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Parkhaus am Klosterberg? »Nix Genaues woaß ma ned«

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Über einen Aufzug wäre das neue Parkhaus direkt an die Schaumburgerstraße (unser Bild) und somit auch an den Stadtplatz angeschlossen. (Foto: Hohler)

Traunstein – »Guad war's scho, aber nix Genaues woaß ma ned«, fasste Karl Schulz (CSU) in der gestrigen Planungsausschuss-Sitzung zusammen, was das Gremium zum Thema neues Parkhaus am Klosterberg einstimmig beschloss. Bis zu 223 Stellplätze auf sechs Etagen plant Irmengard Singer auf ihrem Grundstück, auf dem derzeit noch das ehemalige Wasserwerk steht.


Über einen Aufzug wäre ein barrierefreier Zugang zur Altstadt über die Schaumburgerstraße möglich. Aufgrund der Größe des Projekts ist aber nach erster Einschätzung der Stadtverwaltung ein Bebauungsplanverfahren notwendig. Hierzu sind auch Gutachten zum Lärm und zur Verkehrserschließung sowie zur Baugrundbeschaffenheit erforderlich.

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Kegel: »Parkhaus läge strategisch sehr günstig«

»Es geht jetzt um das grundsätzliche Einverständnis«, erklärte Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) in der Sitzung. »Ich persönlich möchte das gerne bestärken, denn das Parkhaus läge strategisch sehr günstig und böte eine gewisse Entlastung, natürlich vorbehaltlich des entsprechenden Ausgangs des Bebauungsplanverfahrens.«

»Wir können natürlich nicht den Gutachten zu Verkehr und Lärm vorgreifen«, sagte dazu Bernhard Glaßl, von der Stadtverwaltung. Die Stadt stehe grundsätzlich hinter dem Projekt, aber formale Dinge müssten noch abgearbeitet werden wie Einwände von Bürgern, rechtliche Dinge wie Abstandsflächen müssten angeschaut werden. Es gehe hier um eine grundsätzlich nicht unproblematische Altstadtbebauung, gab er zu bedenken.

Oberbürgermeister Christian Kegel hielt dem entgegen, auch im Rahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) sei der Standort bereits als günstig bezeichnet worden. Und angesichts der noch erforderlichen Gespräche mit Investoren könnte eine Grundsatzerklärung der Stadt durchaus förderlich sein, wies er den Vorschlag von Burgi Mörtl-Körner (Grüne) zurück, vorerst nur von einer Zur-Kenntnis-Nahme zu schreiben.

»Es ist wichtig, dass wir jetzt einen Startschuss geben«, sagte auch der CSU-Fraktionsvorsitzende Dr. Christian Hümmer. Es handle sich bei dem Projekt um eine öffentlich-private Partnerschaft im klassischen Sinne. »Wir reden hier über Parkplätze in Zentrumsnähe, die durchaus in öffentlichem Interesse sind. Nur Kenntnisnahme ist mir da zu wenig, dazu bräuchte es keine Sitzung.«

Auf Nachfrage von dritter Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) sagte Stadtkämmerer Reinhold Dendorfer, die Anfrage nach Mitteln, etwa aus der Städtebauförderung, laufe bereits. Diese gebe es aber nur, wenn sich die Stadt an dem Projekt beteilige. »Das Parkhaus wäre sehr gut auch für die Klosterkirche«, so Wiesholler-Niederlöhner. Sie sei vor Kurzem bei einer Veranstaltung in der Oase gewesen, gleichzeitig habe ein Elternsprechtag im Chiemgau-Gymnasium stattgefunden. Da seien die Parkplätze knapp geworden.

»Wissen noch nicht, wie die Gutachten ausfallen«

Auf Burgi Mörtl-Körners Einwand, die ersten beiden Sätze der Beschlussvorlage widersprächen einander, erklärte Kegel, »das heißt, wir finden das grundsätzlich in Ordnung, aber wir wissen natürlich noch nicht, wie die Gutachten ausfallen.« Was Karl Schulz so zusammenfasste: »Guad war's scho, aber nix Genaues woaß ma ned.«

Unabhängig davon zeigte sich Singer am Rande der Sitzung froh um den Grundsatzbeschluss. Der erleichtere ihr Verhandlungen mit Banken. Sie hätte durchaus noch mehr Ideen, etwa die Nutzung der Wasserkraft für E-Autos oder ein Café mit Bar auf der Dachterrasse. Aber das sei noch Zukunftsmusik und müsse im Zuge der weiteren Planungen geprüft werden.

Grundsätzlich sei das Parkhaus nicht als Ersatz für das Parkhaus an der Scheibenstraße gedacht, vor allem nicht im Hinblick auf Dauermieter: »Mir geht es um die Belebung der Innenstadt, der Geschäfte, um Veranstaltungen wie den Georgiritt, den Lindl- und den Blattl-Sonntag oder auch um die Klosterkirche«. Da würde das Parkhaus sicher auch die Anwohner vom Parkdruck entlasten.

Der dürfte spätestens mit der 2019 geplanten Inbetriebnahme des Kulturzentrums Klosterkirche zunehmen. Bis dahin rechnet sie zwar noch nicht mit der Fertigstellung, aber ein Bebauungsplan könnte – »wenn es keine allzu großen Widerstände gibt und alle zusammenhelfen« – in einem halben Jahr vielleicht schon entstehen. Der Bau selbst könne dann relativ schnell gehen, wie man am Klinikum gesehen habe. coho