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One more for the road

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The Taverners Stuart Reed und Paul Downes (v. l.) im Traunsteiner Studio 16. (Foto: Heel)

Ob ich von der GEMA sei, wollte Stuart Reed wissen, als ich ihn in der Pause fragte, ob ich einen Blick auf die Setlist werfen könnte. Nachdem dies ausgeräumt war, erzählte er mir u. a., dass er seit den siebziger Jahren Musik mache, etwa als Mitglied der Brighton Taverners, und schon überall in der Welt aufgetreten sei. Was mich nicht verwunderte, denn die Show, die er in perfektem Zusammenspiel mit seinem ähnlich versierten Kollegen Paul Downes im Traunsteiner Studio 16 präsentierte, war schlichtweg Weltklasse.


Mit seiner tiefen, gefühlsintensiven und ungemein wandlungsfähigen Stimme verlieh Stuart Reed traditionellen wie auch Songs zeitgenössischer Liedermacher seinen ganz eigenen Ausdruck, von beschwingt bis bittersüß und so wunderfein, dass es einem richtig zu Herzen ging. Zumal er zwischendurch auch noch entspannt und charmant über die Herkunft der Songs plauderte, bei »If I had a Hammer« etwa über Pete Seeger und die amerikanische Arbeiterbewegung oder bei »Jock Stewart« über die Schön- und Eigenheiten Schottlands. Wunderbar auch, wie anrührend und zärtlich er z. B. »Dirty old Town« interpretierte, und dass er sich durchaus messen kann mit berühmten Kollegen wie Bruce Springsteen oder Neil Young, bewies er mit seinen so klangvollen wie feinfühligen Versionen von »Pay me my Money down« und »Down by the River«. Erstklassig auch Paul Downes, der ebenfalls eine Zeitlang bei den Brighton Taverners war und zu Recht als einer der besten Gitarristen seiner Generation gilt. Auf seine Weise auch ein ausgezeichneter Vokalist, punktete er zusätzlich mit einigen launigen Eigenkompositionen und rundete so den Auftritt mit einer weiteren individuellen Note ab.

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Sehr schade also, dass sich trotz intensiver Werbung nur relativ wenige Zuhörer eingefunden hatten. Wolfgang Schweiger