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Ohrwürmer zum Mitnehmen

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Sein Jahreskonzert mit instrumenteller Begleitung gab der Chor Zeitlos in der Siegsdorfer Pfarrkirche. (Foto: Plützer)

»Nehmen Sie mit, was Ihnen gefallen hat«, sagte Michael Döpper vom Siegsdorfer Chor Zeitlos nach einer guten Stunde musikalischer Entspannung und Besinnung. Melodien im Kopf und Gedanken fürs Herz gab's zum Mitnehmen an diesem Abend.


Zum Jahreskonzert des beliebten Chores hatte sich die große katholische Kirche in Siegsdorf wieder sehr gut gefüllt. Und ohne Zugaben ließ des Publikum die 25 Musiker natürlich nicht ziehen. Denn das Konzept des Chores geht auf: moderne Lieder mit möglichst deutschen Texten, die auch wirklich etwas aussagen möchten, abwechslungsreich untermalt mit Gitarren, ab und zu einer Geige, einer Querflöte und Schlagwerk. Dazu Texte, die nachdenklich stimmen. Die zum Nachdenken einladen über das Leben, über das Miteinander von Menschen. So stand der Abend in diesem Jahr unter dem christlichen Motto: »Mach's wie Gott: werde Mensch.«

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»Mit Eurer Musik zieht ein Stück Himmel auf Erden ein«, sagte Pfarrer Thomas von Rechberg zur Begrüßung und dankte den Sängerinnen und Sängern vor allem auch für ihren Einsatz in zahlreichen Gottesdiensten das ganze Jahr hindurch. Mit drei Soli der drei musikalischen Köpfe des Chores und Musik von Hannes Wader begann der Abend. Michael Döpper, Franz Wögerbauer und Andi Weiß stehen für Organisation und Programmzusammenstellung mit ihrem Gesang und ihren Gitarren. Dabei wagt sich der Chor auch an die Umsetzung sehr bekannter Stücke wie »Only time« von Enya oder »Über sieben Brücken musst du gehn« von Karat – beides wahrlich keine Chorklassiker, aber klanglich sehr schön umgesetzt, mit einzelnen Soli teilweise aufgelockert – bis hin zu einem reinen Duett von Michael Döpper und Helga Knerr zu »Wir« von Reinhard Mey. Und auch Songs von Hubert von Goisern und Wolfgang Ambros waren mit dabei.

Richtig fetzig wurde es beim spanischen »Dios te salve Maria«. Zwischen den Liedern gab es Geschichten und Parabeln von Gauklern und Ehekrisen, Löwenzahn und Steinen im Glas. »Das Leben ist eben Bewegung, Entwicklung, Lernen und Veränderung. Und die ständige Frage: bin ich eigentlich ich selbst?« leitete Franz Wögerbauer die abwechslungsreiche Textauswahl ein. Jedes Mal mit auf dem Programm: die Einladung zum Mitsingen. Diesmal waren es zwei Lieder von Stepahn Sahm und Lothar Zenetti sowie Robert Haas, die die Zuhörer gerne mit anstimmten – Ohrwürmer zum Mitnehmen eben. Petra Plützer