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Parkdeck am Karl-Theodor-Platz soll kommen: »Unser Parkplatz Nummer eins«

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Traunstein: Parkdeck am Karl-Theodor-Platz soll kommen
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Auf dem Karl-Theodor-Platz wird voraussichtlich ein Parkdeck errichtet. Zumindest sollen nach Wunsch des Traunsteiner Stadtrats Überlegungen in diese Richtung angestellt werden. (Foto: Reiter)

Traunstein – »Der Karl-Theodor-Parkplatz ist unser Parkplatz Nummer eins«, betonte Oberbürgermeister Christian Kegel. Ein Planungsbüro soll nun beauftragt werden, Entwürfe für ein Parkdeck zu erarbeiten, um deutlich mehr Stellplätze im Zentrum zu schaffen. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Traunsteiner Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung.


Die Parkplatzproblematik in der Stadt hat sich mit der Sperrung des Parkhauses an der Scheibenstraße weiter verschärft. Doch auch vorher gab es schon Überlegungen – vor allem in Zusammenhang mit der Landesgartenschau – am Karl-Theodor-Parkplatz eine Tiefgarage oder ein Parkhaus zu errichten.

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»Wenn wir zentrumsnah mehr Parkplätze anbieten können, dann können wir künftig vielleicht den Stadtplatz oder die Bahnhofsstraße vom Verkehr entlasten«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel. In Traunstein gebe es viel Verkehr durch viele Besucher, die in der Großen Kreisstadt arbeiten oder einkaufen würden. »Da ist der Karl-Theodor-Parkplatz einfach ideal.«

Als Alternative zu einer laut Stadt baulich sehr aufwändigen Tiefgarage war mit der Firma Goldbeck ein Plankonzept für ein mögliches Parkdeck erarbeitet worden, das nur 1,37 Meter unterhalb des Geländes eingegraben wird und 167 zusätzliche Parkplätze bieten würde.

Ernst Haider (UW) war der Meinung, dass nicht nur in Richtung Parkdeck gedacht werden sollte. »Wir sollten die Option einer Tiefgarage nicht vollkommen ausschließen.« Zumindest sollten Kosten und Möglichkeiten dargelegt werden.

Oberbürgermeister Christian Kegel sagte, dass in Zusammenhang mit den Überlegungen zur Landesgartenschau die Kosten auf 15 Millionen Euro für eine zweistöckige Tiefgarage geschätzt worden seien. »Sie ist technisch möglich, das steht fest. Aber das Ganze wäre aufgrund des Grundwassers mit einem großen Aufwand verbunden.«

Thomas Stadler (Grüne) sagte, dass die Tiefgarage am Rathaus bis auf wenige Zeiten nicht ausgelastet sei. »Wir brauchen ein gescheites Parkleitsystem, das uns sagt, wo was frei ist«, betonte er. Stadler schlug vor, die Kosten fürs Parken am Karl-Theodor-Platz zu erhöhen und besser auf den Festplatz zu verweisen, wo das Parken kostenlos bleiben sollte. Von dort könnte ein Shuttle die Besucher in die Stadt bringen.

Sein Fraktionskollege Wolfgang Wörner sprach die Bäume am Karl-Theodor-Platz an. »Einige sind über 100 Jahre alt.« Für ihn wäre es »absolut unglaublich«, sie für ein Parkdeck zu fällen. »Es geht um die Bewahrung der Natur und die gute Luft in Traunstein«, betonte Wörner.

Dr. Christian Hümmer (CSU) sah das anders. Der Karl-Theodor-Platz sei weit davon entfernt, »eine Naturparzelle oder Oase« zu sein. Der größte Teil sei bereits jetzt versiegelte Fläche. Ihm sei wichtig, dass zum Thema Parkdeck ergebnisoffen diskutiert werde. »Und es darf nicht hässlich werden«, betonte Hümmer.

»Jeder will so weit in die Stadt reinfahren, wie es geht«, sagte Dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD). Es müsste in mehrere Richtungen gedacht werden, zum Beispiel müsste auch der Frage nachgegangen werden: »Wie bekommen wir mehr Leute in die Rathaus-Tiefgarage?« Wichtig sei auf alle Fälle, dass die Autofahrer einen Parkplatz finden.

Traunsteins Problem werde nicht mit mehr Parkhäusern gelöst, ist Burgi Mörtl-Körner (Grüne) überzeugt. »Wir müssen den Verkehr besser regeln und Alternativen anbieten.« Viele ältere Bürger würden vielleicht auf das Auto verzichten, wenn es einen Shuttle-Bus geben würde. »Wir sollten nicht ständig neue Parkplätze für noch mehr Autos bauen«, betonte Mörtl-Körner.

Das sah die Mehrheit des Stadtrats allerdings anders. Mit 17:6 Stimmen nahm das Gremium von den Planüberlegungen der Verwaltung, am Karl-Theodor-Platz ein Parkdeck zu errichten, zustimmend Kenntnis, wie es im Beschlussvorschlag heißt. Die Verwaltung wird nun ein Planungsbüro beauftragen, Vorentwürfe für ein Parkdeck zu erarbeiten. KR

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