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Plastik im Meer ist eines der größten aktuellen Umweltprobleme. (Foto: Naja Bertolt Jensen/Unsplash)

Online-Vortrag der Biosphärenregion Berchtesgadener Land zum Thema »Plastik ist überall«

Berchtesgadener Land – Die Verwaltungsstelle der Biosphärenregion Berchtesgadener Land lud in Zusammenarbeit mit der VHS Rupertiwinkel zu einem Online-Vortrag zum Thema »Plastik ist überall« ein. Referentin Alexandra Caterbow nahm die rund 20 Teilnehmenden mit auf eine Reise zu spannenden und auch aufrüttelnden Daten und Fakten rund um das Thema Plastik.


Caterbow ist die Co-Direktorin der Internationalen Organisation HEJSupport. Diese Organisation setzt sich auf internationaler, europäischer und auch deutscher Ebene für ein globales Plastikabkommen und für die Integration von Plastikthemen in Chemikalien-Konventionen ein. Sie ist außerdem Mit-Autorin des Plastikatlas der Böll-Stiftung und des Kinder- und Jugendbuches »Plastik, Müll und ich«.

Allein die Hälfte des jemals hergestellten Plastiks wurde seit dem Jahr 2000 produziert. Laut der Referentin entfällt der Großteil des Plastiks dabei auf die Verpackungsindustrie (36 Prozent), gefolgt vom Baubereich (16 Prozent) und vom Textilbereich (14 Prozent), hier in Form von Polyester. Plastik besteht zu 99 Prozent aus fossilen Brennstoffen, meistens Erdöl oder Erdgas. Alexandra Caterbow betonte außerdem, dass der Einfluss von Plastik auf die Gesundheit des Menschen nicht zu unterschätzen sei.

Insbesondere die enthaltenen Zusatzstoffe, durch die das Plastik besondere Eigenschaften bekommt, lösen große Bedenken aus. Nachweislich sind toxische, gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe enthalten.

Zunehmend rückt auch das Thema Mikroplastik in den Fokus. Die Referentin nannte dabei Waschvorgänge (35 Prozent), Reifenabrieb (26 Prozent) und Feinstaub (24 Prozent) als die Hauptquellen. Auch Kunstrasen spielt in diesem Kontext eine nicht unerhebliche Rolle.

So wurde Mikroplastik nicht nur im Trinkwasser und auch Bier, in Fischen sowie in menschlichen Exkrementen nachgewiesen, sondern auch in verschiedenen entlegenen Gebieten wie in der Arktis oder im Eis von Gletschern.

Auf der Hand liegt somit auch eine weitere große mit Plastik verbundene Herausforderung – der daraus entstehende Müll. Der Plastikmüll wird nur zum Teil recycelt, größtenteils verbrannt und auch in Drittländer exportiert. Aktuell befinden sich 150 Millionen Tonnen Plastik im Meer. Bis 2050 wird die Masse an Plastik im Meer die der Fische übersteigen. Es wird davon ausgegangen, dass bis 2050 rund 99 Prozent aller Seevögel Plastik in sich tragen werden.

Folglich lautet, neben besserer Regulierungen für Plastikhersteller und -verwender, das oberste Gebot, das Alexandra Caterbow den Teilnehmenden mit auf den Weg gab: Vor allem Einwegplastik vermeiden, wo immer es geht. Dort, wo eine Vermeidung nicht möglich ist, sollte die Menge an Plastik minimiert werden. Alle können hier zum Beispiel beim täglichen Einkauf ihren Beitrag leisten.

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