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Olympia nun doch mit Ruhpolding?

Schönau a. K./München - Der Münchener Olympiazug könnte demnächst erneut Fahrt aufnehmen. Wie die »Süddeutsche Zeitung« in ihrer gestrigen Ausgabe berichtete, will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Akzeptanz für Olympia 2022 mit einem neuen Sportstättenkonzept fördern. Das sieht nun doch die Austragung der Biathlon- und Langlaufwettbewerbe in Ruhpolding vor. Für Ruhpolding und Schönau am Königssee, wo nach wie vor die Wettkämpfe in Bob, Rennrodeln und Skeleton ausgetragen würden, wäre allerdings ein drittes olympisches Dorf notwendig.

Das neue Sportstättenkonzept bringt einige Veränderungen. In Königssee aber würde alles beim Alten bleiben. Hier fänden im Jahr 2022 die olympischen Wettkämpfe im Rennrodeln, Bob und Skeleton statt. Foto: Archiv

Per Brief haben laut »SZ« DOSB-Präsident Thomas Bach und sein Generaldirektor Michael Vesper dem Münchener Oberbürgermeister Christian Ude eine Optimierung des Sportstättenkonzepts angekündigt. Größter Gewinner des neuen Konzepts wäre Ruhpolding, wo in neun Jahren Biathleten und Langläufer um olympische Medaillen kämpfen könnten. Diese Wettbewerbe waren bei der 2018-Bewerbung noch auf einer temporären Anlage in Garmisch-Partenkirchen geplant gewesen. In Ruhpolding dagegen gibt es mit der Chiemgau-Arena bereits eine perfekte Biathlonanlage. Für Olympia müssten im unmittelbaren Umfeld Ruhpoldings allerdings noch Langlaufloipen geschaffen werden.

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Von Garmisch-Partenkirchen nach München sollen die Freestyle-Wettbewerbe Aerials und Halfpipe verlagert werden. Fix sind wieder einmal die Wettkampfstätten in Bob, Rodeln und Skeleton. Hier käme nach wie vor die Gemeinde Schönau am Königssee zum Zug, wo die bestehende Kunsteisbahn erst kürzlich für 19 Millionen Euro modernisiert worden war.

Die Konzeptveränderungen hätten zur Folge, dass neben München und Garmisch-Partenkirchen ein drittes olympisches Dorf für Schönau am Königssee und Ruhpolding errichtet werden müsste. Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler zeigte sich laut »Süddeutscher Zeitung« höchst erfreut über die Pläne: »Ich habe immer gesagt, dass wir gerne Großveranstaltungen ausrichten. Eine Olympiade wäre eine sehr reizvolle Aufgabe.« Auch eine Bürgerbefragung kann sich der Bürgermeister vorstellen. Schließlich sollen auch in Garmisch-Partenkirchen und in München die Bürger darüber entscheiden, ob überhaupt eine Bewerbung um die Winterspiele 2022 beim Internationalen Olympischen Komitee eingereicht werden soll. Als Termin für entsprechende Bürgerentscheide wurde der 10. November genannt.

Zur Frage, ob das dritte olympische Dorf in Ruhpolding stehen könnte, wollte Pichler sich noch nicht äußern. »Ich weiß erst seit Montag von den Plänen und wir müssen erst klären, wo man dafür eine nachhaltige Nutzung hätte.«

Münchens Oberbürgermeister Ude begrüßt die Entwicklung, da die Wintersportverbände das neue Sportstättenkonzept einmütig unterstützen. Auch in Garmisch freut man sich über »das wertvolle Signal der Sportverbände«, wie Rathaussprecher Florian Nöbauer erklärte. Bürgermeister Stefan Kurz aus Schönau am Königssee war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ulli Kastner