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Ohne das nötige Durchsetzungsvermögen

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Die Schönauer versuchten im Heimspiel gegen den TuS Traunreut mit der Brechstange zum Erfolg zu kommen und unterlagen unglücklich mit 1:2. Vor allem in den Luftkämpfen blieben die Schönauer zu oft zweite Sieger. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Schönau am Königssee – Die SG Schönau verlor ihr zweites Heimspiel in Folge. Mit 1:2 musste sie sich dem Meisterschaftsfavoriten aus Traunreut geschlagen geben. Die Ausfälle von Matthias Althaus, Korbinian Burger, Stefan Hasenknopf, Toni Hölzl und Daniel Maier konnten nicht kompensiert werden. Die Niederlage ist umso bedauerlicher, da der Siegtreffer der Traunreuter durch einen abgefälschten Schuss eines eigenen Spielers gefallen ist. Die Schönauer versuchten es immer wieder mit hohen Bällen in den Strafraum, wo der groß gewachsene Traunreuter Abwehrchef Konstantin Klein aber stets Endstation war.


Schönaus Trainer Alfons Aschauer war aufgrund des Ausfalls einer halben Mannschaft zu Umstellungen gezwungen gewesen. So erwies sich der Schönauer Sturm als laues Lüftchen, Rechtsaußen Sebastian Wessels mühte sich zwar immens. Doch auf sich gestellt fehlte dem trickreichen und schnellen Stürmer das nötige Durchsetzungsvermögen. Von der linken Seite mit Bastian Zange kam so gut wie gar nichts. Ferner vermisste man Schussversuche aus der zweiten Reihe, in der recht schussgewaltige Akteure sind.

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Die Traunreuter machten zunächst das Spiel und setzten die Schönauer permanent unter Druck. Dennoch gingen die Gastgeber nach gut einer halben Stunde nach einem Entlastungsangriff in Führung. Zange flankte in einer seiner wenigen gelungenen Szenen auf den mitgelaufenen Abwehrchef und Mannschaftskapitän Andreas Fernsebner, der per Kopf einnickte (32.). Doch auch mit der Führung im Rücken wurde das Schönauer Spiel nicht sicherer. Und so glich der Gast kurz vor dem Halbzeitpfiff des guten Schiedsrichters Benedikt Seubert vom SV Leobendorf durch Mittelstürmer Bernd Schweidler aus. Der Schiedsrichter war zunächst in der Kritik gestanden, als er das für den Rasen geplante Match auf den Kunstrasen verlegt hatte. Mit der Begründung, die Linien nicht zu sehen. »Ich konnte die ganze Woche über nicht linieren, weil es dauernd geregnet hat«, erklärte hierzu Stadionchef Wolfgang Fegg, der kein Verständnis für die Schiedsrichterentscheidung zeigte.

Die weiteren Höhepunkte des ersten Durchgangs waren ein Schuss von Johannes Schreiber (11.), den SG-Schlussmann Christian Thurner gut klärte, ein Schuss von Stefan Weinbuch (22.), knapp vergebene Versuche von Florian Wieshöller (26., 42.) sowie ein Freistoß von Andreas Fernsebner, den der Gästetorhüter Christopher Mayer zur nichts einbringenden Ecke klärte (39.).

Im zweiten Spielabschnitt neutralisierten sich die beiden Teams zunächst. Die Traunreuter versuchten weiterhin, aus einer sehr sicher agierenden Abwehr mit Steilspiel zum Erfolg zu kommen. Pech für die Schönauer war das 2:1 der Gäste durch Schreiber, dessen Schuss unhaltbar für Thurner abgefälscht wurde (48.).

Die erste Schönauer Chance eröffnete sich nach einer Flanke von Weinbuch, als ein Kopfball des eingewechselten Markus Lochner knapp daneben ging (60.). Auf der anderen Seite bewahrte Schlussmann Thurner seine Elf bei einem gefährlichen Freistoß von Michael Müller mit einem sagenhaften Reflex vor einem höheren Rückstand (69.). Dann waren wieder die Schönauer dran. So eröffnete sich Weinbuch in der 78. Minute die Riesenchance zum Ausgleich. Doch der »Linksfüßler« brachte den Ball mit dem rechten Fuß aus knapp zehn Metern Torentfernung nicht ins »Eckige«.

Die letzte Chance eröffnete sich dem aufgerückten, neuerlich stark aufspielenden Roy Nitzsche, der ähnlich wie zuvor Weinbuch den Ball volley hoch übers Tor setzte (85.) Als Daniel Gromotka wegen wiederholten Foulspiels vorzeitig unter die Dusche durfte (82.), wussten die Schönauer nichts mehr mit den Räumen anzufangen. Dennoch wäre der Ausgleich noch drin gewesen. Denn ein letzter Freistoß von Fernsebner in der Nachspielzeit wurde von einem Traunreuter Abwehrspieler mit der Hand geklärt. Schiedsrichter Seubert traute sich offensichtlich nicht, in der 93. Minute noch einen Elfmeter zu geben. Und so verlor die SG Schönau ihr zweites Heimspiel in Folge mit 1:2.

»Ein Punkt wäre verdient gewesen«, lautete der knappe Kommentar von Trainer Alfons Aschauer.

SG Schönau 1: Thurner; Nitzsche, Fegg, Angerer, Klaus, Weinbuch, Zange, Fernsebner, Rolf, Wessels, Herdecke, Lochner. Christian Wechslinger