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Olympia 2020 bleibt sein großes Ziel

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Aufgrund eines entzündeten Nervs muss Benedikt Huber die Hallensaison auslassen. Zumindest auf dem Laufband ist der 30-jährige Pallinger aber schon wieder beschwerdefrei. Sein großes Saisonziel bleibt trotz des Rückschlags die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele in diesem Sommer in der japanischen Hauptstadt Tokio.

Obwohl er beim 4. Poschmühlner Silvesterlauf schon leichte Schmerzen im rechten Oberschenkel verspürt hatte, war 800-Meter-Spezialist Benedikt Huber damals noch recht zuversichtlich gewesen, eine erfolgreiche Hallensaison bestreiten und viele Weltranglistenpunkte für die angestrebte Olympia-Qualifikation sammeln zu können. Es sollte anders kommen, denn ein eingeklemmter und später entzündeter Nerv verhinderte eine angemessene Vorbereitung.


»Obwohl ich immer wieder in ärztlicher Behandlung war und mit meinem Physiotherapeuten gearbeitet habe, sind die Schmerzen nie ganz weggegangen und ich konnte nicht wie gewollt trainieren«, informierte der 30-jährige Pallinger, der für die LG Telis Finanz Regensburg läuft. Die Konsequenz war, dass er international stark besetzte Hallenmeetings wie die World Indoor Tour in Düsseldorf schweren Herzens absagen musste. Auch die Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften am 22. und 23. Februar werden ohne ihn stattfinden.

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Für den dreifachen Deutschen Meister über 800 Meter (2016 bis 2018) ist es nach einer durchwachsenen vergangenen Saison ein herber Rückschlag, denn für seinen großen Traum von seiner ersten Olympia-Teilnahme – die Spiele finden in diesem Jahr ja von 24. Juli bis 9. August in Tokio statt – braucht er unbedingt fünf starke Ergebnisse bei hochklassigen Rennen. Zwei davon wollte er eben schon in der Halle einfahren.

Von Nachteil ist für ihn auch, dass er seit rund drei Jahren nicht mehr dem deutschen Kader angehört und vom Verband keinerlei Unterstützung erfährt. »Ich werde im März trotzdem drei Wochen mit ins Höhentrainingslager nach Südafrika fahren, auch wenn ich die Kosten für die Flüge und das Hotel selber tragen muss«, gibt sich Huber kämpferisch. Sein Regensburger Trainer Kurt Ring und seine Fans bestärken ihn darin.

In Südafrika wird er auch auf den derzeit stärksten deutschen 800-Meter-Läufer, den amtierenden Deutschen Meister Marc Reuther (LG Eintracht Frankfurt) treffen. Dieser befindet sich schon in Topform und konnte für Olympia schon wichtige Punkte für die Weltrangliste sammeln. An der direkten Olympia-Norm von 1:45,20 Minuten, die die fixe Teilnahme garantiert, hat sich aber auch der 23-Jährige bisher die Zähne ausgebissen.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband könnte maximal vier Männer für die doppelte Stadionrunde nominieren, aber nur drei dürften in Japan starten. Bei den letzten beiden Olympischen Sommerspielen war nur ein beziehungsweise gar kein deutscher 800-Meter-Mann am Start. Neben Huber rechnen sich vor allem auch der derzeit verletzte Christoph Kessler (LG Region Karlsruhe) und der junge Robert Farken (SC DHfK Leipzig) Olympia-Chancen aus.

Hubers Fokus richtet sich nun ganz auf die im Mai beginnende Leichtathletik-Freiluftsaison. Da er sich dann wieder in absoluter Topform präsentieren wolle, mache er gerade Grundlagentraining und absolviere viele Laufkilometer. »Einen Großteil davon auf dem Laufband, weil es dort schonender ist«, so der Chiemgauer Ausnahmesportler. Seine Rennplanung wird er auch danach ausrichten, wo es die meisten Weltranglistenpunkte zu ergattern gibt. Doch selbst wenn es mit der Olympia-Quali nichts werden sollte, hat Huber in diesem Sommer noch große Ziele: »Am 6. und 7. Juni sind die Deutschen Meisterschaften in Braunschweig und Ende August ist die Leichtathletik-EM in Paris.« Die 800-Meter-Norm für die Europameisterschaften von 1:46,5 Minuten scheint für ihn machbar zu sein, denn seine persönliche Bestzeit liegt bei 1:46,31 Minuten.

Trotz der derzeitigen Schwierigkeiten verschwendet Huber, der in Teilzeit als Ingenieur bei der BSH Hausgeräte GmbH in Traunreut arbeitet, auch im reiferen Mittelstreckenläufer-Alter keine Gedanken ans Karriereende. »Mein Ziel ist es, mindestens bis 2022 zu laufen, denn da ist die EM in München«, betonte Huber, der 2016 bereits in einem EM-Halbfinallauf stand. 2021 wäre noch die Leichtathletik-WM in den USA ein reizvolles Ziel.

Auch seine imposante Medaillenbilanz bei Bayerischen (elf Titel) und bei Deutschen Meisterschaften (vier Goldmedaillen, drei über 800 Meter und eine mit der 3 × 1000-Meter-Staffel sowie eine Silbermedaille mit der 3 × 1000-Meter-Staffel und eine Bronzemedaille über 800 Meter) könnte der dreifache Sieger des Traunreuter Stadtlaufes und vierfache Trostberger Alzauenlauf-Champion noch ausbauen. mmü