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Bilder-Vortrag über das Bartang-Tal von Gisela und Peter Bondes

»Pamirhilfe« bringt Hoffnung

Der Inhalt des speziell für diesen Abend gebastelten Spendenkörbchens kommt vollständig den Menschen im Bartang-Tal zugute. Darüber freuten sich (v.l.): Peter Bondes, Kathi Stangassinger, Christel Schopf (Schatzmeisterin von »Tee-nach-Sieben«) und Gisela Bondes. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Das Ehepaar Bondes hielt kürzlich einen Vortrag im Pfarrheim St. Andreas über das Bartang-Tal und zeigte Bilder und Kurzvideos aus den beiden Vorjahresreisen.


Die Frauen der Frauenbund-Ortsvereine Berchtesgaden, Unterstein und Marktschellenberg, des Familienkreises Ramsau und der Gruppe »Tee-nach-Sieben« waren beeindruckt von den Aufnahmen.

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Gisela Bondes gab zunächst einen kurzen geschichtlichen Rückblick, informierte über die geografische Lage und den religiösen Hintergrund des Landes. Besonders interessant war der Bilder-Vergleich zwischen dem ersten Besuch im Frühjahr 2017 und dem zweiten im Herbst: Da der letzte Winter im Bartang-Tal der schneereichste seit 100 Jahren war, zeigte sich das Land nach der Schneeschmelze mit verspäteter Vegetation, aber frühlingsgrün, doch auch mit vielen bedrohlichen Lawinen und Erdrutschen entlang der Steilhänge, die das Ehepaar Bondes und die Mitreisenden hautnah mit- und überlebten. Im Herbst war das Land ausgetrocknet, braun verbrannt und staubig, doch der Stausee für die Wasserreserven der Hauptstadt Duschanbe gut gefüllt.

Durch das über die Jahre gewachsene Vertrauen der Menschen in Basid konnte Gisela Bondes viele Bilder zeigen, die berührende Einblicke in das karge und oft bedrohte Leben gaben: Die mit der Handspindel Wolle spinnende Frau, die für Mitteleuropäer gewöhnungsbedürftige Schultoilette oder die angsteinflößende Brücke über den reißenden Fluss. Die mit Ochsen pflügenden Bauern, das taubstumme Mädchen als Ziegenhirtin oder der Mann, der 60-kg-Steine auf dem Rücken trägt. Die Freude im Kindergarten über die mitgebrachten Buntstifte oder in der Schule über die abgemalten Foto-Bilder der Berchtesgadener Schüler von Kunsterzieherin Bettina Dolansky. Der fast taube Musiker, der als Dank für sein Hörgerät ein Instrument für Gisela Bondes gebaut hatte. Und vor allem die bewundernswerten Baufortschritte der durch den Verein »Pamirhilfe« finanzierten neuen Krankenstation, die durch einheimische Handwerker nach dem langen Winter endlich mit einem traditionellen Dach ausgestattet werden konnte.

Die wertschätzende Dankbarkeit der Dorfbewohner zeigte sich aber nicht zuletzt an den Bildern einer Hochzeit, deren Termin so gelegt wurde, dass das Ehepaar Bondes als Ehrengäste daran teilnehmen konnte: Die Tochter ihrer Vermieterin heiratete, und zur Verabschiedung der jungen Frau aus dem Elternhaus gab es ein großes Fest für das ganze Dorf. Vier Kühe wurden geschlachtet, um Plow (ein russischer Gemüse-Reis-Fleisch-Eintopf) kochen zu können. Spezialbrote wurden gebacken und abends tanzten alle für das Brautpaar, das während des gesamten Festes auf einem geschmückten Podest saß.

Die durch das Ehepaar Bondes begonnene Unterstützung von Menschen im Bartang-Tal seit nun über sechs Jahren zeigt mittlerweile auch indirekte und nachhaltige Auswirkungen, zu sehen vor allem an den ausgebesserten und verschönerten Häusern im Dorf. Es gibt wieder Hoffnung, dort menschenwürdig leben zu können – und gemeinsam geht es wirklich besser. UKw