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Ostern an Weihnachten

Eier färben oder bemalen gehört vor Ostern in vielen Familien zur Tradition. Für die Künstlerin Gabriele Zwanzig aus Goldegg im Pongau ist Ostern 2013 aber eigentlich schon vorbei. Sie hat bereits zu Weihnachten mit dem Bemalen ganz besonderer Eier begonnen und ihre Werke in einer Ausstellung im Schloss Goldegg verkauft. Darunter sind auch Exemplare von Schwänen am Chiemsee. Mit ihrer filigranen Malerei verziert die 59-Jährige vom kleinsten Vogelei bis zum großen Straußenei alles, was eine Schale hat.

Gabriele Zwanzig mit Eiern verschiedener Tiere. Eier von Schwänen schickt ihr gelegentlich ein Pensionist vom Chiemsee.

Die Künstlerin entdeckte ihre Liebe zu Eiern schon in ihrer Heimat, der Weststeiermark. »Auf einer Alm habe ich von einer Bäuerin das erste Entenei bekommen und dabei festgestellt, dass die Oberfläche wunderbar seidig wie Porzellan ist«, erinnert sich Zwanzig. Mittlerweile bemalt sie kleine Vogeleier, Eierschalen von Gänsen, Enten, Straußen und Schwänen.

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Die meisten ausgeblasenen Eier bekommt sie von einer Bäuerin aus dem Salzburger Flachgau. »Die hat auf ihrem Hof viele unterschiedliche Vögel und schickt mir einmal im Jahr einen Karton voll mit Eiern.« Zu diesen rund 100 Eiern kommen noch Gänseeier von einer Farm aus Schleswig-Holstein »und ab und zu auch Eier von Schwänen, die schickt mir ein Pensionist aus Prien am Chiemsee«.

Gleich nach Weihnachten beginnt für die leidenschaftliche Malerin die Ostersaison. »Da ist dann meine Stimmung schon in Richtung Frühling und Ostern.« Auch wenn Zwanzig bis zur ihrer jährlichen Ausstellung rund 300 verschieden große Eier bemalt, will sie nicht von einer Massenproduktion reden. »Ich bemale rund 20 Hühnereier an einem Tag. Für ein besonderes Ei, zum Beispiel ein Entenei, brauche ich dann schon einen ganzen Tag.«

Die Motive und der Geschmack der Kunden haben sich in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert. Kindermotive, Blumen und Tiere, aber auch Kirchen und Landschaften werden mit Acrylfarbe auf die Schalen gepinselt. »Ich male aber keine sakralen Motive, höchstens einmal ein Sprücherl«, meint die 59-Jährige. Immer drei Wochen vor Ostern übersiedeln die Werke von ihrer Galerie für eine Woche ins Schloss Goldegg. In der Verkaufsausstellung finden die künstlerisch gestalteten Ostereier dann reißenden Absatz.

Die Preise liegen zwischen neun Euro für Hühnereier bis zu 120 Euro für ein Straußenei. »Früher hab’ ich die fertigen Ostereier auch ab und zu auf dem Grünmarkt in der Stadt verkauft, aber da ist der Transport mit den wertvollen Schalen doch sehr mühsam.«