weather-image

Ovationen in Cannes: August Diehl sehr berührt

0.0
0.0
Filmfestspiele in Cannes
Bildtext einblenden
August Diehl und Valerie Pachner bei der Premiere des Films «A Hidden Life» in Cannes. Foto: Joel C Ryan Foto: dpa
Filmfestspiele in Cannes
Bildtext einblenden
Ein sichtlich gerührter Alain Delon in Cannes. Foto: Arthur Mola Foto: dpa
Filmfestspiele in Cannes
Bildtext einblenden
Nicht unumstritten: Alain Delon mit der Ehrenpalme für sein Lebenswerk. Foto: Arthur Mola Foto: dpa

Der US-Regisseur Terrence Malick gilt als äußerst öffentlichkeitsscheu - auch beim Filmfest Cannes lässt er sich nicht blicken. Dafür werden seine Hauptdarsteller ausgiebig gefeiert.


Cannes (dpa) - Die euphorischen Reaktionen auf die deutsche Koproduktion »Ein verborgenes Leben« haben die beiden Hauptdarsteller August Diehl und Valerie Pachner stark berührt. Nach der Premiere beim Filmfest Cannes gab es minutenlange Standing Ovations - deutlich länger als bei den meisten Filmen.

Anzeige

»Das war der vielleicht emotionalste Moment meines Berufslebens«, sagte der deutsche Darsteller Diehl am Montag. Die Österreicherin Pachner, die seine Ehefrau spielt, sagte: »Wir waren völlig überwältigt (...), das hat uns sehr bewegt«.

Internationale Kritiker bezeichneten den Film von US-Regisseur Terrence Malick (»The Tree of Life«) bereits als Meisterwerk. »A hidden life«, so der Originaltitel des Films, basiert auf wahren Begebenheiten. Er erzählt in grandiosen Bildern und auf sehr poetische Weise von dem österreichischen Bauern Franz Jägerstätter, der nicht für die Wehrmacht kämpfen wollte. Malick, der sich nie in der Öffentlichkeit zeigt, war auch dieses Mal weder bei der Premiere noch der Pressekonferenz dabei.

Jägerstätters Akt sei passiv gewesen, sagte Diehl (43, »Inglourious Basterds«) in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. »Er hat einfach gesagt "Nein".« Er selbst, so Diehl, habe viel darüber nachgedacht, wie stark das »Nein«-Sagen sei. »Es wird in unserer Welt immer weniger. Das ist einfach unangenehm - und es bringt jeden anderen dazu, seine Entscheidung zu hinterfragen.« Im Film sei das »Nein«-Sagen eher ein stiller Moment. »Im Moment aber wird die Welt immer lauter und lauter, immer furchtbarer, immer blutrünstiger.« Dadurch fehle aber die andere Seite, »nämlich das Innehalten und Sagen "So geht das nicht" - ohne die anderen zu verurteilen oder zu handeln«.

Nach der Malick-Premiere stand im Festivalpalast die argentinische Fußball-Legende Diego Maradona im Mittelpunkt - zumindest auf der Leinwand. Nach Angaben eines Sprechers konnte der 58-jährige Maradona wegen einer Schulterverletzung nicht wie geplant zur Gala der Dokumentation »Diego Maradona« kommen. Die Fans bejubelten die Leistungen des Fußballers dennoch: Immer wieder gab es Szenenapplaus - etwa für das legendäre zweite Tor, das Maradona bei der Weltmeisterschaft 1986 im Viertelfinale gegen England schoss. Für die Doku griff der britische Regisseur Asif Kapadia (»Senna«, »Amy«) auf Archivmaterial zurück.

Zuvor war der französische Schauspieler Alain Delon mit der Ehrenpalme für sein Lebenswerk geehrt worden - seine Tochter Anouchka Delon überreichte dem sichtlich gerührten 83-Jährigen die Auszeichnung. Die Verleihung war von der amerikanischen Vereinigung »Women and Hollywood« kritisiert worden, die Delon als rassistisch, homophob und frauenfeindlich bezeichnete. Delon wurde in den 60er- und 70er-Jahren unter anderem mit »Der eiskalte Engel« von Jean-Pierre Melville und »Der Leopard« von Luchino Visconti weltberühmt.

Festival Cannes

Festival bei Twitter

Festival bei Facebook