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Packend vom Anfang bis zum Schluss

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Seien es die erstklassigen Musiker, die genialen humoristischen Einlagen von Christopher Seiler und Bernhard Speer oder die gigantische Lichtshow mit dem Einsatz von Konfetti-Kanonen: Das Konzert im »republic« war ein Gesamtkunstwerk. (Foto: Voss)

Heiß, verschwitzt und mitreißend – die Austro-Pop-Band »Seiler und Speer« hat bei ihrem ausverkauften Konzert im »republic« in Salzburg für jede Menge Tanzwut und Spaß gesorgt. Die Musiker bewiesen, dass sie noch einiges mehr auf dem Kasten haben als nur den Nummer-1-Hit »Ham kummst«.


Christopher Seiler und Bernhard Speer haben sich 2014 richtig entschieden, eine Austro-Pop-Band auf die Beine zu stellen. Der Schauspieler und Komiker Seiler und der Filmemacher Speer boten den Konzertbesuchern eine Show, die von Anfang bis Ende mitriss. Selbst Musikbegeisterte, die vor dem Abend nur den bekanntesten Hit der Newcomer kannten, sangen nach kurzer Zeit auch andere Songs wie »Bonnie und Clyde« oder »Servas Baba« mit. Dabei bedienten sich die beiden besten Freunde aus Bad Vöslau mit ihren Top-Musikern aus einem breiten Spektrum an Genres: Von Reggae-Sounds wie in »Stopp doch die Zeit« bis hin zum humoristischen »Stia-gnhaus Gstanzl« war fast alles dabei.

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Den fulminanten Auftakt machte »Soits lebn« und sorgte für Begeisterung im Publikum. Denn sofort zeigte die gesamte Band »Seiler und Speer«, was sie auszeichnet: tiefsinnige Texte, geniale Melodien und tanzbare Ohrwürmer. Zwei Schlagzeuge, Bongos, drei Gitarren, Keyboard und die Stimmen der drei Background-Sängerinnen harmonierten wunderbar miteinander. Und wenn die Zuhörer der Mundart nicht mächtig waren, machte das auch nichts. Sympathie und Charme ist das egal – sie drangen gnadenlos bis zum Zuhörer durch.

Sowohl Christopher Seiler als auch Bernhard Speer bewiesen zwischendurch ihr komödiantisches Talent. Seiler ist in Österreich und Deutschland unter anderem als Kunstfigur »Anton Horvath« aus der Youtube-Satire-Serie »Horvathslos« bekannt. Produziert wurde sie von Bernhard Speer. Darin machen sich Seiler und Speer über Reality-TV-Serien lustig. Die Hauptperson Horvath verkörpert sämtliche Klischees der Gesellschaft.

Jeder, der schon einmal das Musikvideo zu »Ham kummst« gesehen hat – das Video hat 13,5 Millionen Klicks – kennt den beinahe weltberühmten Ausruf: »Gitteeeee.« Am Anfang sitzt ein Mann (Christopher Seiler) im Regen an einer Hauswand in einem Hinterhof, mit Vokuhila, Brusthaar, Goldkettchen, einer Flasche Sekt und Tankstellen-Blumen. Er schreit verzweifelt nach seiner (Ex-)Frau. Dann startet »Ham kummst«. Daher dürfte sich am Samstag niemand gewundert haben, dass immer wieder der Schrei »Gitteeee« aus dem Publikum schallte. Auch Speer hatte viel Spaß daran.

Für das Lied »Heite Nocht« hatten sich die Vöslauer den Support-Act und Rock 'n' Roller Tommy Lee auf die Bühne geholt. Der Wiener schwitzte den Rock förmlich aus jeder Drüse. Er stand auch nach dem »Keller Steff« und vor Seiler und Speer auf der Bühne. Schade war, dass bei Tommy Lee die Texte für Nicht-Wiener akustisch schwer zu verstehen waren.

Zudem bestand seine Performance neben sehr wenigen Liedern nur aus der sich wiederholenden Frage: »Freut ihr euch schon auf Seiler und Speer?« Selbst wenn der Großteil sich nur auf den Haupt-Act gefreut haben mag, so hätte Tommy Lee seine Zeit auf der Bühne besser nutzen können.

Der »Keller Steff« hingegen füllte seine knappe dreiviertel Stunde mit jeder Menge guter Laune und seinen fetzigen bayerischen Liedern wie »Da Zeckan« von seinem Album »Langsam pressiert's«.

Die Tour von »Seiler und Speer« in Deutschland und Österreich ist vielerorts bereits ausverkauft – aber der Konzertbesuch lohnt sich. Die beiden haben den Austro-Pop nicht nur wiederbelebt, sondern neu erfunden, in einer jungen, frischen und unverwechselbaren Version. Auch wenn es bereits Nachahmer gibt, die sogar ihren größten Hit gecovert haben – an »Seiler und Speer« kommt so schnell keiner heran. Mehr Informationen gibt es im Internet auf www.seilerundspeer.at. Annabelle Voss

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