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Parkplatzsituation in Teisendorf tagsüber angespannt

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Solche Bilder sollen in der Marktstraße bald der Vergangenheit angehören. Buchten zum Kurzparken sollen Abhilfe schaffen. (Foto: Konnert)

Teisendorf – Die Verkehrsbelastung in der Marktstraße sei mit rund 6000 Fahrzeugen in 24 Stunden (werktags) für eine »dörfliche Hauptstraße« als »üblich« zu bezeichnen. Die Auslastung der Parkplätze im Ortskern sei besonders tagsüber sehr hoch. Kritisch seien unter anderem die kleinteilig wechselnden Geschwindigkeitsbegrenzungen im Ortskern, das Beschilderungswirrwar, die fehlenden Wege für Radfahrer sowie die Verflechtung von Autos und Fußgängern in der Marktstraße.


Das sind die wesentlichen Aussagen die dem Wirtschafts-, Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsausschuss (WENA) von der Ingenieurgesellschaft für Straßenverkehr »Schlothauer & Wauer« als erste Schritte für ein Verkehrskonzept für den Markt Teisendorf präsentiert wurden. In Auftrag gegeben hat es die Gemeinde, die Initiative kam aus dem Lenkungsauschuss Marktstraße. Bürgermeister Thomas Gasser machte deutlich: »Uns liegt viel daran, die Marktstraße als lebendigen Ortskern zu erhalten. Dazu gehört ein gutes Parkraum und Verkehrskonzept.«

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Verkehrsaufkommen weniger hoch als gefühlt

Das Verkehrsaufkommen auf der Marktstraße sei gefühlsmäßig höher, als tatsächlich gemessen, stellte Sibel Aydogdu vom Auftragnehmer gleich zu Beginn ihrer Ausführungen fest. Der Analyse lagen eine Bestandsaufnahme der Park- und Verkehrssituation, die stichprobenartige Befragung von Fahrzeuglenkern und eine Ortsbegehung zugrunde. Bei einer 24-Stunden Zählung mittels Videotechnik am 1. Oktober 2020 an der Bahnhofstraße, Höhe Friedhof, wurden rund 6000 Fahrzeuge erfasst, wobei das Verkehrsaufkommen in beiden Richtungen nahezu gleich war.

Der Schwerverkehrsanteil (über 3,5 Tonnen) lag bei rund drei Prozent. »Diese Werte liegen im Mittel der für dörfliche Hauptstraßen üblichen«, so Aydogdu. »Aufgrund der begrenzten Querschnittsbreite der Marktstraße ist das Verkehrsaufkommen dort aber gefühlsmäßig höher«. Eine Befragung von 1043 Verkehrslenkern am selben Tag zwischen 6 und 10 Uhr sowie zwischen 15 und 19 Uhr zeigte, dass 39 Prozent Fahrten zur Arbeit waren, gefolgt von 21 Prozent privater Fahrten (beispielsweise Einkauf). Besetzt waren die Fahrzeuge im Schnitt mit 1,25 Personen. Rund ein Viertel der Fahrzeuge befand sich nur auf der Durchfahrt durch Teisendorf, bei einem weiteren Viertel handelte es sich um Fahrten innerhalb von Teisendorf. Die mit Abstand meisten Fahrten von Teisendorf wegführten nach Freilassing.

Am 6. Oktober 2020 wurde die Auslastung der öffentlichen Stellplätze um 6, 11, 17 und 20 Uhr erfasst. Zeitgleich erfolgte eine stichpunktartige Befragung zur Parksituation im Ortskern. An Marktstraße, Poststraße, Lindenallee und Brunnpoint wurde eine sehr hohe Auslastung festgestellt – insbesondere tagsüber. Kritisch bewertet wurde auch die teilweise Belegung durch Dauer- oder Falschparker. Knapp die Hälfte der Befragten gab als Grund fürs Parken Einkäufe an, vierzig Prozent machen dies mehrmals pro Woche. Die Dauer des Parkens liegt überwiegend zwischen dreißig Minuten und einer Stunde. Im Durchschnitt wurde die Parkqualität im Ortskern mit der Note 2,8 bewertet. Als negativ wurden unter anderem die zu geringe Anzahl und die zu engen Parkplätze angegeben – ebenso wie die langen Wege zu den Geschäften oder auch das Parkverhalten mancher Verkehrsteilnehmer.

Zahlreiche Defizite bei Ortsbegehung bemerkt

Bei der Ortsbegehung sind den Fachleuten zahlreiche Defizite aufgefallen, darunter die wechselnden Geschwindigkeitsbegrenzungen und der »Schilderwald«. Eine Vereinheitlichung wurde von den Fachleuten dringend angeraten. Das Fehlen von Radfahrwegen und Abstellanlagen, die zum Teil schmalen Gehwege, sowie die schlechte Anbindung zum Bahnhof waren weitere Kritikpunkte. Dennoch sei die Stärkung der Marktstraße als Zentrum mit Einzelhandels- und Dienstleistungsangeboten durchaus ein Zukunftsmodell, vor allem wenn es gelingt, das Parkraumproblem zu lösen. Zu diesen und weiteren Punkten sollen jetzt konkrete Umsetzungsmaßnahmen erarbeitet werden.

In der Diskussion kritisierten die Ausschussmitglieder, dass die Daten erhoben worden seien, als die Bundesstraße 304 durch Oberteisendorf für den Verkehr gesperrt war. Dies habe das tatsächliche Bild massiv verschoben, so Gemeinderätin Anita Niederstrasser (FWG). Ausschussmitglied Andreas Neumeier (CSU) sieht den Durchgangsverkehr nicht als großes Problem im Gegensatz zur Parksituation. »Wir brauchen Stellplätze für die Leute, die zum Einkaufen kommen«, so Neumeier. Dazu müsse man im Ortskern umgehend weitere Kurzzeitparkplätze ausweisen und diese besser beschriften. »Nur die Anordnung von reduzierter Parkdauer löst das Problem nicht, wenn man die Einhaltung nicht kontrolliert«, so die Meinung von Sibel Aydogdu.

Auch müsse man berücksichtigen, dass man noch mehr Verkehr in den Ort ziehe, wenn man die Stellplätze erhöhe und die Parkzeit verkürze. Es gehe hier nicht nur um die ohne Zweifel zu geringe Anzahl von Parkplätzen tagsüber, mahnte Gemeinderat Fritz Gasser (FWG), sondern primär müsse es um ein Verkehrskonzept gehen, mit dem man die Belastung der Marktstraße verringere, zum Beispiel durch Einbahnregelungen oder auch durch die Änderung der Verkehrsführung durch bauliche Maßnahmen. Dazu gäbe es viele Lösungsvorschläge, so die Antwort des Bürgermeisters. Sie würden aber bis dato an Eigentumsverhältnissen und Auflagen des Denkmalschutzes scheitern.

Man habe bereits versucht, durch eine entsprechende Beschilderung vor den Ortseinfahrten den Verkehr aus Teisendorf herauszuhalten. Es sei ohne Zweifel wichtig, das Parkplatzproblem zu entschärfen, so dritter Bürgermeister Georg Quentin (SPD). Gleichzeitig müsse aber auch die Marktstraße mit ihren vielen Einkaufsmöglichkeiten erhalten bleiben. Als Sofortmaßnahmen sollen vier weitere Kurzzeitparkplätze ausgewiesen werden und baldmöglichst die Einhaltung der Parkzeit kontrolliert werden. kon

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