WM in Schaffhausen ausgetragen. Mit dabei sind dann auch die WM-Fahrer Patrick Groetzki, Uwe Gensheimer und Andy Schmid.

»Aber ich will nicht jammern, weil wir froh sind, dass wir spielen dürfen«, kommentierte Löwen-Trainer Martin Schwalb. Der 57-Jährige, seine Trainerkollegen und die Spieler stehen in den nächsten Monaten vor einer beispiellosen Belastungsprobe. Ob alles wie erhofft ablaufen kann, darauf werden die nächsten Tage einen ersten Hinweis geben.

Schon am Wochenende fallen fünf Spiele des ersten Spieltags nach der WM aus, weil einige Bundesligisten einen entsprechenden Antrag gestellt hatten. Diese Möglichkeit hatte die HBL den Vereinen eingeräumt, von denen Spieler mindestens im WM-Halbfinale zum Einsatz kamen.

Weitere Absagen kann die Liga sich kaum noch erlauben. »Wenn Golla, der hoffentlich einen milden Verlauf hat, ein Einzelfall bleibt und auch die Schweden und Dänen gesund zurück kommen, dann wäre das für unsere Clubs und Spieler sehr gut«, sagt Schwenker. Auch dem Spielplan würde das guttun.

© dpa-infocom, dpa:210201-99-254649/3

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