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Party-Time mit »Supercharge«

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Voll die Party: Albie Donnelly (2. v. l.) mit seiner Band »Supercharge« im NUTS.

Wow, da gab's so richtig was auf die Ohren beim Auftritt von Albie Donnelly's »Supercharge« im Traunsteiner NUTS. Phänomenal, wie die 1973 gegründete siebenköpfige Combo von Null auf Hundert losfetzte, dass dem Publikum schier Hören und Sehen verging respektive Augen und Ohren geöffnet wurden. Denn es war nicht nur eine Wonne, dem ausgefeilten, druckvollen und super – richtig laut – ausgesteuerten Sound zu lauschen, es war auch herrlich anzusehen, wie die Jungs ihren Spaß hatten, sich mit ihren und über ihre Kollegen auf der Bühne amüsieren konnten, darüber aber auch nicht vergaßen, dem Auditorium einen überzeugenden Beweis nach dem anderen ihrer herausragenden musikalischen Fähigkeiten zu bieten.


Jürgen »Big Jay« Wieching (Saxofon), Thorsten Heitzmann (Posaune), Sascha Kühn (Keyboard), Wolfgang »Bolle« Diekmann (Bass) und Uwe Petersen (Drums) – sie alle bekamen genügend Platz für Soli, um ihre Könnerschaft an ihren Instrumenten zu demonstrieren, wobei besonders der Posaunist das Publikum mit seinem Spiel immer wieder begeisterte. Und dann war da auch noch Roy »The Boy« Herrington an der Gitarre: Eine Nummer für sich, der in einer österreichischen Zeitung nicht zu Unrecht als »völlig enthemmter Gitarrenirrer« bezeichnet wurde und für die »Show in der Show« zuständig war.

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Im Zentrum des musikalischen Treibens natürlich der in Liverpool geborene und in London musikalisch groß gewordene Albie Donnelly mit seinem wunderbar feinen Saxofonspiel und seiner unverwüstlichen, im Laufe der Jahre immer noch an Reife gewinnenden Stimme, seinem Charisma, seiner gewitzten, einnehmenden Art und seinen mit typisch britischem Humor gewürzten Ansagen. So wusste er zu etlichen der gebotenen Songs – neben vielen Eigenkompositionen auch Covers wie »Whisky drinking Woman« oder »Hoochie Coochie Man« – auch amüsante oder skurrile Geschichten zu erzählen und trieb seinen Schabernack mit dem Publikum, indem er die »Rich People« auf den Sitzplätzen und die »Poor People« an den Stehtischen zu wahren »Mitsing-Battles« anspornte.

Das NUTS-Team hatte nämlich die geniale Idee gehabt, den Zuschauerraum aufzuteilen und in einer Hälfte Platz zu schaffen für alle jene, die beim äußerst rhythmusbetonten Sound von »Supercharge« – Rock'n'Roll, Funk, Swing, Soul, Boogie und eine fette Ladung Rhythm & Blues – einfach nicht stillhalten können, was Albie Donnelly aber schließlich noch dadurch toppte, dass er vor dem Zugabenblock auch die »Rich People« dazu brachte, ausgelassen das Tanzbein zu schwingen. Und so war's am Schluss im NUTS einfach nur noch – Party. Robert Heigl

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