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Parteiübergreifend harsche Kritik an Hoeneß aus der Politik

Berlin (dpa) - Der Fall Hoeneß bringt nach den Worten des grünen Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl, Jürgen Trittin, den Skandal des von Schwarz-Gelb geplanten Steuerabkommens mit der Schweiz ans Licht.

«Uli Hoeneß war in Talkshows einer der Kronzeugen gegen Vermögensabgabe und Reichensteuer. Er war gern gesehener Gast Angela Merkels und auf CSU-Vorstandstagungen», sagte Trittin am Sonntag. «Wir wissen nun, welche Leute Schäuble, Seehofer und Merkel mit dem Schweizer Steuerabkommen schützen wollten: inzwischen geständige Steuerhinterzieher wie Uli Hoeneß.» Es sei daher gut, dass Rot-Grün «dieses Geldwaschabkommen» im Bundesrat verhindert habe.

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Nach der Selbstanzeige von Hoeneß wegen eines Schwarzgeldkontos in der Schweiz kritisierte auch FDP-Präsidiumsmitglied Jörg-Uwe Hahn den Präsidenten des FC Bayern München. «Es gehört schon eine große Portion Selbstgefälligkeit dazu, sich über Jahre zur moralischen Instanz des deutschen Sports aufzubauen und zeitgleich den Fiskus zu hintergehen», sagte Hahn der Zeitung «Die Welt» (Online am Sonntag, Print am Montag). FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte dem Blatt: «Generell gilt: Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Da muss ohne Ansehen der Person ermittelt werden.»

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag, Michael Meister, sagte der ««Mitteldeutschen Zeitung» (Montag) über den Verdacht der Steuerhinterziehung: «Der Fall ist gravierend. Hoeneß genießt in der Gesellschaft Popularität als Manager, der auch soziale Projekte vorangetrieben hat. Nun hat er vermutlich geltende Gesetze nicht nur über ein paar Tage, sondern über Jahre nicht beachtet. Das ist ein gewaltiges Problem für die Gesellschaft.»